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„Spuren der Geschichte sichern“

Pläne vom Bombodrom „Spuren der Geschichte sichern“

Die Wittstocker Museumschefin Antje Zeiger hat kürzlich die Pläne des riesigen Tanklagers auf dem Bombodrom gesichert. Fast 30 Millionen Liter Treibstoffe konnten dort untergebracht werden. Die Museumschefin würde gerne auch architektonische Geschichtszeugnisse auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz sichern.

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Antje Zeiger mit dem Puzzle: Jeder weiße Punkt ein Tank.

Quelle: Bihler

Wittstock. Eine Havarie an der Ölpipeline zwischen Dranse und dem Bombodrom hätte ein riesiges Ausmaß annehmen können: Auf einer Fläche, die rund fünf Hektar umfasst hatte, waren rund 500  Tanks vergraben, die jeweils 60 Kubikmeter umfassten: Dort lagerten bis zu 30 Millionen Liter Benzin und Diesel: Ein Brand an der Pipeline, der durch Funkenschlag der Dampfloks am Dranser Bahnhof hätte ausgelöst werden können, hätte sich bis zum Tanklager fortsetzen können.

Erst 2004 begann die Bundeswehr mit der Bergung der Tanks. „Leere Tanks“ sollten hinterlassen werden, lautete die Forderung des Bundes an die Sowjettruppen vor dem Abzug: Auf vielen ehemaligen Armeegeländen hatte die Westgruppe diese Forderung durch Ablassen der Tanks erfüllt. So war unklar, welche Altlasten sich auf dem Gelände des riesigen Tanklagers verbergen würden: Leere Tanks? Lecke Tanks?

Damals vermeldete die Bundeswehr in Zeitungsinterviews, dass nur geringfügige Verunreinigungen mit Treibstoffen in der nächsten Umgebung des Lagers zu finden waren. Viele der Tanks wurden mit dem Schweißbrenner für den Abtransport ins Altmetall zerschnitten. Einige der stählernen Ungeheuer wurden später als Löschwassertanks entlang des ehemaligen Bombodroms wieder vergraben.

Einen Teil des Plans des ehemaligen Tanklagers hat nun die Leiterin der Museen Alte Bischofsburg in Wittstock Antje Zeiger für das Museum bei einer Begehung des Geländes sicherstellen können. Nur rudimentär waren die Tankanlagen auf Filzplatten eingezeichnet, Leitungen sind zumindest heute nicht mehr sichtbar. In nächster Zeit sollen die einzelnen Stücke des Plans wieder zusammengepuzzelt werden – und für eine künftige Ausstellung konserviert werden.

Geht es nach der Museumschefin, sollten noch viel mehr Spuren auf dem Platz gesichert werden: „Der Platz ist - weil nicht öffentlich zugänglich - im Bewusstsein der Menschen nicht vorhanden. Dennoch ist er ein Stück DDR-Geschichte, der die Region geprägt hat.“ Die meisten Gebäude sind inzwischen abgerissen, viele vom Verfall gezeichnet. Antje Zeiger: „Dennoch sollte überlegt werden, inwieweit mit möglichst geringem Aufwand solche architektonischen Spuren erhalten werden können, die die Verkehrssicherung auf dem Platz nicht beeinträchtigen.“

Von Claudia Bihler

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