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Stadt fordert Kita-Erzieher vom Kreis

Rheinsberg Stadt fordert Kita-Erzieher vom Kreis

20 Plätze könnten bald in den Rheinsberger Kitas von Kindern aus Flüchtlingsfamilien belegt sein. Um die Kinder zu betreuen, werden zwei neue Erzieher benötigt. Rheinsberg sperrt sich aber dagegen, diese Personalkosten zu übernehmen. Die Stadt fordert den Kreis auf, diese Stellen zu bezahlen – oder besser noch: Die Erzieher gleich zu liefern.

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Damit Kita-Kinder in Rheinsberg weiterhin gut versorgt werden, fordern die Stadtvertreter Unterstützung vom Landkreis.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Die Rheinsberger Stadtverordneten fordern in einem gemeinsamen Antrag aller Fraktionen, dass der Landkreis mindestens zwei Kita-Erzieher zu 100 Prozent finanziert – gewissermaßen als Ausgleich für die Mehrbelastung der Kommune durch die vielen Asylsuchenden, die vom Kreis in Rheinsberg und Umgebung untergebracht wurden. Der Zuschuss für Personalkosten ist allerdings im Kita-Gesetz des Landes auf 85,2 Prozent beschränkt. Wie sie den Kreis trotz der Order von oben zur kompletten Kostenübernahme bringen wollen, das erklärten die Stadtvertreter bei der Beschlussfassung am Montagabend nicht.

Bürgermeister Jan-Pieter Rau sieht darin kein Problem, wie er auf MAZ-Nachfrage gestern mitteilte. Im Gesetz ist aus seiner Sicht verankert, dass der Zuschuss 85,2 Prozent beträgt – allerdings mindestens. „Mehr geht immer“, so Rau.

Rau wünscht sich mehr Unterstützung durch Landkreis

In der Sitzung rief der Verwaltungschef zur Kühnheit auf. Er glaubt, dass unverfrorenes Verhalten belohnt wird. Als Beispiel führte er Wusterhausen auf. Die Kommune habe behauptet, kein Geld zu haben, und sich stur gestellt, als es um die Betreuung von Flüchtlingskindern ging. Das Ergebnis: Der Landkreis betreibt dort nun einen Kindergarten auf eigene Kosten. „Eigentlich müssten wir das genauso machen“, sagte Rau. „Ich wünsche mir, dass der Landkreis kommt und sagt: Auch ihr habt einen erhöhten Bedarf, wir unterstützen euch.“

Tatsächlich ist die Betreuungssituation in Rheinsberg durch den Zuzug von Asylsuchenden schwierig. Auch deshalb baut die Stadt für rund 600 000 Euro die Räume der Kita „Spatzennest“ um. Dadurch wird die Kapazität von 60 auf 80 Plätze steigen. Laut den Erhebungen des Landkreises für den Kita-Bedarfsplan 2017/18 sind in Rheinsberg jetzt etwa zehn Kinder aus Flüchtlingsfamilien untergebracht, zehn weitere warten auf einen Platz. Um genau die Betreuung dieser 20 Kinder finanziell abzusichern, wollen die Kommunalvertreter die zwei Erzieher-Stellen bezahlt bekommen.

Rheinsberg braucht mehr Kita-Plätze

Jan-Pieter Rau glaubt, dass seine Stadt trotz der Kapazitätserweiterung bald noch größere Probleme bekommen wird. Denn er geht vom deutlich höheren Bedarf an Kita-Plätzen als der Kreis aus. Dieser sei nicht allein auf den großen Kinderanteil unter Asylsuchenden zurückzuführen, sondern auch auf die momentan hohe Geburtenrate in Rheinsberg. Deswegen sollte aus seiner Sicht der im Kita-Bedarfsplan des Kreises nachgebessert werden, der davon ausgeht, dass in der Kommune genügend Kita-Plätze vorhanden sind.

Die Stadt hat aktuell aber noch mit einem weiteren Problem zu kämpfen. Gleich vier von insgesamt neun Erziehern der städtischen Einrichtungen sind schwanger oder krank. Gut ausgebildeten Ersatz zu finden, sei indes ein Ding der Unmöglichkeit. „Am liebsten wäre es mir deshalb, wenn der Kreis das zusätzliche Personal nicht nur bezahlen, sondern gleich in natura liefern könnte“, scherzt Rau.

Das Wichtigste für die weitere Planung in Rheinsberg wäre für Rau aber zu erfahren, wie das Integrationskonzept des Landkreises aussieht. Klar ist, dass im Moment niemand weiß, wie viele Asylsuchende in der nächsten Zeit in die Region kommen werden. Klar sein sollte indes, welche Wohnverbünde mit welcher Belegung voraussichtlich weiterbetrieben werden. „Ich brauche nicht täglich zu wissen, wie viele Flüchtlinge in Rheinsberg sind.“ Ein Zwischenstand und die Marschrichtung wären aber wünschenswert.

Von Celina Aniol

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