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Ostprignitz-Ruppin Stacie Collins und Band im Kornspeicher
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stacie Collins und Band im Kornspeicher
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00:17 06.10.2016
Volle Kraft voraus: Was die Band in zwei Konzert-Stunden leistet, ist schweißtreibend. Quelle: Buddeke
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Alt Ruppin

Die Lady auf dem Feuer-Stier: Auf ihrem zweiten Album „Sometimes Ya Gotta“ reitet Stacie Collins, das Mädchen mit wehendem Haar und Cowboyhut, mit leichter Hand das sich aufbäumende Tier, beide stehen in Flammen. Das trifft vielleicht ganz gut, was einen Auftritt von Stacie Collins so besonders macht. Am Sonnabend war sie im Kornspeicher Neumühle zu erleben, mit brandneuen Songs ihres Albums „Roll the dice“.

Noch sitzt das Publikum – das wird sich ändern. Quelle: Regine Buddeke

„Ihr werdet es nicht bereuen – und bekommt richtig was auf die Ohren“, verspricht Gastgeber Manfred Neumann den 150 Zuhörern zu Beginn. Und das ist nicht gelogen: Von der ersten Sekunde an legt die Frau eine Bühnenperformance hin, die sich gewaschen hat. Die Bluesharfe heult einmal auf, dann geht es los, ohne Rücksicht auf Verluste. Stacie Collins ist ein Energiebündel par excellence, sie steht keine Minute still, stemmt den Mikroständer in die Höhe, lässt das Mikro am Kabel kreisen wie ihr Haar beim Headbangen. Sie hüpft und misst mit großem Schritt die Bühne ab, sie geht tief in die Knie, wenn sie ihre Mundharmonika ausquetscht wie eine Zitrone.

Bis die Haare fliegen – die Show ist schweißtreibend. Quelle: Regine Buddeke

Sie kann auch sexy – das zeigen schon die Glitzerwimpern und der Schimmer auf den nackten Schultern. Sie schwingt die Hüfte wie beim Tabledance, kickt das Bein a la Cancan, girrt ihre Jungs an. Aber richtig tief schaut sie nur ihrem Bassisten in die Augen – Ehemann Al, mit dem sie schon seit vielen Jahren verheiratet ist und mit dem gemeinsam sie ihre starken Songs schreibt, die eine gelungene Symbiose aus Rock’n Roll, Blues und Country sind. Letzterer kommt nicht zu kurz, schon allein die coolen Cowboyboots, der gebogene Stetson auf dem Kopf, ihr Markenzeichen, zeigen, dass Stacie Collins nicht nur die Rockröhre mit Sexappeal, sondern auch das nette Mädchen von nebenan und ein Cowgirl ist. Ein gut gelaunter, amerikanischer Traum, mit breitem, ansteckenden Lächeln. „Yeah ... all right ... okay“, ruft sie. Mit einer Stimme, die sich nicht versteckt. Und nicht verstecken muss. Sie reißt die Leute mit – und von den Stühlen. Einmal mehr muss man sich fragen: Warum stehen die überhaupt da? Abgesehen davon, dass etliche schön aussehen. Aber wenn Stacie über die Bühne fegt, will ohnehin kaum einer sitzen. Schon nach der Pause sind die Stuhlreihen vorn ziemlich leer. Es wird getanzt: vorne, hinten, im Gang.

Die Lady mit dem Cowboyhut. Quelle: Regine Buddeke

Stacie Collins wischt sich zwischendurch kurz mit einem Schal, der am Mikro baumelt, den Schweiß ab und versprüht weiter ihr Dynamit. Sie holt alles aus sich und ihrer Stimme, ihrer Bluesharfe heraus. Ab und an kommt eine Ballade zum Luftholen. Etwa das Lied, in dem sie eine Liebesgeschichte erzählt, es könnte die ihrer Eltern sein, sagt sie. Das Mädchen ist Kellnerin, er ist ein Truckfahrer, der ins Lokal kommt, das Mädchen sieht und ... „dimmm“, zirpt Stacie Collins wie eine Maultrommel und singt den schönen country-angehauchten Song. „Das ist eine wahre Geschichte“, sagt sie auf amerikanisch und lacht. Zwei Stunden sind ratzfatz vorbei, mit einem tiefen Kniefall holt sie den letzten Ton aus ihrer Bluesmundharmonika und dann bricht der Sturm im Zuschauerraum los, dass der Boden bebt – wie kurz zuvor noch wegen der Musik. Die Band ist erschöpft, zweifellos. Aber ohne Zugaben lassen die Neuruppiner sie nicht gehen.

Stacie Collins singt auch ab und an Rockballaden. Quelle: Regine Buddeke

Tipp: Das nächste Konzert im Kornspeicher ist am 4. November um 20 Uhr – mit dem Folk-Pop-Quartett Dagefoer.

Von Regine Buddeke

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