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Spielkreise statt Kita

Kinderbetreuung in Ostprignitz-Ruppin Spielkreise statt Kita

Um Flüchtlingskinder so früh wie möglich integrieren zu können, sollen in Ostprignitz-Ruppin sechs sogenannte Spielkreise in der Nähe von Übergangswohnheimen eingerichtet werden. Dabei handelt es sich um Eltern-Kind-Gruppen mit maximal 15 Kindern und einer pädagogischen Fachkraft. Drei der Spielkreise sollen in Neuruppin entstehen, zwei in Rheinsberg.

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Im einstigen Mutter-Kind-Heim in Wusterhausen soll zum 1. September eine Kita mit 50 Plätzen eröffnet werden.

Quelle: André Reichel

Neuruppin. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin will neue Wege beschreiten, um Flüchtlingskinder möglichst früh integrieren und zugleich der Rechtsanspruch auf Betreuung erfüllen zu können. Zwar werden viele Mädchen und Jungen, die mit ihren Eltern in der Region zumindest vorübergehend eine neue Heimat gefunden haben, schon in den 83 bestehenden Kitas der Region untergebracht. Doch immer mehr Einrichtungen stoßen inzwischen an ihre Kapazitätsgrenze.

Vor allem in Rheinsberg und Wusterhausen fehlen Plätze

„Vor allem in Rheinsberg und Wusterhausen ist es eng“, sagt Andreas Liedtke, Jugendamtsleiter in Ostprignitz-Ruppin. Deshalb will der Landkreis nun sechs, sogenannte Spielkreise für insgesamt 90 Kinder einrichten. In den Spielkreisen sollen Mädchen und Jungen von null bis sechs Jahren betreut werden – von den Eltern sowie einer Kita-Erzieherin je Spielkreis. In diesen sollen die Eltern gleich über das deutsche Bildungs- und Betreuungssystem beraten werden. Zugleich können sich die Kinder im Spielkreis zusammen mit ihren Eltern mit der neuen Umgebung auseinandersetzen und vertraut machen. „Das ermöglicht eine Inte­gration von Kindern und Eltern“, so Liedtke. Der Erzieher, der sechs Stunden täglich in der Woche da sein wird, soll hauptsächlich beratend im jeweiligen Spielkreis tätig sein. Der Kreis plant, drei Spielkreise in Neuruppin und Umgebung einzurichten sowie zwei in Rheinsberg. Wo genau die Spielkreise entstehen sollen, das ist noch nicht ganz klar. Am liebsten wäre es dem Jugendamt, wenn dafür Räume in der Nähe von Übergangswohnheimen und Wohnverbünden genutzt werden können. „Wir werden keinen eigenen Fahrdienst für Flüchtlingskinder organisieren“, betonte Amtsleiter Liedtke. Das werde für deutsche Kinder schließlich auch nicht getan. Sobald Plätze in regulären Kitas frei sind, sollen diese dann genutzt werden.

Unübersichtliche Situation für das Jugendamt

Unklar ist, wie viel zusätzliche Plätze in Kitas und Spielkreisen eigentlich benötigt werden. Denn niemand weiß, wie viele Flüchtlinge in diesem Jahr in Ostprignitz-Ruppin untergebracht werden sollen. Offen ist ebenfalls, wie viele Kinder darunter sein werden. Lediglich in einem Punkt sind sich Experten einig: Das Gros der Menschen, die der Landkreis in diesem Jahr aufnehmen wird, wird wohl als Asylbewerber anerkannt. Sie erhalten damit ein längeres Bleiberecht. Flüchtlinge, deren Asyl­antrag kaum Aussicht auf Erfolg hat, sollen von der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt gar nicht erst auf die Landkreise verteilt werden. Vorrangig kommen derzeit geflüchtete Menschen aus Syrien nach Ostprignitz-Ruppin.

Gleichwohl will nicht jede Familie, die es bis nach Deutschland geschafft hat, ihr Kind auch in eine Kita geben. „Es gibt Eltern, die wollen ihre Kinder lieber selbst betreuen“, sagt Sigrid Nau. Diese Erfahrung hat die CDU-Kreistagsabgeordnete, die selbst Kita-Erzieherin ist, gerade in Neustadt (Dosse) gemacht. Dort hatte eine Kita Flüchtlingsfamilien mit ihren Kindern zu sich eingeladen. Die Situation für das Jugendamt ist also unübersichtlich.

Neue Kita im einstigen Mutter-Kind-Heim geplant

Um auf alle Situationen vorbereitet zu sein, soll neben den sechs Spielkreisen im einstigen Mutter-Kind-Heim in Wusterhausen zum 1. September eine Kita mit bis zu 50 Plätzen aufmachen. Je zehn sind dabei für die Krippe und den Hort gedacht. Wer die Kita betreiben wird, die über eine Nutzfläche von 440 Quadratmetern auf zwei Etagen verfügt, ist offen. Der Landkreis werde es nicht sein, sagte Amtsleiter Liedtke. Vielmehr bereitet die Verwaltung gerade ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren vor. Der Jugendhilfeausschuss entscheidet danach, wer den Zuschlag erhält.

Von Andreas Vogel

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