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Ostprignitz-Ruppin Stadt zahlt erstmals für Touristinfo und Museum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stadt zahlt erstmals für Touristinfo und Museum
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00:34 01.03.2018
Das schmucke Haus in Zechlinerhütte, in dem das Museums und die Tourist-Information untergebracht sind, soll nun wieder öffnen. Quelle: foto: Celina Aniol
Zechlinerhütte

Informationen über die Attraktionen der Region in der Touristenhochburg Zechlinerhütte bekommen? Unmöglich. Einen spontanen Gang durch das Alfred-Wegener-Museum im selben Ort wagen? Fehlanzeige. Denn weder die Tourist-Information noch die Kultureinrichtung waren in den vergangenen Jahren geöffnet. Nur auf Anfrage kamen ausgewählte Gruppen in den Genuss einer Museumsführung. Seit 2015 waren beide Einrichtungen geschlossen, weil die Stadt keine Mitarbeiter fand, die dort umsonst Auskünfte erteilen oder Gäste durch die Sammlung zu den Pionier der Polarforschung führen wollten. Jetzt sollen beide zumindest in der Touristen-Hauptsaison wieder geöffnet sein.

Geplant ist, dass die Mitglieder des Heimat- und Kulturvereins die Arbeit übernehmen. Dass sie dazu bereit sind, liegt daran, dass ihre Mühen nun erstmals von der Prinzenstadt entlohnt werden sollen. 7000 Euro will Rheinsberg dafür dem Verein zahlen. Vorerst ist das Angebot auf ein Jahr beschränkt. Wenn aber alles gut läuft, soll das Modell beibehalten werden, sagt Bürgermeister Frank-Rudi Schwochow. „Wir wollen die Ortsteile ja stärken, da dürfen wir uns touristisch nicht allein auf die Kernstadt konzentrieren.“

Vorgesehen ist, dass die Tourist-Infostelle und das Museum von Mai bis September geöffnet sind. Vermutlich werden dann drei Mitarbeiter von Freitag bis Dienstag abwechselnd auf Besucher warten. Es gebe auch schon Interessenten, die diese Aufgabe übernehmen wollen, berichtet Peter Böthig. Böthig ist zwar Leiter des Rheinsberger Literaturmuseums. Doch seit 2009 kümmert er sich auch um die Wegener-Ausstellung:

Dass diese Dienstleistung Geld kostet, sei zwar etwas bitter für die Kommune, so Frank-Rudi Schwochow. Schließlich musste sie dafür jahrelang keinen Cent berappen, weil die Arbeit in Zechlinerhütte früher von MAE- oder ABM-Kräften verrichtet wurde. Und dafür musste Rheinsberg kein Geld bezahlen. Doch dann gab es zuerst keine Interessenten mehr für die Ein-Euro-Stellen, danach konnte die Kommune diese Jobförderung nicht mehr fürs Museum oder die Gäste-Information in Anspruch nehmen. Auch jegliche Versuche, Helfer auf rein ehrenamtlicher Basis verpflichten, schlugen fehl (die MAZ berichtete). „Wir haben keine andere Lösung als den Zuschuss gefunden“, berichtet Peter Böthig.

Die beiden Einrichtungen einfach zu schließen, kam für die Kommune nicht in Frage. Denn die Dienstleistungen, die dort angeboten werden, werden gebraucht – und zwar nicht nur von Auswärtigen. „In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Anfragen von Leuten, die in das Museum wollten – auch von Leuten aus dem Ort“, erzählt der Museumsleiter.

Vor der Schließung besuchten etwa 1500 Gäste die Ausstellung samt Tourismusbüro im Jahr. Wie verzweifelt die Stadt nach einer Lösung für die beiden Einrichtungen suchte, zeigt der etwas grotesk anmutende Versuch, den Museumsdienst in Zechlinerhütte im Tausch gegen eine Pferdekoppel einzukaufen. Tatsächlich wollte ein Berliner das Objekt betreuen, wenn ihm die Gemeinde einen Unterstand für sein Pferd anbietet. Zuerst wurde die Variante zwar etwas belächelt. Am Ende scheiterte sie aber nur, weil sich der Mann nicht mehr gemeldet hat.

Von Celina Aniol

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