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Ostprignitz-Ruppin Starkregen kostet Jungstörchen das Leben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Starkregen kostet Jungstörchen das Leben
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00:18 06.07.2017
Vergeblich versucht die Störchin auf dem Nest in Dranse ihr Junges zum Futterbetteln zu animieren. Quelle: Privat
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Dranse

Die Dranser Störchin steht aufrecht im Nest. Immer wieder stupst sie vorsichtig mit ihrem Schnabel in das Rückengefieder ihrer zwei Jungstörche, um ihnen ein Lebenszeichen zu entlocken. Aber keine Schnäbel wollen sich ihr mehr entgegenrecken und um Futter betteln. Beide Jungen sind tot. Völlig durchnässt und unterkühlt haben sie den sintflutartigen Regenfällen und Unwettern der vergangenen Woche noch bis zum 30. Juni getrotzt, dann war ihre Lebenskraft am Ende.

„Dass ist kein Einzelfall nach diesem Dauerregen“, sagt Ornithologe Jürgen Kaatz, der regelmäßigem Kontakt zu Horstbeobachtern in der Region hält. Die Tragik ist an vielen Nestern zu beobachten: „Die Eltern bringen noch immer Futter und verteidigen ihre toten Jungen gegenüber Greifvögeln. Die Bindung ist sehr stark“, berichtet Jürgen Kaatz sichtlich bewegt. Dass es nun ausgerechnet auch die Jungvögel im Dranser Horst – also direkt vor seiner Haustür – getroffen hat, mache ihn zwar traurig, aber er weiß, dass er dieses Los mit vielen anderen Storchenfreunden in der Region teile. „Wir werden uns auf solche klimawandelbedingten Ereignisse einstellen müssen.“

Beringung war gerade erst erfolgt

Noch vor wenigen Tagen hatte alles so hoffnungsvoll ausgesehen, als Kaatz am 23. und 24. Juni bei Beringungsaktionen in Blandikow und Klein Haßlow von der MAZ begleitet wurde. In Blandikow befanden sich zwei, in Klein Haßlow vier Jungstörche im Nest.

Und jetzt? Die beiden Jungtiere in Rossow seien tot, sagt Ortsvorsteherin Nicole Rösler. In Blandikow fiel ein Junges herunter, möglicherweise sogar das größere der beiden. Ob das andere noch lebt, sei unklar, so Kaatz. Die vier gut und gleichmäßig entwickelten Jungvögel in Klein Haßlow haben offenbar überlebt. Wolfgang Ramin, der das Nest auf seinem Grundstück beherbergt, berichtete am Montag, dass er drei der vier Jungstörche habe ausmachen können. Glück im Unglück hatten auch die beiden Jungstörche in Neu Biesen, wie Kaatz mitteilt. Sie leben.

Noch ist nicht überall bekannt, wie es in den Nestern der Region aussieht. Trotz einiger Lichtblicke werde jedoch das ganze Ausmaß des Jungstorchsterbens auf einer Probefläche im angrenzenden Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern deutlich. Dort seien am vergangenen Wochenende von 34 Jungstörchen 20 tot im Nest gefunden worden.

Oftmals Tod durch Lungenentzündung

Das Problem: Noch sehr kleine Jungstörche könnten direkt unter die Körper oder Flügel der Eltern schlüpfen. Das sogenannte Hudern bewahre sie vor den schlimmsten Witterungseinflüssen. Und sehr weit entwickelte Jungstörche schütze ihr schon gut entwickeltes Gefieder. Besonders hart habe es die drei bis fünf Wochen alten Jungen getroffen. „In diesem Alter werden sie oft nicht mehr gehudert, besitzen aber auch noch kein voll entwickeltes Gefieder in der Bauchregion. Sie durchnässen, unterkühlen und erkranken meist an Lungenentzündung – ein Todesurteil“, erläutert der Ornithologe. In diesem kritischen Alter seien die Jungen in Berlinchen, Dranse, Sewekow und Blandikow. Auch wenn noch sehr junge Störche dem Regen entronnen sind: Es bleibt nur wenig Zeit, um groß und stark genug für die lange Reise zu werden.

Auch andere Vogelarten leiden

Nicht nur die Weißstörche litten unter dem Dauerregen. Auch Turmfalken- und Schleiereulenbruten dürften jetzt noch weiter erhebliche Verluste erleiden. Denn für sie werde es nun schwieriger, Beute zu finden, weil „mindestens zwei Feldmausgenerationen in ihren Bauen regelrecht ertrunken“ seien. Doch gerade Feldmäuse würden für die Versorgung des nestjungen Nachwuchses dringend gebraucht. „So etwas gleicht sich nicht von heute auf morgen wieder aus“ so Kaatz.

Am schlimmsten dürfte es aber am Boden brütende Kleinvogelarten wie Lerchen, Pieper, Ammern und Braunkehlchen getroffen haben, speziell deren Nestjunge oder Gelege. Durch die Überschwemmung wassergesättigter Böden geht Jürgen Kaatz hier von „hundertprozentigen Verlusten“ aus.

Von Björn Wagener

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