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Ostprignitz-Ruppin Stadt will mehr Bauland anbieten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stadt will mehr Bauland anbieten
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02:15 12.06.2017
Im Kyritzer Wohngebiet „Alt & Jung“ wird an allen Ecken gebaut. So langsam schließen sich die letzten Lücken. Quelle: Alexander Beckmann
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Kyritz

Die gute Nachricht: Das Häuschen im Grünen ist in Kyritz offenbar so gefragt wie selten zuvor. Die schlechte Nachricht: „Es ist so, dass die verfügbaren Baugrundstücke nahezu zugebaut sind.“ So formulierte es der Vorsitzende des Bauausschusses Hans-Jürgen Päzolt (CDU) bei der Sitzung am Donnerstag.

Päzolt schloss sich damit einer Einschätzung der Stadtverwaltung an. „Wir haben eine große Nachfrage, aber keine kommunalen Flächen, die wir Bauherren anbieten können“, sagte Bauamtsleiterin Katharina Iredi. Dabei, so geht aus einer Information der Verwaltung hervor, steige die Zahl der Zuzüge seit Jahren an: 2014 wurden 431 „Neu-Kyritzer“ registriert, 2015 waren es 477 und im vergangenen Jahr 516. „Bei der Stadtverwaltung gehen ausschließlich Anfragen nach Grundstücken für Einfamilienhäuser ein, da sich die Personen, die Wohnraum in Form von Wohnungen suchen, direkt an die Wohnungsunternehmen wenden, heißt es. „Um auch weiterhin der Nachfrage gerecht zu werden, ist ein breites Angebot an Wohnformen und -qualitäten vorzuhalten. Mittelfristig müssen zusätzlich Wohnbauflächen entwickelt werden, um Kyritz als Wohnstandort zu stärken.“

Die letzten Lücken schließen sich

Denn Wohngebiete wie „Alt & Jung“ im Osten der Stadt sind inzwischen praktisch ausgelastet. Nur einzelne Baugrundstücke sind verfügbar. Das gilt auch für andere beliebte Standorte – in der Innenstadt, am Leddiner Weg, im Fichtengrund oder in Holzhausen.

Dabei gibt es speziell in „Alt & Jung“ durchaus noch freie Flächen, beispielsweise an der Seestraße zwischen Stauffenbergstraße und Eichenweg. „Das ist eine kommunale Fläche. Die könnten wir entwickeln“, sagt Katharina Iredi. „Aber dazu müsste man den Bebauungsplan ändern.“ Denn bei der Anlage des Wohngebietes in den 90er Jahren wurde dieser Teil planerisch als „Mischgebiet“ definiert. Die Hälfte der Fläche blieb Gewerbeansiedlungen vorbehalten – die nie kamen.

Ähnlich sieht es an der Seestraße zwischen Eichenweg und Sportplatz aus. Dort waren „Hausgruppen“ vorgesehen, also Reihenhäuser. Doch eine Nachfrage danach besteht nicht. Ein weiteres Grundstück wurde für Gastronomie reserviert. Auch diese Erwartung blieb unerfüllt.

Bebauungspläne müssten angepasst werden

Die Bebauungspläne zu ändern, kostet Geld. In dem ersten Fall rechnet die Stadt mit 25 000 Euro für etwa 17 Eigenheimgrundstücke, im zweiten mit rund 40 000 Euro für vier Hektar, die zudem teilweise in privater Hand sind. Kosten für Vermessung, Aufteilung und Erschließung kämen noch hinzu. Eventuell ließen sich die Flächen auch an einen Projektentwickler verkaufen, der Erschließung und Vermarktung übernimmt.

„Wir müssten noch mal das ganze Stadtgebiet betrachten, um zu sehen: Wo gibt es Potenzial“, fasst die Bauamtsleiterin zusammen. „Diesen Prozess wollen wir anschieben. Es gibt ja junge Familien und die wollen wir halten.“

Die Stadtverordneten werden sich in nächster Zeit also voraussichtlich mit entsprechenden Entscheidungen befassen. Eine gewisse Grenze deutete dabei allerdings Torsten Gerloff (Kyritz Land) an: „Wenn Ackerland zugebaut werden soll, habe ich ein grundsätzliches Problem. Es gibt genug andere Flächen.“

Von Alexander Beckmann

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