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Stärkefabrik darf bauen

Kyritz Stärkefabrik darf bauen

In einer Sondersitzung gaben die Kyritzer Stadtverordneten am Montag grünes Licht für den Bau einer Eindampfungsanlage im Werk der Emsland Stärke. Die Anlage soll die Menge der Produktionsabwässer deutlich reduzieren und damit auch die Belastung der Umgebung durch Geruch und Transporte.

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Die Stadtverordneten durften selbst mal schnuppern.

Quelle: Beckmann

Kyritz. Das Kyritzer Werk der Emsland Stärke könnte jetzt endlich ein neues Kapitel in Sachen „Außenwirkung“ aufschlagen: beim Geruch und bei der Menge der in der Umgebung ausgebrachten Abwässer. Einstimmig befürworteten die Kyritzer Stadtverordneten bei einer Sondersitzung am Montag den Bau einer Eindampfungsanlage für Produktionsabwässer. Dazu mussten sie die Stärkefabrik teilweise von den Auflagen des geltenden Bebauungsplanes befreien. Er schreibt eine maximale Gebäudehöhe von 21 Metern vor. Das reicht für die neue Anlage jedoch nicht aus.

Altes Konzept war nicht tragfähig

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stärkefabrik einen Anlauf in diese Richtung unternommen. Damals war ein Gebäude von rund 30 Metern Höhe im Gespräch. Doch dies habe sich inzwischen als nicht realisierbar erwiesen, erklärte Werksleiter Martin Jahn den Stadtverordneten. Vorbild sei nämlich die schon bestehende Anlage in der Stärkefabrik Golßen gewesen. Das Kyritzer Werk sei allerdings größer. Nach Einholen der ersten Angebote sei man trotzdem noch davon ausgegangen, mit einer Höhe von 30 Metern auszukommen, doch dieses Konzept habe sich im Laufe der Verhandlungen mit den Herstellern als nicht tragfähig erwiesen.

Um den nötigen Durchsatz zu gewährleisten, müsse die Eindampfungsanlage über ein Mindestvolumen verfügen. „Wir können nur dann das gesamte Wasser bearbeiten, wenn wir die große Anlage bekommen“, stellte Martin Jahn klar. Alternativ wäre ein größerer Durchmesser denkbar. Doch das scheitere am Transport: Die Teile des Neubaus werden bei Spezialisten in hunderten Kilometern Entfernung vorgefertigt und dann auf der Straße nach Kyritz transportiert. Das setzt den Dimensionen klare Grenzen.

Es bleiben nur 120 Kubikmeter als Konzentrat übrig

Grundsätzlich bereitet die Bauhöhe den Kyritzer Kommunalpolitikern wenig Kopfzerbrechen. Schließlich wird sich der neue Turm inmitten bereits vorhandener Bebauung befinden. Außerdem setzt man in Kyritz große Hoffnung in die neue Technologie.

Im Grunde trennt die Eindampfungsanlage die teils geruchsintensiven festen Inhaltsstoffe im Frucht- und Prozesswasser vom Wasser ab. Es entstehen fast sauberes Wasser und ein Konzentrat, dass nach wie vor als Dünger auf die Felder kommt. Allerdings handelt es sich nicht mehr um 2000 Kubikmeter täglich, sondern nur noch um rund 120 Kubikmeter.

„Die Frage, ob’s nicht mehr stinken wird, möchte ich heute nicht beantworten“, sagte Martin Jahn. Auf jeden Fall aber werde sich die Zahl der Fruchtwassertransporte deutlich reduzieren. Angesichts des geringeren Volumens lohne es sich zudem, das Konzentrat in größerem Umkreis als bisher auszubringen. Auch dies bedeute eine Entlastung für die Region. Das Sammelbecken bei Drewen soll nur noch mit dem praktisch geruchsfreien Kondensatwasser befüllt werden. „Gerade für den Bereich Drewen werden wir eine deutliche Geruchsreduzierung hinbekommen“, schätzte der Emsland-Vertreter ein. Und er kündigte an: „Mein Ziel ist es, die Anlage zur Kampagne 2017 in Betrieb zu nehmen.“

Von Alexander Beckmann

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