Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Plattsprecher am Stammtisch
Lokales Ostprignitz-Ruppin Plattsprecher am Stammtisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:29 23.03.2018
Neben der Arbeit an den einzelnen Projekten stimmen die Plattsprecher immer wieder auch Lieder am Stammtisch an. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Der warme Klang der plattdeutschen Sprache gehört zu den prägenden Kindheitserinnerungen. Darin sind sich Karin Kranz, Sieglinde Haake, Jens Gerloff und die anderen Plattsprecher einig. Alle zwei Wochen Dienstag treffen sie sich um 18 Uhr am Volkshochschul (VHS)-Stammtisch für Niederdeutsch in der Rheinsberger Straße in Wittstock.

Winterpause beendet

Nun liegt die Winterpause hinter den Plattsprechern und die Volkshochschule wird wieder zum regelmäßigen Treffpunkt. Doch wer glaubt, dass in den vergangenen Wochen Stillstand herrschte, befindet sich auf dem Holzweg. Denn seit Februar existiert in Brandenburg eine verbindliche Regelung zur Förderung der geschützten Regionalsprache Niederdeutsch.

Meilenstein und Etappensieg

Eine Vereinbarung zwischen dem Land Brandenburg und der niederdeutschen Sprachgruppe stellt die Weichen für die zukünftige Zusammenarbeit. „Das ist wirklich ein Meilenstein und Etappensieg, aber jetzt wartet weiter viel Arbeit auf uns“, sagte Heidi Schäfer beim Stammtisch.

Zehn Jahre kämpften die Plattsprecher in Brandenburg für diese Vereinbarung. Doch eine Pause gönnen sich die Akteure um Heidi Schäfer nicht. „Noch immer ist es mit der Finanzierung schwierig, wenn wir in die Kitas als Sprachpaten gehen“, sagte sie.

Platt ist keine Schriftsprache. Dennoch helfen Wörterbücher bei der Orientierung. Quelle: Christamaria Ruch

Allein mit ehrenamtlichem Engagement steht das Vorhaben auf wackligen Füßen. „Wenn wir bei den Kindern den Einstieg zum richtigen Zeitpunkt verpassen, haben wir keinen langfristigen Erfolg“, sagte sie. Denn je früher der Nachwuchs mit einer neuen Sprache in Berührung kommt, umso größer ist die Nachhaltigkeit.

Das Projekt plattdeutsche Fibel am VHS-Stammtisch entwickelt sich weiter. Ingrid Meckelburg und Heidi Morling arbeiteten vorrangig an der Fibel. „Die letzten Lektionen haben wir jetzt fertig gestellt“, sagte Morling.

Neben Texten sind auch Lieder und Gedichte auf Platt in der Fibel enthalten. Die Herausforderung: Platt ist keine Schriftsprache, die Schreibweisen ergeben sich oftmals nach Gehör. Dennoch geben Wörterbücher eine Orientierung.

Studenten arbeiten an Platt-Fibel

An der Fachhochschule in Potsdam, Fachbereich Design, arbeiteten Studenten an der Illustration der Fibel. „Sieben tolle Vorschläge liegen vor und nach einem Punktesystem wird die Auswahl erfolgen, welche Gestaltung dann in der Fibel umgesetzt wird“, sagte Heidi Morling. „Es gibt schon einen Favoriten“, verriet sie.

Schon jetzt steht die Frage im Raum, wer Plattdeutsch mit der Fibel in den Schulen vermittelt, so Heidi Schäfer. „Es geht vor allem um die Didaktik bei dem Sprachunterricht“, sagte sie.

Der Brandenburger Verein für Niederdeutsch bemüht sich und sucht Wege der Finanzierung für die Fibel. „Das Bildungsministerium interessiert sich dafür, das ist für die plattdeutsche Sprache ein Fortschritt“, sagte Heidi Schäfer.

Jens Gerloff, Plattsprecher aus Ganz Quelle: Christamaria Ruch

Sieglinde Haake aus Wittstock gesellte sich nun erstmals zum Stammtisch Niederdeutsch. „Damit verbinde ich Erinnerungen an meine Kindheit, der Klang ist mir noch geläufig. Mal gucken, was ich so verstehe“, sagte sie. Aus der MAZ erfuhr sie, das sich die Plattsprecher an der VHS regelmäßig treffen.

Auch Jens Gerloff aus Ganz gehört noch zu den Neulingen. Er nimmt seit vergangenem Jahr am Stammtisch Platz. „Mein Opa hatte Platt gesprochen. Früher war Platt in den Dörfern fast überall zu hören, heute ist das fast verschwunden“, sagte Jens Gerloff. „Ich bin hierher gekommen, um Niederdeutsch sprechen zu können.“ Karin Kranz wuchs bei ihren Großeltern auf. „Da wurde Hochdeutsch gesprochen, aber wenn die Verwandtschaft kam, habe ich Platt gehört“, sagte sie.

Von Christamaria Ruch

Ostprignitz-Ruppin Blasorchester in Wittstock - Ensemble feilt am Saisonstart

Das Blasorchester Wittstock hat magnetische Wirkung. Die Musiker kommen aus der gesamten Region und treffen sich jede Woche Donnerstag zur Probe. Sie sind zwischen zwölf und 83 Jahre alt. Bei einzelnen Familien gehört die Musik über die Generationen hinweg zum guten Ton. Anfang April beginnt die neue Saison.

23.03.2018

Fast zwei ganze Jahrzehnte sind seit dem ersten Fußballspiel an der Kyritzer Seestraße um den MAZ-Pokal nun schon vergangen. Was 1999 begann und teils auch schon im Jahr davor, wird nun am Freitag, 15. Juni fortgesetzt. Es ist dann der 20. Anpfiff für Betriebe, Vereine und Einrichtungen aller Art aus der Region.

23.03.2018

Was es mit dem Fund eines laut Polizei „skelettierten menschlichen Schädels“ in Kyritz auf sich hat, wird jetzt untersucht. Bis sein Alter bestimmt ist, könne es aber etliche Wochen dauern. Bislang geht die Polizei von einer „schon längeren Liegezeit“ aus. Die Mordkommission wurde trotzdem eingeschaltet.

22.03.2018