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Spekulation über Betrieb der Awo-Kitas

Rheinsberg Spekulation über Betrieb der Awo-Kitas

Seit etwa 20 Jahren betreibt die Arbeiterwohlfahrt die Kindergärten in Rheinsberg und Umgebung. Nun sollten die Stadtvertreter überlegen, ob es nicht besser wäre, wenn die Kommune selbst diese Aufgabe übernehmen würde. Das fordert der Rheinsberger SDP-Fraktionsvorsitzende Sven Alisch. Die Awo reagierte entsetzt.

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Die Awo betreibt unter anderem die Flecken Zechliner Kita.

Quelle: Aniol

Rheinsberg. Sollen die Kindergärten in Rheinsberg, Flecken Zechlin und Zechlinerhütte weiter von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) betrieben werden? Oder sollte die Stadt doch lieber selbst die Trägerschaft für die vier Kitas und einen Hort übernehmen? Sven Alisch von der SPD fordert jetzt die Rheinsberger Stadtverordneten auf, sich darüber Gedanken zu machen. Schließlich laufe Ende des Jahres der Vertrag mit der Awo aus und die Stadt betreibe ohnehin zwei Kitas.

Diese Überlegung sei „legitim“, sagt Rheinsbergs Vize-Bürgermeister Andreas Neubert. Allerdings warnt er vor allzuschnellen Urteilen. „Es gibt so viele Unbekannte in dieser Rechnung.“ Denn die Stadt müsste nicht nur das Kita-Personal übernehmen und dafür Sorgen, dass genügend Erzieher in einer Zeit des Pädagogenmangels da sind. Sie müsste sich auch um Kita-Beiträge, Lohnzahlungen und Sozialabgaben kümmern. „Wir müssten dann auch bei der Verwaltung unsere Kapazitäten erweitern.“ Wie aufwendig das für die Stadt wäre, das sei schwer zu beziffern. „Und einen Grund, an der Trägerschaft etwas zu ändern, haben wir nicht wirklich.“ So läuft die Zusammenarbeit gut, es gibt keine Kritik an der Arbeit der Awo.

„Das wäre ein Schlag ins Kontor“

„Für uns wäre das ein Schlag ins Kontor“, kommentiert Michael Sachs die Idee, dass die Stadt die Awo-Kitas übernehmen sollte. Der Wegfall von Einrichtungen in dieser Größenordnung wäre für die gemeinnützige Sozialgesellschaft „eine Katastrophe“, so der Geschäftsführer des Awo-Kreisverbandes OPR. Zumal es aus seiner Sicht kaum nachvollziehbare Gründe für den Wechsel nach 20 Jahren gibt. So stehe die Awo bei der pädagogischen Arbeit in Rheinsberg und Umgebung gut da. „Alle unsere Kitas sind zertifiziert, das ist nicht selbstverständlich. Ich weiß nicht, ob ein kommunaler Träger einen solchen Standard bieten kann.“ Auch bei der Absicherung der Öffnungszeiten sei die Awo im Vorteil. „Wir mussten noch nie eine unserer Einrichtungen zumachen.“ Sachs spielt dabei auf die Schließung der Kita in Dorf Zechlin wegen Krankheit an (die MAZ berichtete). Lediglich bei der Bezahlung steht die Awo schlechter da. Vor etwa 17 Jahren sei der Betreiber dem allgemeinen Trend gefolgt und habe das Kita-Personal niedriger als die Kommunen eingruppiert, um auf dem Markt bestehen zu können, so Sachs.

Awo will künftig Personal wieder besser bezahlen

Angesichts des Fachkräftemangels strebe die Awo nun wieder eine bessere Bezahlung an. Damit sich diese an den Lohn der Mitarbeiter in den kommunalen Kitas annähert, sei aber Rheinsberg gefragt. Sachs will demnächst mit der Stadt darüber reden, ob sie den Zuschuss für die Awo-Kitas nicht erhöhen kann. „Das Betreiben einer Kita macht viel Arbeit“, resümiert Sachs. „Die Stadt sollte es sich gut überlegen, ob sie das machen will – und gut machen kann.“

Von Celina Aniol

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