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Stadt führt Campingplatz Blanschen

Wittstock Stadt führt Campingplatz Blanschen

Die Notlösung tritt ein: Die Stadt Wittstock betreibt den Naturcampingplatz bei Schweinrich in den kommenden zwei Jahren selbst, nachdem alle Bemühungen einen Pächter zu finden, scheiterten. Die Entscheidung fiel den Abgeordneten nicht leicht. Das lag an einem Antrag der CDU-Fraktion.

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Die Pacht auf dem Campingplatz wird erhöht.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Die Stadt Wittstock wird den Naturcampingplatz Blanschen bei Schweinrich zunächst zwei Jahre in Eigenregie weiterbetreiben. Danach wird die Wirtschaftlichkeit überprüft. In dieser Zeit sollen zudem die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Vorgaben des Bebauungsplanes nach und nach umzusetzen. Die bisher erfolglose Suche nach einem neuen Betreiber hingegen wird beendet. All das sieht der Beschluss vor, dem die Stadtverordneten am Mittwochabend mehrheitlich zustimmten – mit 14 Ja-, sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

CDU hätte es gern anders gehabt

Dieses Ergebnis lässt es bereits vermuten: Den Abgeordneten fiel es schwer, auf einen Nenner zu kommen. Denn es hatte ein Änderungsantrag der CDU-Fraktion vorgelegen, der darauf drängte, weiter in der Offensive zu bleiben: Demnach sollte die Stadt den Platz maximal nur ein weiteres Jahr betreiben und in dieser Zeit die Suche nach einem neuen Pächter fortsetzen. Weitere Eckpunkte: keine Investitionen während dieses Jahres; Einnahmen lediglich zur Kostendeckung verwenden und Erhöhung der Pacht. Damit sollte den Nutzern des Platzes ermöglicht werden, sich auf eine „Selbstverwaltung einzustellen“, falls nach wie vor kein neuer Pächter gefunden wird. Sollten nicht genügend Camper bereit sein, die höheren Pachtpreise zu akzeptieren, so hätten sie die „Möglichkeit zum weiteren Betreiben des Naturcampingplatzes vertan“, heißt es in dem Antrag.

Fraktionsvorsitzender Karl Gärtner hatte vor diesem Hintergrund außerdem beantragt, das Thema in die Ausschüsse zurückzuverweisen und dort erneut zu diskutieren. Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos) hielt dagegen. Er beantragte seinerseits, am Sitzungsabend eine Entscheidung zu fällen, „weil Fristen einzuhalten sind“. In der folgenden Abstimmung waren die Abgeordneten mehrheitlich dafür, sofort zu entscheiden.

Lebhafte Diskussion

Dennoch entzündete sich eine lebhafte Diskussion darüber, wie die Stadt in Sachen Campingplatz handeln sollte. „Die Stadt greift in die Wirtschaft ein“, monierte Karl Gärtner und plädierte dafür, diesen Zustand schnellstens zu beenden. Rückenwind gab es von Günter Lutz (FWG). Es könne nicht Aufgabe der Stadt sein, einen Campingplatz zu betreiben. Denn es würde sie überfordern, angesichts der vielen anderen Tätigkeitsfelder – nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Laga-Ausrichtung 2019. Angelika Noack (Die Linke) dagegen fand, dass man froh über das Angebot der Stadt sein solle, den Platz für zwei Jahre weiter zu betreiben und diese Chance nutzen müsse. Bürgermeister Gehrmann betonte, dass er ebenfalls interessiert daran sei, den Platz so schnell wie möglich in neue Hände zu geben, aber „manchmal ist da ein Jahr zu wenig“.

Nachdem sich Befürworter und Ablehner des CDU-Antrages immer wieder austauschten, beantragte Gottfried Gilde (SPD) „die Schließung der Rednerliste“ und endlich abzustimmen, weil er fand dass diese Sache bereits „lang und breit“ thematisiert worden sei und die Leute auf dem Platz endlich wissen wollten, woran sie sind. Er fand aber keine Mehrheit – und so wurde weiter diskutiert. Auf Karl Gärtners Antrag hin kam eine namentliche Abstimmung zustande – mit dem genannten Ergebnis.

Alte Pachtverträge laufen aus

Für die Nutzer des Campingplatzes heißt das: Ihre Pachtverträge werden zum Jahresende gekündigt. Danach gibt es neue – mit veränderten Konditionen. Statt bisher 650 sollen dann knapp 860 Euro pro Stellplatz im Jahr fällig werden. Laut Stadt-Sprecher Jean Dibbert gebe es bislang keine Verhandlungen mit Nutzern des Platzes bezüglich möglicher Betreibermodelle jenseits der städtischen Lösung.

Von Björn Wagener

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