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Stabsmusikkorps im Takt

Neuruppin Stabsmusikkorps im Takt

Beim 13. Benefizkonzert tobte das Publikum in der Neuruppiner Pfarrkirche vor Begeisterung. Das Stabsmusikkorps der Bundeswehr exerzierte musikalisch mit Pauken, Hörnern und Trompeten. Gemeinsam mit den Schülern der Kreismusikschule absolvierten die Musiker den Höhepunkt mit Auszügen aus „Carmina Burana“.

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Rund 100 Musiker brachten die Neuruppiner Kulturkirche zum Klingen. Gemeinsam musizierten das Stabsmusikkorps und das Musikschulorchester. Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Er ist eigentlich offiziellen Anlässen vorbehalten – bei Staatsbesuchen und Gelöbnissen schmettert das Stabsmusikkorps der Bundeswehr den Defiliermarsch von Carl Faust. Am Freitag eröffneten die Musiker mit dem bekannten Armeemarsch, der 1855 komponiert wurde, das 13. Benefizkonzert in der Neuruppiner Kulturkirche. Die Konzerte der Militärmusiker, die maßgeblich vom Neuruppiner Rotary Club organisiert und von der Märkischen Allgemeinen präsentiert werden, sind mittlerweile eine Tradition und sorgen alljährlich für eine gut gefüllte Pfarrkirche.

Der Defiliermarsch war im 19. Jahrhundert der Parademarsch des 24. Infanterieregiments Großherzogs Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin. Für ihn wurde damals die Friedrich-Franz-Kaserne gebaut. „Der Marsch war hier heimisch und passt deshalb besonders gut in die Garnisonsstadt Neuruppin“, sagte der Leiter des Staatsmusikkorps, Oberstleutnant Reinhard Kiauka zu Beginn des Konzerts. Eine besondere Überraschung gab es an diesem Abend für den Konzertbeauftragten des Neuruppiner Rotary Clubs, Thomas Weber, der diesen Job nun an seinen Nachfolger abgibt. „Ihm wollen wir diesen Marsch jetzt widmen, als Dank für die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren“, sagte Reinhard Kiauka.

Mit verbundenen Augen lässt Manuel Kustermann in rasantem Tempo die Schlägel über das Xylophon sausen

Mit verbundenen Augen lässt Manuel Kustermann in rasantem Tempo die Schlägel über das Xylophon sausen.

Quelle: Cornelia Felsch

Natürlich steht das Stabsmusikkorps für Marschmusik, weshalb Märsche an diesem Abend nicht fehlen durften. Doch im Anschluss ging es zunächst klassisch weiter mit Richard Wagners Meistersinger-Vorspiel. In den Augen des Oberstleutnants ein wahres Meisterwerk des genialen Komponisten, dessen Aufführung man bei den Bayreuther Festspielen unbedingt erleben sollte. „Aber nehmen Sie sich ein Sitzkissen mit, denn die Bänke dort sind sehr hart und Sie müssen über vier Stunden durchhalten.“

Das Programm des Stabsmusikkorps in Neuruppin war zum Glück kürzer und auch abwechslungsreicher. Auch die Dirigenten wechselten sich ab. Hauptmann Tobias Wunderle übernahm nun das Dirigat. Es folgte der Stadion-Marsch von Otto Wagner. Wer zum Fußball-Pokalfinale am 27. Mai nach Berlin fährt, kann dieses Highlight ganz sicher noch einmal erleben. Es dröhnt in den Ohren und man hat besonders in den vorderen Reihen das Gefühl, sich am Stuhl festhalten zu müssen, um nicht von der Wucht der Musik mitgerissen zu werden. Doch auch das Publikum bewies an diesem Abend, dass die Neuruppiner begeisterungsfähig sind; der junge Hauptgefreite Manuel Kustermann erhielt tosenden Applaus für sein Xylophon-Solo, das er schließlich noch einmal mit verbundenen Augen wiederholte.

Kreismusikschüler eröffnen den zweiten Konzertteil

Unterhaltsam ging es nach der Pause weiter – zunächst allerdings mit den jungen Musikern der Kreismusikschule Ostprignitz-Ruppin und ihrem „My Fair Lady“-Potpourri. Bereits seit einigen Jahren bestreiten Schüler und Bundeswehrmusiker gemeinsam das Programm des Benefizkonzerts, das diesmal zu Gunsten junger Musiker aus Neuruppin und Umgebung stattfand. Ein Anliegen, das besonders dem derzeitigen Rotary-Präsidenten Peter Neiß am Herzen liegt. Deshalb möchte er in seiner Amtszeit Kulturprojekte mit jungen Menschen besonders fördern.

Im großen gemeinsamen Finale vereinten sich in mittelalterlicher Manier derber Spaß und sittlicher Ernst mit Carl Orffs „Carmina Burana“. „Wir schrecken vor nichts zurück“, sagte Reinhard Kiauka und ließ zur Musik die Bierbembel klingen. Klatschend, jubelnd und im Takt wippend verabschiedete sich das Publikum von den Musikern, die nach zweistündigem Konzert den Fehrbelliner Reitermarsch in den Saal schmetterten.

Von Cornelia Felsch

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