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Spendenaufruf für Papierfabrik Hohenofen

Deutsche Stiftung Denkmalschutz Spendenaufruf für Papierfabrik Hohenofen

Die in der Denkmalliste des Landkreises Ostprignitz-Ruppin aufgeführte und damit geschützte frühere Papierfabrik Hohenofen findet dank eines Beitrages im Magazin „Monumente“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz derzeit bundesweite Beachtung. Es handelt sich um einen Spendenaufruf, um die notdürftig gesicherte Anlage weiter zu retten.

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Im Mai dieses Jahres wurden erneut Teile des Daches gesichert. Mit Hilfe von Spenden soll es schon demnächst weitergehen.

Quelle: Matthias Anke

Hohenofen. Mit einem fünfseitigen Beitrag widmet sich die aktuelle Ausgabe des Magazins „Monumente“ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz allein der maroden Papierfabrik Hohenofen. Der Artikel in dem Heft, das bundesweit erscheint, ist unter der Rubrik „Denkmal in Not“ ein einziger Spendenaufruf zur Rettung dieses laut der Autorin „wertvollen technischen Denkmals“ beziehungsweise „Denkmals der Industriegeschichte“. Zugleich wird der diesjährige bundesweite Tag des offenen Denkmals, der Sonntag, 13. September, damit beworben.

Die Historie dieses Hohenofener Bauwerks wird kompakt, aber doch detailliert nachvollzogen. Zu Wort kommen auch frühere, noch heute in der Region lebende Beschäftigte dieser mit dem 3. Oktober 1990 geschlossenen Firma. So etwa Dirck Schymiczek, der gerade seine Ausbildung beendet hatte. „Damals ist hier alles zusammengebrochen, nicht nur die Fabrik“, sagt er mit Blick auf seine plötzlich 140 arbeitslosen Kollegen von einst.

Schon einmal gab es einen solchen Einschnitt an diesem historischen Industriestandort: Der 1663 erbaute „Hohe Ofen“ zur Verhütung von Raseneisenstein wurde bald nur noch genutzt, um antransportiertes Silbererz zu schmelzen und anschließend wegen Unwirtschaftlichkeit 1833 geschlossen zu werden. Ein halbes Jahrzehnt später aber nahm dann die Papierfabrik ihre Arbeit auf. Über die nahe Dosse zur Havel gab es einen Verkehrsweg für Rohstoffe wie auch Produkte bis nach Brandenburg, Potsdam und Berlin.

Am Dach gab es schon Reparaturen

Im Jahr 2003 wurde das zusehends verfallende Hohenofener Werk als technisches Denkmal in die Denkmalliste des Landkreises Ostprignitz-Ruppin eingetragen. Im selben Jahr übernahm der Verein „Patent-Papierfabrik Hohenofen“ die Trägerschaft, um diese Anlage zu pflegen und zu erhalten. Sie gilt nach Vereinsangaben als die einzige historische, komplett erhaltene Papierproduktionslinie in Deutschland und wohl auch Europa.

Es folgten Dachreparaturen im Wert von 50 000 Euro, gefördert aus dem Denkmalprogramm III des Bundes und dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Vieles aber geschah als Eigenleistung, so auch erst wieder im Mai dieses Jahres. Zudem sicherten Teilnehmer der Jugendbauhütte Brandenburg/Berlin der Stiftung Denkmalschutz ein auf dem Fabrikgelände stehendes historisches Fachwerkhäuschen.

„Als Zentrum für Papier könnte Hohenofen ein Bildungs- und Arbeitsort für Papierkünstler und andere Fachleute werden, die mit Papier arbeiten“, so die Vereinsvorsitzende Ute Fürstenberg zum Monumente-Magazin. Weil dafür aber mit den Sicherungsarbeiten laut der Stiftung Denkmalschutz „unbedingt fortgefahren“ werden muss, beteiligt sie sich noch in diesem Jahr mit 13 000 Euro.

Produktionslinie ist fast vollständig erhalten

„Die Produktionslinie ist fast vollständig erhalten, so dass man in Hohenofen das Prinzip und den Beginn der industriellen Papierherstellung sehr gut nachvollziehen kann“, heißt es. Für die Leute in der Region „wäre es eine große Freude, wenn ihre ehemalige Arbeitsstätte wieder eine Zukunft hätte (...) Damit sie sie noch ihren Enkeln zeigen können, damit Papiermacher von heute einen Einblick bekommen, wie mühsam die Herstellung früher war“.

Alle Angaben zum Spendenkonto der Denkmalschutzstiftung sind zu finden unter www.monumente-online.de im Beitrag „Zerhackt, gemahlen und gekocht“.

Zum Tag des offenen Denkmals ist die Papierfabrik am 12. und 13. September jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Am Sonntag beginnen um 11 und um 14 Uhr Führungen mit dem Papierhistoriker Klaus Bartels. Der Eintritt ist frei.

Von Matthias Anke

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