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Spart sich die Stadt Neuruppin dreckig?

Schulen sind unsauber Spart sich die Stadt Neuruppin dreckig?

Neuruppin lässt die Klassenräume der Schulen nur noch alle zwei Tage reinigen statt täglich wie bisher. Durch eine neuen Vertrag spart die Stadt fast die Hälfte ihrer Reinigungskosten. Doch der Zustand vieler Schulen sorgt für Ärger. Abgeordnete würde die Reinigungsfirma am liebsten wieder öfter fegen lassen – doch das geht nicht.

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Wie oft muss in einer Schule geputzt werden?

Quelle: Krischan Orth

Neuruppin. Im Streit um dreckige Schulen in Neuruppin fühlen sich Abgeordnete offenbar von der Stadtverwaltung getäuscht. Anfang des Jahres hatte der Hauptausschuss nach einer europaweiten Ausschreibung den Auftrag für die Schulreinigung für vier Jahre neu vergeben. In der Beschlussvorlage hatte die Stadtverwaltung damals darauf hingewiesen, dass sich mit dem neuen Vertrag vieles ändert und die neue Firma nach der aktuellen Din reinigen soll. Doch anscheinend war nicht allen Stadtverordneten klar, was das bedeutet.

„Ich war vielleicht ein bisschen naiv“, räumt Michael Gayck (CDU) bei der Klausurberatung der Stadtverordneten am Mittwoch ein. Zumindest ihm war nicht bewusst, dass die Reinigungsfirma, die bis 2020 in den städtischen Schulen fegen und wischen soll, das viel seltener tun wird als bisher.

Die Stadt glaubt noch an „Anfangsschwierigkeiten“

Eltern aus ganz Neuruppin protestieren inzwischen gegen den Sparkurs. Seit September putzt an den städtischen Schulen in Neuruppin die Firma Stölting aus Gelsenkirchen. Sie hatte das billigste Angebot abgeliefert.

Aus nahezu allen Schulen hagelte es in den vergangenen Wochen Beschwerden über dreckige Räume. Stadtverwaltung und auch Reinigungsfirma räumen ein, dass es „Anfangsschwierigkeiten“ gibt. Auch durch neues Personal; laut Unternehmen wollten viele Mitarbeiter der alten Reinigungsfirma nicht zur neuen wechseln.

Bürgermeister Jens-Peter Golde gab am Mittwoch zu, dass viele Beschwerden berechtigt sind – wenn auch längst nicht alle. Gerade in den ersten Woche des neuen Schuljahres habe es enorme Probleme gegeben. „Inzwischen hat sich die Qualität deutlich verbessert, wenn auch noch nicht zu unserer vollsten Zufriedenheit“, sagt Fred Müller vom Bauamt. Golde sieht das Bemühen der Reinigungsfirma. Teilweise arbeiten die Mitarbeiter am Wochenende, um aufzuholen, was liegen geblieben ist, sagt er.

Abgeordnete wollen am liebsten wieder öfter putzen lassen

Doch für Ärger sorgt nicht nur die Qualität der Reinigung. Etliche Stadtverordnete halten es wie viele Eltern für einen Fehler, dass in den Schulen seltener geputzt werden soll als früher.

Bisher rückten die Putzkolonnen an jedem Schultag an, doch das war teuer. Die Stadtverwaltung hatte sich deshalb entschieden, alle Klassenzimmer und die Flure und Treppen im ersten Obergeschoss der Schulen nur noch zwei- bis dreimal pro Woche reinigen zu lassen. Auch viele andere Städte halten es so, heißt es aus dem Rathaus.

Stölting reinigt 26 Einrichtungen der Stadt. Neben den Schulen gehören dazu die Kitas, der Stadtgarten und das Haus der Begegnung. Die Stadtverwaltung rechnet durch den neuen Vertrag nur noch mit Reinigungskosten von 446 052 Euro für alle städtische Einrichtungen im Jahr, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott. Das sind 343 000 Euro weniger als bisher, rund 43 Prozent.

Tägliche Reinigung der Klassenzimmer ist nicht einfach möglich

Erste Stadtverordnete fordern trotzdem, die Klassenzimmer wieder täglich sauber zu machen. Auch Bürgermeister Golde hat das schon prüfen lassen. Rechtlich ist das aber schwierig. Den Vertrag mit der Firma Stölting so deutlich aufzustocken ist nicht zulässig. „Dann müssten wir ganz neu ausschreiben“, sagt Golde. Aber wie neu ausschreiben, wenn es einen Vertrag bis 2020 gibt?

Der Bürgermeister hofft, dass die Firma das Problem in den Griff kriegt. „Geben Sie uns die Chance, das weiter zu verbessern“, appellierte er am Mittwoch an die Abgeordneten. Sollte die Situation in sechs Wochen noch immer nicht zufriedenstellend sein, könnte die Stadt immer noch entscheiden, wie sie weiter vorgeht.

Von Reyk Grunow

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