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Sorgen um den Rheinsberger Rhin

Ostprignitz-Ruppin Sorgen um den Rheinsberger Rhin

Erstmals hat die Naturschutzbehörde in Neuruppin in dieser Saison auch an Wochenenden kontrolliert, ob die Regeln an bestimmten Angel- und Badestellen sowie beim Bootfahren eingehalten werden. Sorgen bereitet der Behörde der Rheinsberger Rhin. Indes waren die Kontrolleure überrascht von der Sauberkeit am Dranser See.

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Fahrten mit dem Kajak auf dem Rheinsberger Rhin sind längst kein Geheimtipp mehr. Das führt mitunter zu Problemen.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. Erstmals haben Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde in Neuruppin in diesem Sommer auch an den Wochenenden kontrolliert, ob die Besucher an ausgesuchten Wäldern, Seen und Flüssen die Vorschriften einhalten. „Wir haben bei den 23 Kontrollen auffallend wenig Müll in der Natur festgestellt“, betonte am Mittwoch Karin Schönemann, die zuständige Sachgebietsleiterin der Kreisverwaltung. Besonders angetan waren die Kon­trolleure, wie es an der Badestelle am Dranser See aussieht. „Da stehen alle paar Meter Mülltonnen oder Müllsäcke für den Abfall bereit, den die Badegäste hinterlassen.“ Um die Ordnung am Dranser See kümmert sich die Gemeinde. „Das ist sehr positiv“, sagte Schönemann.

Kajaktouren auf dem Rheinsberger Rhin sind beliebt

Sorgen macht sich die Behörde indes um den Rheinsberger Rhin. Das Gewässer, das sich in einem Schutzgebiet befindet, erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit bei Einheimischen und Touristen. Das liegt zum großen Teil an den Kajaktouren, die gleich von mehreren Anbietern von Rheinsberg aus über Rheinshagen nach Zippelsförde angeboten werden. Der besondere Reiz dieser gut 16 Kilometer langen Strecke, für den man gut vier Stunden Zeit einplanen sollte, liegt an der abwechslungs- und kurvenreichen Strecke. Je nach Wasserstand müssen Paddler auch im Rhin liegende Bäume überwinden. Doch längst nicht jeder Kajaktourist erfreut sich an der weitestgehend naturbelassenen Route. Vielmehr verstehen einige Paddler die Fahrt auf dem Rhin als „ein Fun-Erlebnis“, sagte Schönemann. Andere wiederum seien nicht einmal in der Lage, ihr für die Fahrt gemietetes Boot zu steuern. „Das war uns schon mal eine Belehrung wert“, so Schönemann.

Hinweisschilder fehlen

Die Kon­trolleure haben aber auch festgestellt, dass am Ufer des Rhins Hinweistafeln fehlen, auf denen die Paddler erfahren, wie weit es eigentlich noch bis zum Imbiss in Rheinshagen und bis zur Aussteigestelle in Zippelsförde ist. Die Behörde will sich deshalb mit der Naturwacht, der Naturparkverwaltung, der Forst und der Fischereibehörde abstimmen, wann und vor allem wo solche Hinweistafeln am Ufer aufgestellt werden könnten. Ein weiteres Thema bei den Gesprächen wird zudem das Aufstellen von einer oder mehreren Toiletten am Imbiss in Rheinshagen sein. Die Sauberkeit an dem Halt, an dem die Kajaks wegen einer Fischtreppe aus dem Wasser genommen und kurz getragen werden müssen, hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Schönemann führt das vor allem auf den Imbiss zurück, an dem sich die Paddler stärken können. „Es gibt in Rheinshagen keine Dreckecken mehr.“

Allerdings erwischte die Behörde bei ihrer Kontrolle am Rheinsberger Rhin auch einen Paddler, der in einem Canadier mit Stechpaddel unterwegs war. Diese sind ausdrücklich verboten. Der Grund: Der Gewässerboden soll nicht aufgewühlt werden. Denn der Rhin ist ein sehr flaches Gewässer und wird deshalb im Sommer für jegliche Kajaktouren gesperrt, wenn der Pegelstand unter 65 Zentimeter fällt. Das war in diesem Jahr beispielsweise ab 19. August der Fall. Der ertappte Canadierfahrer mit dem Stechpaddel zeigte jedoch keinerlei Einsicht. Deshalb läuft derzeit ein Verfahren gegen ihn. „Wenn mit Vorsatz gehandelt wird, ist mit uns nicht zu spaßen“, betonte Schönemann.

Kontrollen sollen abschreckend wirken

Indes verwies Landrat Ralf Reinhardt (SPD) darauf, dass das Ziel der Wochenendkontrollen in erster Linie gewesen sei zu zeigen, dass die Verwaltung auch am Wochenende im Einsatz ist. Wenn sich das rumspreche, werde auch nicht mehr so häufig gegen die Regeln verstoßen, so Reinhardt. Bisher gehen bei der Naturschutzbehörde in Neuruppin pro Jahr etwa gut 60 Anzeigen ein, schätzt Schönemann. Genaue Zahlen gibt es nicht. „Über die Anzeigen führen wir keine Statistik“, so Reinhardt. Der Landrat sieht dafür bisher auch keinen Bedarf. Denn in vielen Fällen erledigen sich die Anzeigen durch Gespräche, die ehrenamtliche Naturschutzhelfer vor Ort mit den Betroffenen führen.

Hingegen haben die Kontrolleure der Unteren Naturschutzbehörde in einem Fall auch das Gespräch mit dem Ordnungsamt in Rheinsberg suchen müssen. An einer Einstiegsstelle in den Rheinsberger Rhin lagen nach dem Konzertabend „Rock am Rhin“ Flaschen, Scherben und Müllsäcke im Wasser.

Auch 2017 wieder Kontrollen am Wochenende

Die Naturschutzbehörde will ihre Wochenend-Kontrollen im Sommer 2017 wiederholen. Die Schwerpunkte sollen wie in diesem Jahr mit der Naturwacht und der Naturparkverwaltung abgestimmt werden. „Die Naturwacht kontrolliert das ganze Jahr über. Wir wollen punktuell unterstützen“, so Schönemann. Der positive Nebeneffekt: Die Mitarbeiter sehen selbst, wo sich das betreffende Gebiet eigentlich befindet, zu dem eine Anzeige vorliegt.

Ziemlich sicher ist bereits, dass auch in der neuen Saison der Rheinsberger Rhin unter besonderer Beobachtung stehen wird. In diesem Jahr kontrollierten 13 Behördenmitarbeiter bei ihrem Wochendeinsatz darüber hinaus nicht allein den Dranser See, sondern ebenfalls den Kyritzer Obersee, den Königsberger See bei Wittstock sowie den Wittwe- und den Wummsee. Diese befinden sich nördlich von Rheinsberg.

Von Andreas Vogel

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