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Sorge um sinkende Flüchtlingshelferzahl

Rheinsberg Sorge um sinkende Flüchtlingshelferzahl

Martin Osinski ist besorgt. Der Flüchtlingskoordinator des Landkreises Ostprignitz-Ruppin beobachtet, dass sich immer mehr ehrenamtliche Helfer von ihrem Engagement zurückziehen – auch wenn sie trotz gesunkener Asylbewerberzahlen weiter benötigt werden. Denn die Integration – davon ist er überzeugt – funktioniere nur über Bürger.

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Flüchtlingskoordinator Martin Osinski.

Quelle: Peter Geisler

Rheinsberg. Ob das Rheinsberger Integrationsmodell, das jetzt als bestes bundesweit ausgezeichnet wurde, tatsächlich besser als die Eingliederungsbemühungen anderer Kommunen ist? Matrin Osinski lehnt solche Vergleiche ab. „Wir hatten zu Hochzeiten 18 Standorte im Landkreis, in denen Flüchtlinge untergebracht waren – und jeder hat gut funktioniert, anders gut funktioniert“, betont der Koordinator für Flüchtlingsarbeit in Ostpringitz-Ruppin. „Ich bin aber hochgradig überzeugt, dass die Rheinsberger den Bundesintegrationspreis sehr wohl verdient haben.“ Denn der Schulterschluss zwischen Kommune, Wohnungswirtschaft, Wohlfahrtsverbänden und ehrenamtlichen Helfern sei dort sehr schnell erfolgt und sei besonders intensiv gewesen. Auch dass die Stadt frühzeitig darauf pochte, Asylsuchende dezentral unterzubringen – also anstatt in Heimen in einzelnen Wohnungen, die über ein großes Gebiet verstreut sind, sei „ganz unbedingt die richtige Entscheidung“ gewesen, sagt Osinski. Dass dieses Modell bis heute Früchte trägt, zeige auch die Kriminalitätsstatistik: Laut Osinski gebe es dabei keine negativen Auffälligkeiten im Bereich der Regionen, in denen Asylsuchende leben, sondern eher eine positive Tendenz.

Ein Problem zeichnet sich laut dem Diplom-Psychologen allerdings ab. Der Koordinator beobachtet, dass sich ehrenamtliche Helfer immer mehr zurückziehen. Er führt das nicht nur auf die stark gesunkene Zahl der Flüchtlinge zurück, sondern vor allem auf Signale aus der Politik. Nach der Zeit der durch Merkels „Wir schaffen das“ ausgerufenen Willkommenskultur sei die Bundesebene nun vom gelebten Bekenntnis für Flüchtlingsarbeit zurückgeschreckt. „Die Helfer spüren, dass ihnen der Rückhalt entzogen wird.“ Und geben ihr Engagement auf, obwohl sie gebraucht werden. Denn die offiziellen Flüchtlingsbetreuer können lediglich den Rahmen abarbeiten. „Nur Bürger können aber Bürger integrieren.“

Von Celina Aniol

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