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Ostprignitz-Ruppin Spargel aus Zaatzke ist heiß begehrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Spargel aus Zaatzke ist heiß begehrt
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00:23 20.05.2015
Thomas Schmidt befreit die Stangen vom Sand. Quelle: André Reichel
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Zaatzke

Weit haben es die Spargelernter aus Zaatzke nicht zur Arbeit. Gleich hinter dem Ortsschild in Richtung Maulbeerwalde liegen zu beiden Seiten der schmalen Straße die von der Agrargenossenschaft neu angelegten Felder, die in diesem Jahr erstmals Erträge liefern.

Es ist gerade kurz nach 9 Uhr und die fünf Erntehelfer haben schon etliche Reihen eines Feldes durchgeforstet. Mit ihrer Arbeit haben sie schon um 6 Uhr begonnen, doch im Laufe des ganzen Vormittags hat sich beim Thermometer nichts Entscheidendes getan. Es ist trotz der immer wieder durch die Wolken brechenden Sonne empfindlich kalt an jenem Maitag. Der Wind kann beinahe ungehindert über die in malerischer Landschaft gelegenen weiten Felder hinweg streifen.

Die Spargelernter haben für die Schönheit ihrer Heimat momentan kein Auge. Ihre Aufmerksamkeit liegt ganz bei den gelblich-weißen Spargelstangen, die sie aus den aufgehäufelten Erdwällen herausstechen. Wie sie die für jeden anderen ungeübten Laien unsichtbaren Triebe des begehrten Edelgemüses im Erdboden mit fast traumwandlerischer Leichtigkeit auf den Punkt genau finden, bleibt ihr Geheimnis. Die Körbe füllen sich jedenfalls rasch. "Mehr als 100 Kilogramm Spargel sind bis zur Frühstückszeit bereits geerntet", berichtete Renate Fenyvesi. Die 62-jährige Zaatzkerin arbeitet nun schon in der 16. Saison in der Spargelernte und bringt somit die meiste Ernteerfahrung von allen Kollegen mit. Doch alle Erfahrung dieser Welt hilft nichts, wenn das Wetter nicht mitspielt, denn Spargel ist ein wärmeliebendes Gemüse. "Heute ist es kühl. Da ernten wir nicht mehr als 170 Kilo. Am Tag zuvor war es wärmer, da waren es über 300 Kilo", berichtete Renate Fenyvesi.

Schon von weitem hörbar naht dann auch schon Thomas Schmidt in seinem roten Belarus-Trecker heran. Der 44-Jährige arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Agrargenossenschaft Blesendorf-Zaatzke und ist in der zweimonatigen Spargelsaison für den ganzen Bereich rund um das begehrte Edelgemüse verantwortlich. Dazu gehört auch, die Saisonkräfte zu betreuen und regelmäßig die frisch geernteten Spargelstangen vom Feld ins nicht weit entfernte Spargelhaus zu bringen. "Das wurde schon zu DDR-Zeiten vor über 30 Jahren eigens dafür gebaut, denn schon damals wurde hier in Zaatzke Spargel angebaut", sagte Thomas Schmidt. In jener Zeit, so der Landwirt, betrug die Anbaufläche noch rund zwölf Hektar. "Die Konkurrenz ist einfach zu groß. Jetzt sind es nur noch drei Hektar", sagte Thomas Schmidt. Von der Qualität des Zaatzker Spargels ist er 100-prozentig überzeugt: "Der Sandboden hier ist ideal und Chemie ist für uns auch tabu." Am Spargelhaus angekommen, lädt Thomas Schmidt die Kisten mit der frischen Ernte vom Treckerhänger. Es folgt für die Gemüsestangen ein erstes Bad, um sie vom gröbsten Sand zu befreien. Dann taucht der 44-jährige Landwirt die Kisten samt Spargel kurz in einen Behälter mit zwei Grad kaltem Wasser, bevor die Ernte weiterverarbeitet wird.

Drinnen im Spargelhaus steht derweil Viola Sperling an einer Maschine und bestückt ein Förderband. Ganz automatisch werden dann die Gemüsestangen gewaschen und geschnitten. "Das spart viel Mühe, jedoch fallen so auch Arbeitsplätze weg. Früher waren in Spitzenzeiten bis zu sieben Leute hier", sagte Viola Sperling. Die 48-Jährige arbeitet in der fünften Saison im Spargelhaus. Eigentlich hat die Zaatzkerin schon genug Arbeit beim Sportverein ihres Heimatdorfes, wo sie für alle Mannschaften die Trikots wäscht und das Vereinshaus sauber hält. Viola Sperling hat sich bewusst für ihre Zweittätigkeit entschieden: "Sonst wollte es niemand mehr machen und ich tue es sozusagen für unsere Dorfgemeinschaft." Den fertigen Spargel sortiert die engagierte Zaatzkerin in große Kisten. Diese werden von Thomas Schmidt in eine Kühlzelle gestellt. Doch dort bleibt das Gemüse nicht lange. Ständig kommen Dorfbewohner und Menschen aus den umliegenden Gemeinden und kaufen Spargel ein.

Von André Reichel

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