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Ostprignitz-Ruppin Sonntagsmatinee: Improvisation in der Oper?
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sonntagsmatinee: Improvisation in der Oper?
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00:17 03.08.2016
Einer singt, der andere gibt Gesten und Haltung vor.
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Rheinsberg

Oper bewegt. Nicht nur das Publikum. Auch die Sänger sind in ständiger Bewegung auf der Bühne. Zumeist nach strenger Anweisung des Regisseurs. Aber der eine oder andere aus dem Ärmel geschüttelte „Fehltritt“ oder „Seitensprung“ kann durchaus Farbe in eine Inszenierung bringen, findet Frank Matthus, künstlerischer Leiter der Kammeroper Rheinsberg. „Kann man in der Oper improvisieren?“, titelt er deshalb die Matinee am Sonntag – fast 200 Gäste sind ins Schlosstheater gekommen, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen und ein bisschen hinter die Opernkulissen zu schielen.

Verfolgung mit Gesang. Quelle: Regine Buddeke

„Ich behaupte: Ja“, beantwortet Matthus die Frage bereits vorab und schreitet zur Tat, dies zu beweisen. Ihm als Moderator zur Seite stehen sieben der jungen Sänger aus den laufenden Produktionen der Saison, nebst Olav Kröger, der das Ganze am Flügel bravourös untermalt. Auch er ist der Improvisation alles andere als abhold und schafft es souverän, den teils ungeprobt-spontanen Auftritten der Sänger den wohlklingenden Rahmen zu zaubern.

Singend ein Rad schlagen? Das Spiegelbild gibt es so vor. Quelle: Regine Buddeke

Zuerst geht es um szenische Improvisation – eine Übung aus dem Studium wird lustvoll zelebriert. Einer singt eine Arie, sein „Spiegelbild“ sitzt ihm gegenüber und gibt Haltung, Mimik, Gestik, Emotionen vor – sozusagen das Spiegelbild, das seinem Menschen einen Tick voraus ist. Das macht viel Spaß und verblüfft das Publikum. Denn wer hat bislang den Figaro hampelmann-hüpfend oder radschlagend seine Arie singend gehört? Sich auf Improvisation einzulassen, ohne Netz und doppelten Boden, kann eine Gewinn sein“, sagt Frank Matthus. Er hält es für wichtig, als Akteur dann und wann aus dem Korsett seiner Rolle hervorzutreten. Insofern ist es spannend, das von ihm geschriebene Gedicht über den Tod als Improvisation in drei Genres zu hören: als deutsches Lied im Sinne Schuberts, als zeitgenössisch und verjazzt.

Anschmachten ins Publikum. Quelle: Regine Buddeke

Auch die zwitschernde Nachtigall, die nur kraft ihrer Melodie und der Körperhaltung manche anbaggernden Verehrer abblitzen lässt, dem sich lässig-uninteressiert gebenden Macho jedoch hinterher trillert, ist sehens- und hörenswert.

Immer weiter wagt sich Frank Matthus aufs Glatteis, wie er sagt, und taucht tiefer in den Bereich der musikalischen Improvisation. Eine Handlung um Seitensprung und Verlust wird mit emotionalem Tiefgang aus dem Stegreif gesungen – erstaunlich, was Gesang ohne Worte zu leisten vermag. Das Publikum ist mucksmäuschenstill.

Die Sänger genießen es – die Zuschauer auch. Quelle: Regine Buddeke

Als Finale gibt Olav Kröger noch einen berauschenden Tosca-Zusammenschnitt als Vorgeschmack – natürlich frei improvisiert.

Der Schlussapplaus sagt: die Matinee ist eine gelungene Komposition von atemlosen Gänsehaut- und komischen Momenten. Und viel Information aus dem Backstage.

Von Regine Buddeke

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