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Stadtwerke und NWG sponsern Fontane-Festspiele

Zuschuss von 100.000 Euro Stadtwerke und NWG sponsern Fontane-Festspiele

Mit der Neuauflage der Fontane-Festspiele wollen Gastgeber und Macher den Ruf Neuruppins als Kulturstadt festigen. Zum Gelingen der literarisch-musikalischen Tage am langen Pfingstwochenende im kommenden Jahr tragen zwei städtische Tochtergesellschaften mit insgesamt 100.000 Euro bei. Die Stadtwerke sponsern die Fontane-Festspiele mit 60.000 Euro, weitere 40.000 Euro kommen von der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG).

Neuruppin. Die Geschäftsführer beider Unternehmen machten den Handel gestern perfekt. Im Rathaus unterzeichneten sie und die neue Festivaldirektorin Uta Bartsch den Sponsorenvertrag. Für Neuruppins Kulturmanager Mario Zetzsche ein emotionaler Moment. Der Vertrag sei "ein Wendepunkt in der Geschichte der Festspiele" und "beachtlich für eine Kommune in dieser Größe", sagte er.

Die Festivalmacher Uta Bartsch, Peter Böthig, Frank Matthus und Otto Wynen sind mit dem Vertrag viele, aber nicht alle Sorgen los. Um das viertägige Programm mit Lesungen, Grete-Minde-Aufführungen und dem Fontane-Lyrik-Projekt finanzieren zu können, müssen die Organisatoren weitere Sponsoren und Förderer gewinnen. Die Festspiele im vergangenen Jahr haben rund 260 000 Euro gekostet. Zuschüsse zur Neuauflage seien unter anderem bei der Kulturstiftung des Bundes, bei der Zeit-Stiftung und beim British Council beantragt, sagte Otto Wynen gestern. Zugleich kündigte er ein hochkarätig besetztes Literaturfestival an. Ein Hörvergnügen verspricht etwa die Lesung des Autors Dan Kieran. Er ist mit einem Milchwagen kreuz und quer durch England gejuckelt. Das Buch zur Tour, das Kieran in Neuruppin vorstellt, heißt "Slow Travel" (langsames Reisen). Passend zum Titel hat der Autor angekündigt, er werde auf keinen Fall mit dem Flugzeug anreisen.

"Pigeon english" heißt der Roman, den Stephen Kelman beim Literaturfestival vorstellen wird. Sein Debüt erzählt die Geschichte des ghanaischen Einwandererjungen Harri Opoku, der im neunten Stock eines Londoner Sozialbaus lebt und neben Tauben seine Turnschuhe liebt ‒ Unikate mit selbst gemalten Adidas-Streifen. Als ein afrikanischer Nachbarsjunge auf offener Straße erstochen wird (Harri sagt "gemessert"), nimmt der Elfjährige die Ermittlungen auf. Eine besondere Rolle spielt dabei eine Taube auf dem Sims vor Harris Hochhausfenster. Sie liefert dem Jungen zwar keine Antworten, dem Leser aber kursiv gedruckte Kommentare zum Geschehen.

"Pigeon english" heißt übrigens Tauben-Englisch, das ähnlich gesprochene "pidgin english" steht für gebrochenes Englisch. Siehe "gemessert".

Ein weiterer Gast des Reiseliteratur-Festivals ist eine junge Schriftstellerin aus Köln. Katharina Hartwell, die kurz vor den Festspielen 30 wird, stellt ihr Romandebüt "Das fremde Meer" vor ‒ ein von Kritikern gefeiertes Buch. Erwartet wird zudem Rainer Merkel. Er liest aus seinem Roman "Bo". Die Kontakte hat zum Teil der Übersetzer Bernhard Robben geknüpft. Er lebt in Brunne und hat Werke namhafter Autoren übersetzt, unter ihnen Salman Rushdie, Philip Roth und Ian McEwan.

Auch der musikalische Teil des Fontanefestivals steht in den Grundzügen. Die "Grete Minde" ‒ ein von Frank Matthus und dessen Vater Siegfried erarbeitetes Bühnendrama nach dem Roman von Theodor Fontane ‒ soll 2014 dreimal zu erleben sein. Auf dem Festivalplan stehen die Aufführungen "mit einem Vorprogramm, das Lust und Laune macht", verspricht Uta Bartsch. Die Aufführungen selbst würden modifiziert. Geplant sind zudem Tribünen, die dem Publikum an der Klosterkirche eine bessere Sicht auf das Stück ermöglichen sollen.

Für das Fontane-Lyrik-Projekt 2014 stehen einige Touren bereits fest. So sollen Fontane-Fans und -Interessierte mit dem Rad von Neuruppin nach Ribbeck im Havelland fahren können ‒ mit Drahteselrücktransport für alle, die sich die doppelte Strecke nicht zutrauen. "Wer nicht radeln will, kann es sich zurück im Bus gut gehen lassen", sagt Uta Bartsch. Vorverkaufsstart für die Fontane-Festspiele soll im September sein.

Von Juliane Becker

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