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Spaß haben und lernen in den Ferien

Zempow Spaß haben und lernen in den Ferien

Eine Woche lang Dinge entdecken, Spaß haben und nebenbei auch noch etwas lernen – das ist das Ferienprogramm „Ohne Koffer packen“ des Vereins Windpferd in Zempow. Kinder sind den ganzen Tag aktiv – und werden von zu Hause geholt und wieder nach Hause gebracht.

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Nico (11, r.) und Malte (10) beim Turmbau.

Quelle: Björn Wagener

Zempow. Ratsch – scheppernd fällt der Turm zusammen. „Oh, Entschuldigung. Ich bin dagegen gekommen“, sagt der Junge, der gleich neben dem ehemaligen Bauwerk von Nico und Malte Holzstäbe übereinander schichtet und hofft, dass er möglichst hoch kommt, bis das Ganze zusammenfällt. Genau das versuchen alle sieben Kinder gestern in Zempow. Wie sie es anstellen, bleibt ihnen überlassen. Es geht weder um Schnelligkeit noch um einen Sieg, sondern vielmehr um Geschick und die Erfahrung, die nötig ist, um herauszufinden, was einen Turm stabil macht.

Ein einfaches, aber erfolgreiches Konzept

Das ist nur eine von vielen spielerischen Aktionen, bei denen Kinder ab sechs Jahren dieser Tage in Zempow Spaß haben können und ganz nebenbei auch noch etwas lernen. Möglich macht das die Ferienaktion „Ohne Koffer packen“ des Vereins Windpferd, der sich der Stärkung der psychosozialen Gesundheit verschrieben hat. Die Idee ist ebenso einfach wie erfolgreich: Die Kinder werden morgens von Zuhause abgeholt und abends wieder dorthin gebracht. „Das erspart das Kofferpacken“, sagt Kinder- und Jugendpsychotherapeutin Sabine Radert, die diese Art der Freizeitgestaltung für Kinder gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Sozialarbeiterin Christina Napierala, initiiert hat. Unterstützt werden beide von der Honorarkraft Anke Mai. Ferienaktionen habe es schon öfter gegeben, sagt Sabine Radert, aber immer mit Übernachtung, was einen gewissen Aufwand für die Teilnehmer verursachte. Das ist nun anders.

Sabine Radert vom Verein Windpferd mit Therapiepferd Noah

Sabine Radert vom Verein Windpferd mit Therapiepferd Noah.

Quelle: Björn Wagener

In drei sogenannten Modulen, die jeweils eine Woche dauern, bevor die Teilnehmer wechseln, widmen sie sich den jungen Gästen und sorgen für erlebnisreiche, spannende Tage an frischer Luft und in freier Natur. Finanziert werde das Ganze größtenteils über das Sozialraumbudget der Stadt Wittstock. Lediglich 25 Euro müssen die Eltern pro Kind dazugeben.

Die Elemente als Ferienspaß

Die jungen Entdecker kommen aus Wittstock und den Ortsteilen, darunter Goldbeck, Dossow, Berlinchen, Dranse oder Kuhlmühle. Unter dem Motto „Tiere, Natur und Umwelt“ dreht sich alles um die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde – eingebettet in Erfindergeist und Kreativität. So bauen die Kinder zum Beispiel ein Röhrensystem aus Pappe, das Wasser punktgenau in eine Plastikflasche leitet. Auch lernen sie unter anderem das sogenannte Glutbrennen kennen. Mit Hilfe dieser Holzbearbeitung durch Feuer wurden früher Werkzeuge hergestellt. Und wenn das Lagerfeuer schon brennt, können auch Grillwürstchen brutzeln. Die jungen Teilnehmer basteln sich Devilsticks für kleine Kunststückchen oder erfahren bei einer Wanderung zu einer Quelle, wo das Wasser herkommt. Außerdem gibt es Hunde und sechs Pferde auf dem weitläufigen Gelände des Vereins, der sich auf die Reittherapie spezialisiert hat – jede Menge Platz also für alle möglichen Ideen.

„Der Bedarf ist riesig“

Beim Ferienprojekt „Ohne Koffer packen“ bilden jeweils sieben Kinder eine Gruppe, aber die Initiatorinnen hätten noch viel mehr Schüler betreuen können. „Der Bedarf ist riesig“, resümiert Sabine Radert nach einer Plakatwerbung in den umliegenden Dörfern. Deshalb möchten sie und Christina Napierala eine Kooperation mit dem Kreisjugendamt auf die Beine stellen, die ein solches Kinder-Projekt einmal wöchentlich ermöglicht.

Um die Angebote möglichst passend auf die Kinder zuzuschneiden, sollen diese jeweils am Ende der Woche einen Fragebogen ausfüllen, der darüber Auskunft gibt, wie sie die Aktivitäten finden. „Mir macht das Spaß“, sagt Nico. Er und Malte ärgern sich nicht, dass ihr Turm umgefallen ist. Sie fangen einfach wieder von vorn an.

Von Björn Wagener

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