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Ostprignitz-Ruppin Spiel mit dem Feuer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Spiel mit dem Feuer
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00:17 10.05.2017
Die Buskowerin Hildegard Oelke ist immer wieder aufs Neue von der Ästhetik der Rakutechnik begeistert. Quelle: Fotos (5): Cornelia Felsch
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Buskow

Mit geröteten Wangen steht Hildegard Oelke an ihrem Brennofen und schaut durch die Öffnung in der Abdeckung. „In zehn Minuten geht es los“, ruft sie durch den Garten, in dem sich Besucher verteilt haben, um die Sonne, den Kaffee oder die heiße Kartoffelsuppe zu genießen. Schnell versammeln sich die Schaulustigen um den geöffneten Brennofen, aus dem die Tonkünstlerin und ihre Freundin Regina mit Eisenzangen die Gefäße heraus holen. Schnell werden die glühenden Schalen in eine Metallschüssel mit Sägespäne befördert. Augenblicklich schießen die Flammen empor, die Sägespäne haben sich sofort entzündet und werden schnell mit weiteren Spänen abgedeckt und erstickt.

Während in den Dörfern die männlichen Bewohner auf ihren Rasentraktoren ihre Runden drehen, sind die Kunstliebhaber an diesem Wochenende auf dem Brandenburger Land unterwegs, um in Galerien und Ateliers zu stöbern. Insgesamt beteiligten sich 550 Ateliers mit rund 750 Künstlern an der Aktion „Offene Ateliers“, um die Vielfältigkeit ihrer Kunstwerke zu zeigen.

Experiment mit dem Feuer

Der Rakubrand, der auf dem Hof des Ehepaars Oelke in Buskow gerade für Spannung sorgt, ist schon etwas ganz Besonderes. Die glasierte Keramik wird im Ofen gebrannt und glühend heiß herausgenommen. Durch den Temperaturschock bilden sich feine Risse in der Glasur. Unter den Sägespänen wird die Sauerstoffzufuhr unterbunden und es kommt zu einer Nachreduktion. So entstehen die verschiedenen Farbtöne in der Glasur. Nicht glasierte Stellen erhalten durch den sich einlagernden Kohlenstoff eine graue bis schwarze Farbe. „Für mich ist besonders der Prozess des Arbeitens spannend“, sagt die ehemalige Kunstlehrerin, die vor vielen Jahren die Leidenschaft zur Keramik entdeckte. Der Ruhestand ermöglicht es ihr, das Hobby nun intensiver zu betreiben – mit Glasuren und Ton zu experimentieren. Einmal im Jahr besuchen die Freundinnen eine Töpferwerkstatt, um sich weiterzubilden und neue Techniken auszuprobieren. Im vergangenen Jahr nahm Hildegard Oelke erstmals am landesweiten Atelier-Tag teil. Das Ehepaar Weber aus Langen gehört zu ihren Stammgästen. Die interessanten Glasuren und die Formen der Gefäße haben es ihnen angetan. „Unsere Kinder bekommen zu besonderen Gelegenheiten einen Gutschein, dann können sie sich hier selbst ein schönes Stück aussuchen.“
Der Weg nach Lichtenberg führt an der alten Schäferei vorbei. Dort erwarten die Keramikerin Ursula Zänker und der Maler und Bildhauer Matthias Zágon Hohl-Stein die kunstinteressierten Besucher. Tee und Gebäck stehen vor der Werkstatt bereit. Das Waldstück vor den Werkstätten wird von Skulpturen aus Stahl und Holz bevölkert. Die metallenen Fische am Eingang zum

Matthias Zágon Hohl-Steiin mit seinem Jahresfisch in der Alten Schäferei bei Karwe. Quelle: Cornelia Felsch

Wohnhaus des Künstlers glänzen in der Sonne, sie gehören zu den neuesten Schöpfungen. „Es sind meine Jahresfische. „2015 war noch ein gutes Jahr, der Fisch steht unter dem Zeichen des Sonnengottes“, sagt der Künstler. Aber die Zeiten werden schwieriger und vertrackter. „Wir können nur hoffen, dass wir mit dem roten Faden der Ariadne wieder herausfinden aus dem weltweiten Dilemma“, sagt Hohl-Stein und blickt versonnen auf Theseus und den Minotaurus, die den Jahresfisch 2016 krönen. Beate Raffel zeigt in Lichtenberg ihre Tierporträts , gegenüber eröffnen Josefine und Luise Leuschner die Ausstellung des Berliner Künstlers Christoph von Lengerkes. Seine Kunstwerke entstehen beim Spiel mit dem Feuer. In der Küche entfaltet Frank Buthmann vom Kleinen Haus Linum wie in jedem Jahr seine kreativen kulinarischen Ideen.

Von Cornelia Felsch

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