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Sport als Lebensretter

Neuruppin organisiert die 8. Regatta „Rudern gegen Krebs“ als Hilfe für Tumorpatienten Sport als Lebensretter

Am 5. September rudern Dutzende Mannschaften vor dem Neuruppiner Bollwerk um die Wette. Bei dem Rennen geht es nicht allein um den sportlichen Wettkampf. Viel mehr geht es um Geld: Um Geld für Sportprojekte für Patienten mit Krebs. In ganz Deutschland gibt es “Rudern gegen krebs“ inzwischen. Kaum irgendwo ist die Aktion so erfolgreich wie in Neuruppin.

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Fast 100 Teams sind im vergangenen Jahr in Neuruppin an den Start gegangen. Auch Patientenboote fahren mit.

Quelle: Foto: Peter Geisler

Neuruppin. Dass die Benefizaktion derart erfolgreich werden würde, hatte vor acht Jahren wohl niemand gedacht. Damals startet die erste Regatta „Rudern gegen Krebs“ am Neuruppiner Bollwerk. Die Neuruppinerin Kerstin Stoytchin hatte von der Hilfsaktion gehört, die die Stiftung Leben mit Krebs zwei Jahre zuvor in Mainz zum ersten Mal auf die Beine gestellt hat. Kerstin Stoytchin wusste durch ihre Arbeit in der Hauskrankenpflege, wie wichtig Bewegung und Sport für Menschen mit einer Tumorerkrankung sein können. In Mainz waren 2005 zum ersten Mal Boote zu einem Rennen gestartet, bei dem es um die Förderung von Bewegungsprojekten... für Krebspatienten ging. Kerstin Stoytchin fand die Idee Klasse. Mit einigen Neuruppinern ist sie nach Hessen gefahren und hat sich das Rennen angesehen. 2007 haben die Neuruppiner selbst eins organisiert und seitdem jedes Jahr. Auch andere Städte haben die Idee der Stiftung Leben mit Krebs aufgegriffen: Berlin, Bremen, Kiel zum Beispiel. Doch Neuruppin schlägt selbst Großstädte: Kaum irgendwo ist die Benefizregatta derart erfolgreich wie hier.

Antje Schulz vom Neuruppiner Ruderclub ist schon ein bisschen schwindelig, wenn sie an das große Rennen denkt, das in diesem Jahr am 5. September vor dem Neuruppiner Bollwerk stattfinden soll. Mehr als 70 Mannschaften hatte ihre Anmeldung bis zum Wochenende abgegeben. Offiziell endet die Meldefrist mit dem 30. Juni. „Viele kommen auf den letzten Drücker. Das war auch in den vergengenen Jahren so“, sagt die Chefin des Neuruppiner Ruderclubs. Wie viele Teams es letztlich wirklich sind, kann sie noch nicht genau sagen. Im vergangenen Jahr hatten sich für Neuruppin 104 Mannschaften gemeldet, 97 gingen letztlich an den Start. Für die Organisatoren eine echte Herausforderung.

58 Regatten in 19 Städten hat die Stiftung Leben mit Krebs in den vergangenen zehn Jahren mitorganisiert. Etwa 15 000 Ruderer haben dabei mitgemacht. Damit ist Rundern gegen Krebs „eine der größten Massenbewegungen im Breitensport“, ist Susanne von Schellenberg überzeugt, die die Regatten für die Stiftung koordiniert.

Bei der Regatta geht es auch um den sportlichen Wettkampf – vor allem aber geht es um Geld. Jedes Team aus vier Ruderern zahlt eine Anmeldegebühr von 300 Euro ein. Zusammen mit Sponsorengeld und weiteren Spenden wird die gesammelte Anmeldegebühr benutzt, um damit Bewegungsprojekte für Krebspatienten zu finanzieren. Das Geld aus Neuruppin fließt dabei nicht in einen anonymen Topf, sondern bleibt in der Region. Es geht an den Verein Onkologischer Schwerpunkt Nordwest und über ihn in Sportangebote in Ostprignitz-Ruppin, in der Prignitz und in Oberhavel. Im vergangenen Jahr kamen nach Abzug der Kosten rund 22 000 Euro zusammen, sagt Stephan Michelis, der das Projekt Rudern gegen Krebs für den onkologischen Schwerpunkt betreut.

Für den Neuruppiner Ruderclub bedeutet die Regatta viel Arbeit. Jede Mannschaft sollte vor dem Start am 5. September wenigstens drei Trainingseinheiten bekommen, damit die meist wenig erfahrenen Ruderer auch mit ihren Booten klarkommen. Im Juli und vor allem im August dreht sich im Ruderclub fast alles nur noch um die Regatta. Gut 20 Trainer des Ruderclubs sind bis Anfang September im vollen Einsatz. „Aber alleine könnten wir das gar nicht schaffen“, sagt Antje Schulz. Zum Glück helfen die Alt Ruppiner Ruderer mit, das Training zu organisieren, außerdem etliche andere Vereine. Die Hauptlast trifft trotzdem die Neuruppiner. Antje Schulz muss aufpassen, dass bei allen Vorbereitungen ihre eigenen Vereinsmitglieder nicht zu kurz kommen. Auch der Ruderclub verfügt nur über begrenzte Möglichkeiten. Wenn alle Boote fürs Rudern-gegen-Krebs-Training auf dem Wasser sind, kann niemand sonst rudern. Die 100 Anmeldungen im vergangenen Jahr hat die Organisatoren schon an ihre Grenzen gebracht. Andererseits hilft die Regatta dem Ruderclub auch. Viele kommen beim Training für die Benefizregatta auf den Geschmack und wollen öfter rudern als nur einmal im Jahr. „Wir waren immer so um die 100 Mitglieder“, sagt Antje Schultz: „Jetzt sind wir etwa 150.“ Rudern gegen Krebs hilft nicht nur den Patienten.

Kontakt: Alle Informationen zur Regatta „Rudern gegen Krebs“ am 5. September und das Programm gibt es unter www.neuruppinerruderclub.de im Internet.

Von Reyk Grunow

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