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Stadtverordnete votieren für Lausch

Geschasste Leiterin des Hauptamts bekommt Job zurück Stadtverordnete votieren für Lausch

Erst eine Woche nach einer nichtöffentlichen Sitzung der Kyritzer Stadtverordneten wurde offiziell bekannt, welche Entscheidung sie im Fall Veronika Lausch getroffen haben. Die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke bestätigte, dass die geschasste Leiterin des Amtes für allgemeine Verwaltung zu den alten Konditionen wieder eingestellt werden soll. 

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Veronika Lausch.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz. Erst eine Woche nach einer nichtöffentlichen Sitzung der Kyritzer Stadtverordneten wurde am Dienstag offiziell bekannt, welche Entscheidung sie im Fall Veronika Lausch getroffen haben. Nach MAZ-Informationen votierten sie mehrheitlich dafür, dass die Ende August von der Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke geschasste Rathausmitarbeiterin zu ihren alten Konditionen wieder eingestellt werden soll. Damit konfrontiert, bestätigte dies Nora Görke gestern der MAZ und sagte zudem: "Frau Lausch wird weiterhin Leiterin des Amtes für allgemeine Verwaltung sein."

Unklar war zuletzt, ob sie tatsächlich ihren bisherigen Posten als Hauptamtsleiterin und auch Personalchefin zurückbekommt. Denn mit dem Stadtverordnetenbeschluss wurde die Bürgermeisterin zugleich beauftragt, die Zuständigkeiten im Rathaus neu zu regeln. Eine Neuerung ist bereits entschieden. Demnach wird der Personalbereich nicht mehr Veronika Lausch, sondern der Bürgermeisterin unterstellt sein. Sie kündigte zudem weitere Umstrukturierungen an.

Veronika Lausch hatte im August von der Bürgermeisterin eine fristlose Kündigung erhalten, die dann aber wieder zurückgenommen wurde. Lausch wurde unterstellt, einen Beschäftigten dazu angestiftet zu haben, seine Arbeitszeitabrechnung zu manipulieren. Seit September arbeitete sie daraufhin in der Kämmerei als Sachbearbeiterin und rutschte beim Lohn vier Gehaltsstufen tiefer. Dagegen wehrte sie sich vor dem Arbeitsgericht in Neuruppin. Dort wurde vorige Woche auch festgestellt, dass Bürgermeisterin Görke die Stadtverordneten über den Vorgang hätte informieren müssen. Zudem wurde es vom Gericht als fraglich erachtet, ob ein einmaliges Vergehen eine fristlose Kündigung rechtfertige. Diese war damit endgültig vom Tisch. Lausch verlangte nun mindestens einen monatlichen Ausgleich ‒ obwohl ihr jedoch der alte Posten oder aber ein anderer Amtsleiterposten viel lieber wäre.

In der Folge sollte nun Zeit bleiben, sich über eine außergerichtliche Einigung zu verständigen. Zeit wäre bis zum 15.Januar, dem nächsten möglichen Gerichtstermin. In dem Zuge kam es vorige Woche zu der nichtöffentlichen Sitzung. Denn die Stadtverordneten hätten nicht nur bei der Kündigung mitzureden gehabt, sondern müssen dies auch bei der Einstellung von Amtsleitern. Obwohl es um einen Leiterposten einer öffentlichen Verwaltung geht und Entscheidungen, die im Ergebnis von nichtöffentlichen Debatten getroffen werden, öffentlich bekanntgemacht werden müssen, hielten sich die Stadtverordneten zurück. Peter Bittermann etwa, der SPD-Fraktionsvorsitzende, erklärte, dass es nach Erfahrungen in der Vergangenheit darum gehe, nicht nur Schaden von Einzelpersonen, sondern für den Ruf der Stadt insgesamt abzuwenden. Dieser litt bereits bei einem ähnlichen Fall zur Zeit von Görkes Vorgänger Hans-Joachim Winter.

So sprach Bittermann von einem "noch immer schwebenden Verfahren" und verwies auf das Rathaus. Dort sagte nun Bürgermeisterin Görke der MAZ gestern weiterhin, sie habe die Stadtverordnetenbeschlüsse "nach gründlicher Abwägung" und "aus Gründen des Rechtsfriedens akzeptiert". Denn: "Die Entwicklung der Stadt wie begonnen voranzubringen, ist die wesentliche Aufgabe. Dafür bin ich gewählt worden." Ihr gehe es daher um weiterhin "sachorientierte Zusammenarbeit mit allen Stadtverordneten". Görke verwies dabei auf "Herausforderungen für Kyritz" und nannte etwa mit dem Kita-Neubau die Kinderbetreuung oder auch den Erhalt der Bahnstrecke.

Von Matthias Anke

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