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Sternfahrt über Wittstocks höchsten Berg

Anradeln in der Prignitz Sternfahrt über Wittstocks höchsten Berg

42 Wittstocker radelten am Samstag bei der Sterntour „Anradeln in der Prignitz“ bis nach Pritzwalk. Dabei erfuhren sie einiges über die Ortsteile der Dossestadt sowie deren höchste Erhebung. Dort angekommen, lüftete Tourführer Günther Lutz nach einer Stärkung endlich das Geheimnis um Wittstocks höchsten Berg und dessen Namensentstehung.

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Auf dem Berg gab es vom Hirschhof Hildebrandt Schnittchen und Kaffee für die Tourteilnehmer.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Etwas spannend hatte es Fahrradtouristenführer Günther Lutz für die mehr als 42 Teilnehmer der Sterntour „Anradeln in der Prignitz“ am Sonnabend schon gemacht. Als sich die Radler gegen 8.30 Uhr vor der Touristinfo in Wittstock sammelten, hieß es nur „Frühstück gibt’s dann nachher auf Wittstocks höchstem Berg“. Um welchen Berg es sich dabei handelte, verriet Lutz zunächst nicht.

Bevor die Teilnehmer auf ihrer rund 55 Kilometer langen Tour von Wittstock nach Pritzwalk und wieder zurück auf der mysteriösen Anhöhe neben Kaffee und Schnittchen auch die herrliche Aussicht über Felder und Wälder genießen konnten, mussten sie erstmal in die Pedalen treten. Über Biesen, Eichenfelde, Wulfersdorf und Tetschendorf ging es rund 20 Kilometer bis nach Niemerlang.

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Auf ihrer Sternfahrt „Anradeln in der Prignitz“ machten 42 Wittstocker Frühstückspause auf dem höchsten Berg der Dossestadt. Über Biesen, Wulfersdorf, Niemerlang und Sadenbeck ging es nach Pritzwalk und wieder zurück.

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An der Spitze des Radlerzuges fuhr Lutz in flinkem Tempo voran, wo größere Kreuzungen oder Gabelungen zu befahren waren, sorgte ein die Gruppe begleitender Streifenwagen der Wittstocker Polizei für sicheres Durchkommen. Polizist Jörg Rachow und seine Kollegin Manuela Hennig waren selbst gespannt, welchen Berg ihnen Günther Lutz gleich präsentieren würde.

In Niemerlang hatten die Radler bei einer kurzen Verschnaufpause die Möglichkeit, die dortige Kirche bewundern. „Sie wurde 1848 erbaut, 40 Jahre später kam dann die Lütkemüller-Orgel rein“, informierte der Wittstocker Fahrradhändler Ulrich Nehls, der die Gruppe mit seinem Transporter begleitete, den Tourteilnehmern. In Niemerlang stieß Lothar Müller aus Freyenstein mit seinem Fahrrad zur Gruppe. „Ich habe gehört, dass die Tour nicht über Freyenstein führt, also bin ich kurzerhand hierher geradelt“, sagte er, der die Teilnehmerzahl damit auf 42 Wittstocker erhöhte.

Die Teilnehmer während einer kurzen Rast

Die Teilnehmer während einer kurzen Rast.

Quelle: Christian Bark

Dann machte sich der Zug auf, um die letzten Kilometer bis zum Frühstücksbuffet zu meistern. „Die letzte Strecke bis zum Berg müssen sie bis zu 25 Meter Höhenunterschied bezwingen“, erklärte Nehls. Angekommen auf dem Berg, dessen Namen ein Großteil der Radler auch jetzt noch nicht erahnte, wurde die Gruppe zunächst einmal von Björn Hildebrandt und seiner Frau, Inhaber des Freyensteiner Hirschhofs Hildebrandt, mit Kaffee, Schnittchen und selbstgemachten Bouletten empfangen.

Bouletten gab es für Pudeldame Sofie, die die gesamte Tour über im Fahrradkorb von Harald Mücke ausharrte, zwar nicht, dafür kam Herrchen aber mit einem Leckerli daher. „Sofie und ich fahren schon das vierte Mal mit“, sagte Mücke. Das sei langsam schon Tradition. Dann stärkte sich auch der Hundebesitzer am Frühstücksbuffet.

Der Engelberg gilt als höchster Punkt

Der Zeitpunkt war nun für Günther Lutz gekommen, das Geheimnis um den höchsten Berg auf Wittstocker Boden zu lüften. „Sie kennen vielleicht alle den Hexen- oder Hottenberg“, sagte er. Die hätten lange Zeit als höchste Erhebungen der Stadt gegolten. Dann zeigte Lutz auf den in knapp 200 Metern Luftlinie entfernt liegenden Mühenberg. Der sei anders als lange angenommen höchstens 126,5 Meter hoch, da die Fundamentreste der Mühle nicht mitgezählt werden dürften. Um knapp 90 Zentimeter steche der Engelberg, auf dem sich die Radler nun befanden, seinen Gegenüber als höchste Erhebung Wittstocks. „Die Erkenntnis geht auf Nachforschungen von Wolfgang Dost zurück“, verwies Lutz auf den Wittstocker Historiker. „Wenn der Herbstnebel den Berg umhüllt, scheint es, als wandere hier eine weiße Frau entlang“, erklärte Lutz das Zustandekommen des Bergnamens.

Weniger himmlisch soll es vor Urzeiten im wenig entfernten Niemerlang zugegangen sein, wie Ulrich Nehls berichtete. Dort soll der Sage nach der Teufel über die Felder spaziert sein und sich an den Feldsteinen den Fuß gestoßen haben. Als Folge hatte der Satan von da an einen Klumpfuß und soll geschimpft haben: „Hier gehe ich nie mehr lang.“ So soll der Name des Ortes entstanden sein.

Nach Schnittchen und Histörchen ging es für die Gruppe noch knapp 20 Kilometer weiter über Rohlsdorf und Sadenbeck nach Pritzwalk, dem Zielort der Sternfahrt. Am frühen Nachmittag folgte dann die Rücktour entlang der Bischofsroute über Heiligengrabe.

Von Christian Bark

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