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Sorge um ein Feuchtgebiet in Brüsenhagen

Naturschutz Sorge um ein Feuchtgebiet in Brüsenhagen

Eine „rücksichtslose Holzernte“ wird derzeit von einem aufmerksamen Brüsenhagener beklagt. In diesem Prignitzdorf in der Gemeinde Gumtow sieht er ein Feuchtgebiet in Gefahr, weil großflächig Erlen gefällt wurden. Dabei würdigte Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) erst kürzlich den Erhalt von solchen Feuchtgebieten im Land.

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Für Rouven Obst sagt der Anblick alles. Für die Naturschutzbehörde in Perleberg stellt die Fällung kein Problem dar.

Quelle: Privat

Brüsenhagen. Als Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) vor kurzem den „Welttag der Feuchtgebiete“ würdigte und an die „elementare Bedeutung“ der Feuchtgebiete erinnerte, stieß es Rouven Obst im Gumtower Dorf Brüsenhagen übel auf: „Bei uns duldet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz den Kahlschlag auf knapp einem Hektar Erlenbruch im Brüsenhagener Luch“, informierte Obst nicht nur die MAZ. Er schrieb seine Protestmail auch direkt dem Ministerium und an die Behörde in Perleberg selbst.

Obst hatte die Untere Naturschutzbehörde schon im Januar informiert. „Da wurde mir auch bestätigt, dass solcher Einschlag von Erlen durch das Bundesnaturschutzgesetz verboten und nicht genehmigungsfähig ist“, sagt der Brüsenhagener. Schließlich handele es sich auch laut der Behörde um ein schützenswertes Biotop. Doch bei einem weiteren Telefonat soll es dann geheißen haben, „dass der Paragraf 30 des Bundesnaturschutzgesetzes zwar greift, aber man ,anderweitige Absprachen’ mit dem Eigentümer getroffen hat, so dass er sämtliche Erlen auf rund 7000 Quadratmetern ernten darf“.

Dieser Fall erinnerte Obst an einen anderen. Demnach soll es vor gut einem Jahr in der Gemarkung „auf vielen hundert Hektar massive Eingriffe in die Gehölzstruktur durch eine lokale Agrargenossenschaft“ gegeben haben. Diese Eingriffe wurden laut Obst von der Oberen und Unteren Naturschutzbehörde anschließend geahndet. „Die Bäume sind dennoch weg.“ Eine Strafe in Kauf zu nehmen, könnte jedoch Schule machen, befürchtet Obst: „Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht nur Nachbarn, sondern ebenso Waldeigentümer, Forstarbeiter und Holzhändler alles aufmerksam beobachten. Einige warten regelrecht auf einen ,Freifahrtschein’ zur Holzernte.“

Bernd Lindow von der Unteren Naturschutzbehörde in Perleberg sieht das nicht so dramatisch. Der Fall vom Vorjahr, bei dem es in der Landschaft verteilte Bäume traf, habe empfindliche Konsequenzen gehabt, er sei aber mit dem aktuellen nicht vergleichbar. Denn es handele sich hierbei um einen Wald. Ein Wald, wie er eben auch in oder an einem Feuchtgebiet vorkommen kann. „Und eine Eigenschaft von Wald ist nun mal auch, dass er geerntet wird“, erklärt der Sachbereichsleiter für Natur- und Gewässerschutz. Ein Biotop schließe die Holzernte also nicht aus. Laut Lindow, der sich auch auf „Verwaltungsvorschriften auf Landesebene“ beruft, war sich der Eigentümer der Biotopeigenschaft allerdings nicht bewusst. Die Arbeiten seien daher gestoppt worden. „Es werden also keine Bäume auf einer 7000 Quadratmeter großen Fläche entfernt.“ Das schon gefällte Holz wird nun „bodenschonend“ herausgenommen, sagt Bernd Lindow: „Am Wasserhaushalt ändert sich bei alledem nichts, es ist auch keine andere Beeinträchtigung ersichtlich.“ Die gefällten Erlen würden zudem von alleine wieder austreiben. Nichtsdestotrotz sei es aber gut, wenn Leute wie Rouven Obst auch weiterhin auf eine heile Umwelt Acht geben.

Von Matthias Anke

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