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Ostprignitz-Ruppin Sparkasse OPR hat 575 Flüchtlingskonten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Sparkasse OPR hat 575 Flüchtlingskonten
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00:18 25.02.2016
OPR-Landrat Ralf Reinhardt ist froh über das Engagement der Sparkasse bei den Konten für Flüchtlinge. Quelle: Julian Stähle
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Neuruppin

Bankfilialen eigens für Flüchtlinge, wie es sie in Berlin bereits gibt? Das kommt für Markus Rück, Vorstand der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin nicht in Frage. Denn eine solche Extra-Behandlung würde weder seinen Kunden gefallen, noch den Asylsuchenden nutzen. Stattdessen setzt das Kreditinstitut auf Gleichbehandlung und Integration. Sprich: Um Flüchtlinge kümmern sich Mitarbeiter aller Filialen – und die Asylsuchenden können auch alle Geschäftsstellen aufsuchen, um ihre Anliegen zu erledigen. Zudem wurden die Sozialbetreuer der großen Unterkünfte mit Infomaterial in vier Sprachen ausgestattet.

Flüchtlingskonten kosten genauso viel, wie die anderer Kunden

Insgesamt 575 Girokonten für Flüchtlinge führt die Sparkasse OPR derzeit. Die meisten Neukunden kommen aus Syrien (184), Eritrea (43) und Afghanistan (40). Dabei handelt es sich um Konten auf Guthabenbasis, die genauso viel kosten wie die der anderen Kunden auch. „An der Stelle war es uns wichtig, kein falsches Signal zu senden“, sagt Markus Rück.

Mit dem Kontoangebot für Asylsuchende hat das Institut auf einen Hilferuf des Landkreises an die Banken der Region 2015 reagiert. „Wir sind im vergangenem Jahr durch die Vielzahl an neuen Asylbewerbern an unsere Grenzen bei den Auszahlungsmodalitäten gestoßen“, berichtet Landrat Ralf Reinhardt. Und auch die Sparkassen-Filiale im Einkaufszentrum Reiz, die in unmittelbarer Nähe der Kreisverwaltung liegt, sei an Zahltagen übervoll gewesen. Eine andere Lösung sollte also her. Die Bereitschaft, eine solche zu erarbeiten, hielt sich allerdings in Grenzen, so der Landrat diplomatisch. Markus Rück wird da deutlicher: „Wir sind dabei auf keinerlei Wettbewerb gestoßen“. Also überlegte die Sparkasse allein, wie man die Situation entzerren könnte.

Da der Kreis an seine Kapazitäten stößt, zahlt er Geld nicht nur bar aus

Das Problem bei Auszahlungen an Flüchtlinge ist, dass sie laut Gesetz ihr Geld bar ausgezahlt bekommen sollen. Reinhardt ist aber überzeugt, dass der Kreis angesichts der Massen von neuen Asylsuchenden flexibel mit dieser Vorgabe umgehen darf. Deswegen bat er die Bank, vor allem Asylsuchenden, die eine Bleibeperspektive haben, ein Konto einzurichten.

Doch nicht nur der Kreis profitiert von dem Angebot. Auch die Sparkasse hat einen Vorteil durch ihr Engagement bei dem Thema. So konnte sie trotz schwindender Einwohnerzahlen in der Region, im vergangenem Jahr 498 Privatgirokonten mehr verbuchen als noch 2014.

Asylsuchende sind selten lukrative Kunden für Kreditinstitute

Die Situation in Ostprignitz-Ruppin scheint indes nur ein Abbild eines gesamtdeutschen Phänomens zu sein. Auch in anderen Regionen sind es vor allem die Sparkassen, die Flüchtlingen die Möglichkeit einräumen, ein Konto zu eröffnen. Seit 1995 gilt zwar in Deutschland eine freiwillige Selbstverpflichtung für ein Basiskonto für alle. In der Praxis wird diese allerdings oft unterlaufen. Viele, gerade private Banken tun sich schwer mit Menschen, die deren Status und Identität nicht geklärt sind. Erst im Herbst hat die Finanzaufsicht einige solcher Hürden beseitigt und Vorgaben für notwendige Dokumente gelockert. Hinzu kommt aber, dass Asylsuchende für die Banken eher keine lukrativen Kunden sind, da sie neben den Transferzahlungen des Staates kaum Einnahmen haben.

Sparkassen-Präsident fordert seine Kollegen zum Handeln auf

Sich der Verantwortung deshalb zu verweigern, kritisierte erst kürzlich Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Er forderte stattdessen von seinen Kollegen mehr Engagement bei diesem Thema und berief sich dabei auf eine „gesamtgesellschaftliche Verantwortung“. Fahrenschons Aussagen zufolge haben die Sparkassen in ganz Deutschland bereits mehr als 100 000 Konten für Asylsuchende eröffnet.

Eine grundsätzliche Veränderung könnte es trotzdem schon bald unabhängig vom Willen der Bankenwirtschaft geben. Denn die EU besteht mit ihrer Zahlungskontenrichtlinie nun darauf, dass spätestens ab September jedes Konto „diskriminierungsfrei“ sein muss. Das heißt, dass jeder ein Konto bekommen muss – auch Flüchtlinge oder Obdachlose.

Von Celina Aniol

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