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Stadt überprüft ihre Brücken

Rheinsberg Stadt überprüft ihre Brücken

Noch sind die vielen Brücken, die es in Rheinsberg und Umgebung gibt, nicht in einem katastrophalen Zustand. Damit das auch so bleibt, überprüft die Kommune derzeit die Bauwerke. Am Ende, also voraussichtlich in zwei Jahren, will sie eine Liste für den Sanierungsrundumschlag erarbeiten.

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Die Brücken in Rheinsberg und Umgebung wie die in Zechlinerhütte stehen im Moment im Fokus.

Quelle: Celina Aniol

Rheinsberg. Einen solchen Notfall wie in Neuruppin mit der Molchowbrücke gibt es in Rheinsberg derzeit nicht – und wird es laut Stadtverwaltung auch so schnell nicht geben. „Bei uns wird ganz sicher demnächst keine Brücke gesperrt“, stellt Vize-Bürgermeister Andreas Neubert klar. „Bei der Brückensanierung muss in den nächsten Jahren aber viel passieren.“

Das weiß die Verwaltung, weil sie schon seit einiger Zeit diese Bauwerke besonders in den Fokus gerückt hat. Sie will am Ende einen Sanierungsplan für alle Brücken aufstellen. Dutzende Überführungen gibt es auf dem Rheinsberger Gebiet mit seinen vielen Kanälen und Seen; bei insgesamt 17 Brücken ist die Stadt Eigentümer oder zumindest für deren Zustand und Unterhaltung verantwortlich. „Es ist aber oft gar nicht so einfach festzustellen, wer welche Baulast trägt“, sagt der Rheinsberger Bürgermeister Jan-Pieter Rau.

Es komme durchaus vor, dass die Grundstücke auf der einen Seite der Brücke der Stadt gehören, auf der anderen aber schon dem Land. Dann müsse geklärt werden, wer im Fall einer Sanierung für die Kosten aufkommt. Er habe es schon oft erlebt, dass sich die Eigentümer dabei aus der Verantwortung stehlen wollen. Das sei zum Beispiel bei der sogenannten Kiesbahnbrücke über den Rhin zwischen Rheinsberg und Zechow der Fall gewesen. Sie gehörte zur Hälfte der Kommune, zur Hälfte dem Land. „Das Land wollte uns aber lange den gesamten Abriss zuschieben“, berichtet Rau. Erst der Kontakt auf Ministerebene brachte Erfolg: Potsdam beteiligte sich letztendlich an den Kosten.

Damit solche Auseinandersetzungen künftig nicht entstehen, laufen bei der Überprüfung der Bauwerke deshalb gleich Gespräche mit den anderen Grundstücksbesitzern. Wichtig dabei ist auch, wem die Wasserfläche unter einer Brücke gehört. Wenn es sich dabei zum Beispiel um eine Bundeswasserstraße handelt, dann kann der Bund für die Erneuerung der Abpraller zuständig sein – auch wenn es ihm bislang nicht klar ist. „Es ist ein aufwendiger Prozess, alle zu beteiligen“, sagt Rau. Bei der Überprüfung, für die Rheinsberg jährlich 10 000 Euro ausgibt, geht es natürlich auch um den Zustand der Bauwerke. Durchgefallen sei dabei bisher keine. „Wenn man aber 30 Jahre wartet, dann kann aus einer Brücke mit der derzeitigen Schulnote 3 schnell eine andere werden: ungenügend.“ So ein Katastrophenfall kann dann richtig teuer werden. „Eine Brückenrekonstruktion kann schon mal 500 000 Euro kosten“, sagt der Bürgermeister.

Damit das nicht passiert, sieht Rheinsberg jährlich 20 000 Euro für die wichtigsten Reparaturen vor. „Denn oft helfen auch schon kleine Maßnahmen, um den Zustand zu sichern“, sagt Andreas Neubert. Wenn man beispielsweise Kies anschüttet, dann wird die Beanspruchung schlagartig geringer, weil die Wellen nicht so stark gegen das Bauwerk schlagen.

Im kommenden Jahr werde die große Überprüfung noch fortgesetzt. Danach müsse die Stadt sich noch einmal Gedanken über die Brücken machen, bevor eine Prioritätenliste für die Sanierung erstellt werden kann. Dabei wird zum Beispiel zusätzlich bewertet, welche Bauwerke von wem und wie oft genutzt werden, um eine Prioritätenliste erstellen zu können. „Bei LKW-Verkehr habe ich eine stärkere Beanspruchung als bei einer Fußgängerbrücke“, so Rau. Zusätzlich will die Stadt überlegen, ob bestimmte Brücken nicht für die Autos aus wirtschaftlichen Gründen gesperrt werden sollen. „Dabei muss man klären, ob es für die Forst zumutbar wäre, ein paar Kilometer mehr durch den Wald zu fahren.“ Dasselbe gilt für Abfallwirtschaftsfahrzeuge, die Feuerwehr, Post oder Rettungswagen. „Daneben ist für uns als Tourismusstandort noch wichtig, welche Bedeutung für unsere Gäste eine Brücke hat.“

Am Ende gehe es darum, dass die Kommune so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig für ihre Brücken ausgibt. Vormachen will sich die Stadt aber nichts. „Viele unserer Brücken sind alt, da fällt meistens etwas an“, sagt Jan-Pieter Rau.

Von Celina Aniol

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