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Ostprignitz-Ruppin Stadtvillen-Projekt: Anwohner in Sorge
Lokales Ostprignitz-Ruppin Stadtvillen-Projekt: Anwohner in Sorge
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02:15 12.02.2017
Nach den derzeitigen Plänen soll die Scholtenstraße eine neue Fahrbahndecke erhalten. Zuvor sollen die darunter liegenden Leitungen ausgetauscht werden. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Der Bau von zwei der fünf geplanten Stadtvillen, die in unmittelbarer Nähe des Neuruppiner Sportcenters entstehen sollen, kann frühestens in eineinhalb Jahren beginnen. Laut Baudezernent Arne Krohn wird es wohl so lange dauern, bis die normalen Formalien für das Projekt erledigt sind. Schließlich muss dazu ein Bebauungsplan für das Gebiet geändert werden, bevor überhaupt ein Bauantrag gestellt werden kann.

Allerdings kann sich das Prozedere auch noch deutlich verzögern: Anwohner haben am Donnerstag entschieden, dass sie Hilfe von einem Fachanwalt für Verwaltungsrecht benötigen. Grund: Viele Anwohner befürchten, dass sich ihre Wohnsituation verschlechtern wird – zum einen wegen des erhöhten Verkehrs, der auf den schmalen Straßen in dem Wohngebiet zu erwarten sei, da in der Nähe auch noch ein Hortgebäude geplant ist; zum anderen, weil die Stadtvillen höher gebaut werden sollen als die umliegenden Eigenheime in der Bienengräberstraße.

Anwohner müssen sich an Kosten für die Straße beteiligen

Hinzu kommt die Angst, dass während der Arbeiten für die Stadtvillen schwer beladene Baufahrzeuge die bestehenden Straßen kaputt fahren – Ähnliches sei beim Bau des Arbeitsamtes mit der Scholtenstraße passiert, sagte Alfred Nowak am Mittwochabend bei der Informations- und Fragerunde im Neuruppiner Ratssaal. Vor den Arbeiten für das neue Arbeitsamt sei die Scholtenstraße noch eben gewesen, sagte Nowak, der mit seiner Familie seit mehr als 20 Jahren dort wohnt.

Der Investor Ulrich Kaatzsch und Neuruppins Baudezernent Arne Krohn versicherten, dass der Zustand der Straße vor Beginn und nach Ende der Arbeiten dokumentiert werde. Für entstandene Schäden müsse der Investor aufkommen. Das dürfte für die Scholtenstraße aber kaum gelten: Soll diese doch ohnehin eine „geräuscharme“ Fahrbahndecke statt des jetzigen Kopfsteinpflasters erhalten. Zuvor müssten jedoch die unter der Straße befindlichen Leitungen durch neue ersetzt werden, sagte Krohn. Denn der Zustand der mehr als 50 Jahre alten Leitungen sei sehr schlecht. Das kann Alfred Nowak bestätigen: Allein seit Jahresbeginn mussten die Stadtwerke zweimal anrücken, weil das Hauptwasserrohr verstopft war. Die Anwohner der Scholtenstraße müssen den Straßenbau trotz gegenteiliger Versprechungen anteilig bezahlen. „So steht es in unserer Satzung“, betonte Krohn. Der Betrag wird aber vermutlich etwas geringer als sonst üblich ausfallen, da es einen privaten Investor gebe.

Ärger, weil der Teich regelmäßig überläuft

Besorgt sind ebenfalls viele Anwohner von Trenckmann- und der Bienengräberstraße. Müssen sie doch jetzt schon darunter leiden, dass bei starkem Regen häufig der kleine Teich an der Schwimmhalle überläuft und ihre Grundstücke überschwemmt. „Das ärgert mich auch, das wird noch im ersten Halbjahr behoben“, versprach Kaatzsch. „Das Thema Regenwasser bedarf auf jeden Fall einer Klärung“, sagte Baudezernent Krohn. Hatten doch zuvor bereits mehrere Anwohner darauf verwiesen, dass sich auf ihrem Grundstück überraschenderweise alte Gullys befinden. Die Grundstückseigentümer hatten sich deshalb an die Stadtwerke gewandt. Diese hätten jedoch auch nichts dazu sagen können. Jedoch soll den Anwohnern untersagt worden sein, die Gullys abzureißen – weil niemand wisse, zu welchem System diese gehören und ob durch den Abriss nicht vielleicht sogar noch ein größerer Schaden droht. Arne Krohn versprach, sich um dieses Problem zu kümmern.

Evangelische Kita braucht dringend ein neues Gebäude

Indes warb Rainer Fellenberg von der evangelischen Kita um Verständnis für den geplanten Hortbau auf Stelzen, der auf dem Parkplatzgelände des Sportcenters entstehen soll. Die Lage in der evangelischen Grundschule sei dermaßen beengt, dass derzeit Klassenräume in der dritten und vierten Etage nach dem Unterricht auch als Horträume genutzt werden müssen. Der Hort auf Stelzen wäre eine „deutliche Verbesserung der gegenwärtigen Situation“, so Rainer Fellenberg. Deshalb hätte sich der Elternausschuss für diese Variante ausgesprochen.

„Wir reagieren damit auf den Wunsch des Hortes“, sagte der Planer Jörg Lewin. Er stellte sowohl die Zeichnungen für die Stadtvillen als auch die für den Hortbau auf Stelzen vor. Letzterer könnte nur genehmigt werden, weil die Hortkinder den benachbarten Sport- und Spielplatz der Evangelischen Schule nutzen können. Eine Aufstockung der derzeit 180 Hortplätze soll es durch den Neubau aber nicht geben.

Investor Ulrich Kaatzsch nach der knapp dreistündigen Runde im Ratssaal. Er baut seit mehr als 20 Jahren in Neuruppin. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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