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Ostprignitz-Ruppin Stadt feierte mit historischem Spektakel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stadt feierte mit historischem Spektakel
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16:19 02.07.2017
Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann (r.) übergab Ortsvorsteher Manfred Engel die Stadtrechte. Quelle: Christian Bark
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Freyenstein

Das diesjährige Freyensteiner Stadtfest hatte gleich zwei wichtige Jahrestage zum Thema. Zum einen feierten die Einwohner das zehnjährige Bestehen des Archäologischen Parks, der sich seit seiner Gründung zu einem Besuchermagnet für die Region entwickelt, zum anderen die Verleihung der Stadtrechte vor 730 Jahren. Die ermöglichten der Grenzstadt, die 1287 neben der auf dem heutigen Archäopark liegenden zerstörten alten Stadt neu gegründet wurde, einen rasanten Aufstieg.

Beim Spektakel ging es abenteuerlich zu – Kampfszenen durften da nicht fehlen. Quelle: Christian Bark

Um das gekonnt in Szene zu setzen, hatten seit Januar an die 20 Freyensteiner ein Theaterspektakel auf die Beine gestellt, das die Ereignisse von damals auf fantastische Weise wiedergab. Es war die Fortsetzung einer ganzen Reihe abenteuerlicher Theaterstücke aus der Feder von Stefan Lischnewski. Der Vorsitzende des Feyensteiner Fördervereins ist selbst begeisterter Mittelalterfan und schlüpft unter anderem als „Ritter Stefan“ gern mal in historische Rollenbilder, wie er sagte. „Schön ist, dass auch so viele Kinder und Jugendliche mitgemacht haben“, freute sich Stefan Lischnewski, der in diesem Spektakel den Freiheitskämpfer Robert – eine Art Robin Hood aus der Prignitz – verkörperte.

Gemeinsam mit seinen Gefährten, dem kleinen John und Bruder Tuck (gespielt von Manfred und Christa Ziegenbein) sowie Will (gespielt von Thomas Techen) , beraubte er die Reichen und Mächtigen, um des dem armen geknechteten Volk zu geben. In diesem Fall war es Bestechungsgeld aus Mecklenburg, dessen Fürsten sich kriegerisch um die Herrschaft in Freyenschaft bemühten. Der Freyensteiner Burgvogt (gespielt von Andreas Frölich) wechselte häufig die Fronten. War aber Teil eines perfiden Planes der Mecklenburger, sich der „Bande von Gesetzlosen“ zu entledigen und Freyenstein wieder den mecklenburgischen Herren zu Werle zukommen zulassen.

Für die Kinder gab es Mitmachstationen. Quelle: Christian Bark

Die vier Helden des Stücks waren die rund 90 Minuten, die die Aufführung dauerte, damit beschäftigt, einem Geheimnis um den Markgrafen von Brandenburg (gespielt von Renate Wirrmann) auf die Spur zu kommen. Dabei kreuzten sie ihre Klingen, Knüppel und Fäuste mit den Wachen des Burgvogts und des Markgrafen, der den Kampf der „Gesetzlosen“ für den Roten Adler über Freyenstein wenig honorierte und sich zunächst weigerte, den Bewohnern das Stadtrecht zu verleihen. Unterstützt wurden die vier Gefährten unter anderem von den Freyensteinern und dem ehemaligen kaiserlichen Gesandten Albert von Altenstein (gespielt von Arnold Flau). Abgelenkt wurden die Burgwachen unter anderem von einem durch Will gelegtes Feuer. Für den Spezialeffekt war die Freyensteiner Feuerwehr verantwortlich gewesen, die den Brand in Feuerschalen hinter den Ruinen des alten Schlosses entzündet und kontrolliert hatte – später sollte das gut gemeinte Ablenkungsmanöver im Stück jedoch eine Zerstörung der Stadt zufolge haben.

Auf der Burg suchten die Helden nach einem geheimnisvollen Gefangenen, dessen Gesicht in eine eiserne Maske gehüllt war. Überhaupt hatte Stefan Lischnewski viel aus den Roman von Alexandre Dumas in das Stück mit einfließen lassen. So wiederholten die Helden oft den Spruch der drei Musketiere „Einer für alle, alle für einen“.

Markgraf verleiht das Stadtrecht

Der Gefangene, so stellte es sich nach dem Sieg der Helden mit Hilfe der Freyensteiner Bevölkerung heraus, war der echte Markgraf von Brandenburg, der sich für seine Befreiung mit der Verleihung der Stadtrechte an Freyenstein erkenntlich zeigte. Doch da waren die Helden schon wieder los zu ihrem nächsten Abenteuer, das wohl beim nächsten Stadtfest zu sehen sein wird.

Die Tanzfläche war etwas zu nass gewesen. Quelle: Christian Bark

Bevor im Spektakel die Stadtrechte verliehen wurden, hatte Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann als „Junker Jörg“ Freyensteins Ortsvorsteher Manfred Engel bereits symbolisch die Stadtrechtsurkunde überreicht. Manfred Engel hatte im Spektakel dann den Nikolaus zu Werle verkörpert, auf dessen Konto die Verschwörung gegangen war. „Wir haben bei Wind und Wetter auf dem Burghof geprobt“, blickte er zurück. Dass trotz des regnerischen Wetters so viele Freyensteiner und Gäste zum Stadtfest gekommen waren, freute den Ortsvorsteher. „Wir Freyensteiner ziehen das durch“, hatte er noch am Freitag gesagt. Und so gab es bei Speis und Trank und unter Pavillons noch einen ausgelassenen Abend im Schlosspark. Am Sonntag folgten dann zum Frühschoppen mit Blasmusik und zum Gauklermarkt trockenere Stunden für das Fest.

Von Christian Bark

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