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Sorge um die Obermühle in Rheinsberg

Denkmalbehörde in Neuruppin macht Druck auf den Besitzer Sorge um die Obermühle in Rheinsberg

Seit Jahren steht die Obermühle in Rheinsberg leer und verfällt. Dabei ist das Gebäude ein Einzeldenkmal. Die Stadt könne nichts machen, sagt der kommissarische Bauamtsleiter Thomas Lilienthal. Denn die Obermühle befindet sich in Privatbesitz.

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Das Dach der denkmalgeschützten Obermühle ist nur notdürftig mit Planen gedeckt.

Quelle: ArchivFoto: Jürgen Rammelt

Rheinsberg. Für die historische Obermühle, die am Rande des Rheinsberger Schlossparkes liegt, gab es schon viele Pläne. Das ist wenig verwunderlich. Denn nur wenige Gebäude in der Prinzenstadt haben eine so exponierte Lage an einer der Hauptzufahrtsstraßen von Rheinsberg, dem Rhin und dem Schlosspark. Zuletzt sollten dort eine Gastronomie, Ferienwohnungen und ein Atelier entstehen. Doch die Pläne zerschlugen sich, die Eigentümer wechselten – und die Obermühle zerfällt.

„Wir sind mit der Situation unzufrieden. Wir können aber nichts ändern“, sagte am Freitag Thomas Lilienthal, der kommissarische Bauamtsleiter von Rheinsberg. Denn das Gebäude, das zwischen 1848 und 1851 an der Stelle erbaut wurde, an der sich bereits seit 1533 eine Mühle befand, ist in privater Hand. „Als Stadt sind uns damit ziemlich stark die Hände gebunden“, so Lilienthal.

Dafür hat inzwischen die Denkmalschutzbehörde des Landkreises in Neuruppin reagiert. Denn das Dach der Obermühle ist seit Monaten nur notdürftig mit Planen gedeckt. Die Planen reichen jedoch nicht aus, um die historische Bausubstanz des Einzeldenkmals zu schützen. Die Denkmalbehörde hat deshalb den Eigentümer angeschrieben. Der Immobilienbesitzer soll bis Ende des Monats „ein Maßnahmekonzept zur nachhaltigen Sicherung des Daches“ vorlegen sowie formlos beantragen, das Maßnahmekonzept auch umzusetzen zu dürfen, teilte am Freitag Kreissprecherin Britta Avantario mit. Vor Beginn der Arbeiten bedarf es aber einer „denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis“. Wenn diese erteilt ist, soll es schnell gehen: Der Eigentümer hat dann lediglich zwei Monate Zeit, um die Dachhaut zu sichern.

Ob sich der Immobilienbesitzer an die Auflagen halten wird, ist offen: Er war am Freitag nicht zu erreichen. Robert Franck hielt sich am Freitag ebenfalls bedeckt. Der Geschäftsmann nutzt mit seiner Firma Rheinsberg Adventur Tours (RAT) das Gelände als Lager für die Boote und als Einstiegsstelle für Paddler. „Rheinsberg würde sich freuen, wenn hier was passiert“, sagte Franck lediglich. Doch welche Pläne der Eigentümer für die Obermühle hat, das weiß Franck, der zugleich Chef des Rheinsberger Heimatvereins ist, auch nicht.

Selbst Rheinsbergs Ortsbürgermeister Sven Alisch (SPD) zeigte sich ratlos. Er weiß nicht einmal, wem die Obermühle derzeit gehört. Alisch hat sich deshalb an die Stadt gewandt und um Einsicht in die Verträge gebeten. „Gerade jetzt, zu Zeiten der Kammeroper gehen die Leute in Massen an dem Gebäude vorbei und wundern sich, dass an der Obermühle immer noch nichts passiert“, betonte Alisch

Von Andreas Vogel

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