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Ostprignitz-Ruppin Stadt lehnt Rückzahlung des NWG-Zuschusses ab
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stadt lehnt Rückzahlung des NWG-Zuschusses ab
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00:18 28.11.2016
Die NWG hat rund 260 000 Euro in das Dach des Gebäudes investiert. Ein Komplettumbau kostet aber viel mehr. Quelle: Peter Geisler
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Radensleben

Die Stadt Neuruppin wird die 200 000 Euro nicht zurückverlangen, die vor Jahren für den Umbau des maroden Altenteils der Familie von Quast an die städtische Wohnungsbaugesellschaft NWG geflossen sind. Die Abgeordneten im Hauptausschusses lehnen die Forderung mehrerer Ortsvorsteher klar ab. Sie sehen keinerlei Grund, das Geld von der NWG zurückzufordern – auch wenn das denkmalgeschützte Gebäude nie zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut wurde, wie lange geplant.

Die Forderung auf Rückzahlung hat der Ortsbeirat von Wuthenow aufgemacht. Ortsvorsteher Axel Noelte glaubte sich zu erinnern, dass die Stadt die 200 000 Euro im Jahr 2010 nur unter der Bedingung an die NWG übertragen hatte, dass die das marode Gebäude an der Dorfstraße für Radensleben ausbaut. „Das ist – aus welchen Gründen auch immer – bis heute nicht geschehen“, sagt Noelte. Also müsste die NWG das Geld zurückzahlen. Die 200 000 Euro könnte Neuruppin dann für andere Projekte in den Dörfern ausgeben.

Auch Radenslebens Ortsbeirat lehnt die Forderung aus Wuthenow ab

Radenslebens Ortsvorsteher Hardy Richter sieht das ähnlich. Auch, wenn er einräumen musste, dass sein Ortsbeirat ihn überstimmt hat und gegen die Forderung aus Wuthenow ist. Zumal der Ortsbeirat das Haus heute gar nicht mehr nutzen will.

Dass das Haus nicht fertig saniert ist, stimmt zwar, räumt NWG-Chef Robert Liefke ein. Doch das liege nicht an der NWG. Vielmehr existiert das ursprüngliche Konzept für das Dorfgemeinschaftshaus nicht mehr – jedenfalls nicht so, wie es 2010 noch geplant war.

Die NWG habe das Geld ohne Auflage bekommen, sagt Liefke. Für eine Rückforderung sieht er deshalb überhaupt keine Rechtsgrundlage. Tatsächlich war die Stadt Neuruppin damals froh, das marode Gebäude los zu werden. Der damalige NWG-Chef Walter Tolsdorf hatte sich breitschlagen lassen, die Ruine zu übernehmen. Die 200 000 Euro sollten als Zuschuss für den Erhalt dienen. Sie wurden für die Sanierung des Daches ausgegeben; die hat rund 260 000 Euro gekostet. Der komplett Umbau hätte weit über eine Million Euro gekostet, ohne dass klar war, wer das Haus später wie nutzt. Die Stadtverordneten in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung zogen deshalb die Reißleine und legten den weiteren Umbau auf Eis.

Ortsvorsteher hatte bei einer Sanierung mit Strafanzeige gedroht

Dass die Ortsvorsteher die unklare Lage nun gegen die NWG verwenden wollen, um weiteres Geld für die Dörfer zu sichern, hält Bürgermeister Jens-Peter Gilde für unverschämt. Dass ausgerechnet Hardy Richter in dieses Horn stößt, machte Golde sauer. Richter hatte kurz nach seiner Wahl zum Ortsvorsteher in Radensleben gedroht, Anzeige zu erstatten, falls die NWG das Quast’sche Altenteil tatsächlich umbaut, wie es der Ortsbeirat vor ihm noch gefordert hatte. Damals sprach er von Geldverschendung und möglicher Untreue.

Die NWG würde das Haus inzwischen am liebsten verkaufen. Das darf sie aber nur mit Zustimmung der Stadtverordneten. Dass sich mit der Ruine Gewinn machen lässt, glaubt Liefke aber auch bei einem Verkauf nicht.

Von Reyk Grunow

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