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Still ruht der Ententeich

Kunsterspring Still ruht der Ententeich

Der Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin wird noch lange mit den Folgen der Vogelgrippe zu kämpfen haben. Einen großen Teil seiner Wasservögel musste der Tierpark im Winter töten. Es hatte Jahrzehnte gedauert, den Bestand aufzubauen. Aber auch mit weniger Enten haben die Besucher Spaß.

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Früher sind Ina und Rolf Langguth aus Sonneberg im Sommer mit ihren Kindern nach Kunsterspring gekommen. Jetzt zeigen sie Patenkind Ronja den Tierpark.

Kunsterspring. Irgendwie wirkt der Blick verunsichernd. Dabei sitzt der Uhu eigentlich entspannt auf seinem Ast, die mächtigen Greife fest um das Holz geschlossen. Mit seinen gelben Augen lässt der beeindruckende Vogel die Besucher keinen Moment unbeobachtet, sobald sie das Gehege betreten haben. Nur wenige Meter trennen die Gäste von dem großen Vogel. Bei jedem Schritt dreht das Tier seinen Kopf ein bisschen weiter, bis sich irgendwann die Tür zum Nachbargehege öffnet. Schlagartig verliert der Uhu das Interesse an seine Gästen und wendet sich ab.

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Heimische Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, viel über deren Lebensweise erfahren und dazu ein buntes Familienprogramm erleben. Am Sonntag ist diese Kombination wieder möglich. Dann startet das 32. Familienfest im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin.

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Kaum auszudenken, was passiert wäre, wenn die Vogelgrippe Anfang des Jahres auch das Eulengehege im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin erreicht hätte, die Störche oder die Kraniche. Zum Glück sind die alle verschont geblieben. „So gesehen sind wir noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Tierparkleiter Peter Mancke: „Mit einem tiefblauen.“

Einen großen Teil seiner Wasservögel hat der Tierpark verloren, als im Winter die Geflügelpest in einem Freigehege festgestellt wurde. Eigentlich herrschte da schon längst Stallpflicht für alles Geflügel. Der Tierpark Kunsterspring hatte eine Ausnahmegenehmigung: Manche Tiere lassen sich nicht so einfach in einen Stall sperren. Tauchenten zum Beispiel.

Der Stall soll die Tier eigentlich davor schützen, dass sie mit Wildvögeln in Kontakt kommen und sich so mit den Viren der Vogelgrippe infizieren können. Damit bei Tieren, die nicht eingestallt werden können, die Viren möglichst schnell erkannt werden, bekommen sie Vögel zur Seite, von denen bekannt ist, dass sie schneller als andere die Symptome der Krankheit zeigen. Hühner infizieren sich zum Beispiel schneller als Enten.

Etwa hundert Tiere mussten wegen der Geflügelpest sterben

Als im Frühjahr bei zwei Hähnen im Wassergeflügelgehege des Tierparks die gefürchteten Viren nachgewiesen wurden, war das für das Veterinäramt ein Alarmzeichen. Sicherheitshalber ließ die Amtstierärztin sämtliche frei lebenden Enten, Gänse und andere Vögel aus dem Gehege töten. Rund 100 Tiere mussten sterben.

„Das hat uns schon hart getroffen“, sagt Tierparkleiter Peter Mancke. Hart war es auch, weil er weiß, dass die Ämter in anderen Regionen Deutschlands anders auf die Gefahr reagiert haben. Auch in Cottbus wurde im Tierpark bei Vögeln der Erreger festgestellt. Die Einrichtung musste schließen, getötet wurden dort aber keine weiteren Tiere. Andererseits: Vorbeugung ist besser, als den gesamten Bestand zu verlieren, auch die Eulen, Störche und die anderen Vögel.

Zwei Monate lang war der Tierpark für Besucher geschlossen. In der Bilanz wird sich das bemerkbar machen, da ist auch Peter Mancke sicher. Auch wenn im Winter natürlich weniger Besucher kommen als in den Sommermonaten.

Vogelgrippe kann immer wieder auftreten

Mit den Folgen der Vogelgrippe hat der Tierpark noch lange zu kämpfen. Noch ist auch nicht ganz klar, wie er damit umgehen wird. Gleich am Eingang erklärt ein Schild den Besuchern, warum im Ententeich kaum noch Enten zu sehen sind. Die getöteten Tiere zu ersetzen, dürfte nicht einfach werden. „Der Bestand ist ja über Jahrzehnte gewachsen“, sagt Mancke. 20 oder 25 verschiedene Arten konnten er und seine Kollegen den Gästen zeigen. Sie alle wieder zu beschaffen, ist schwer.

Und es ist fraglich, wie sinnvoll das ist. Was, wenn im nächsten Herbst wieder eine landesweite Stallpflicht ausgerufen wird? Oder wenn wieder infizierte Tiere im Tierpark oder in der Nähe entdeckt werden? Peter Mancke ist ein wenig ratlos: „Wenn selbst in Industrieställen mit ihren Luftschleusen und strengen Hygienevorschriften die Geflügelpest ausbricht – wie sollen wir uns dann effektiv schützen?“

Der Tierpark hat viel mehr zu bieten als Enten und Gänse

Einige Tiere leben inzwischen wieder rund um den Ententeich. Ein paar Gänse lassen es sich gut gehen, einzelne Enten und Störche. Und natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken in Kunsterspring. Daflorian zum Beispiel. Der junge Wisentstier ist einer der Besucherlieblinge und hat sich gut in Kunsterspring eingelebt. Seine Partnerin Spelunke ist mit fast 25 Jahren schon eine Seniorin; im Herbst will der Tierpark versuchen, noch eine zweite, jüngere Kuh zu bekommen.

Am Sonntag, 11. Juni, feiert Kunsterspring sein 32. Tierpark- und Kinderwaldfest mit Musik, Spielen und Clownerie. Los geht es um 14 Uhr.

Von Reyk Grunow

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