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Stippvisite in den Ruppiner Kliniken

Neuruppiner Krankenhaus untersucht auch minderjährige Flüchtlinge Stippvisite in den Ruppiner Kliniken

In den Ruppiner Kliniken sind bisher fast 140 minderjährige, auf sich allein gestellte Flüchtlinge untersucht worden. Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt aus dem Potsdamer Gesundheitsministerium sah sich am Donnerstag in den Räumen um. Sie kündigte an, das Land werde alle Kosten der medizinischen Versorgung übernehmen.

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Chefarzt Erik Weidmann zeigte Staatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (l.) auch den Computer mit den Übersetzungsprogrammen.

Quelle: Andreas Vogel

Neuruppin. In den Ruppiner Kliniken sind bisher fast 140 minderjährige Flüchtlinge, die ohne Begleitung ihrer Eltern unterwegs sind, ärztlich untersucht worden. Dabei habe es zwei Verdachtsfälle auf Tuberkulose gegeben, die sich jedoch nicht bestätigt haben, sagte am Donnerstag Chefarzt Erik Weidmann, der die zentrale Notaufnahme leitet. Weitaus häufiger hat es unter den jungen Patienten Hautprobleme sowie Entzündungen des Nagelbetts am Fuß gegeben, die durch die lange Flucht zu Fuß hervorgerufen wurden.

Im Krankenhaus sprechen zwei Mitarbeiter Farsi

Das Neuruppiner Krankenhaus kümmert sich im Auftrag des Landes um die ärztliche Erstuntersuchung minderjähriger Flüchtlinge ohne Eltern, die in Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel und dem Havelland untergebracht sind. Das ist schon eine Herausforderung. Immerhin holen die Kliniken die Jugendlichen von ihrer Unterkunft ab und fahren sie auch wieder zurück. Hinzu kommt, dass viele der Jugendlichen traumatisiert sind – entweder durch die Ereignisse in ihrer Heimat oder durch die während der Flucht. Nicht zu vergessen: die Sprachbarriere.

Das Krankenhaus hat Glück. Es hat zwei Mitarbeiter, die Farsi sprechen. Diese Sprache ist vor allem im Iran und in Afghanistan weit verbreitet. Zwar behelfen sich die Ärzte und Schwestern in den Ruppiner Kliniken viel mit Piktogrammen, um zu erfahren, ob die jugendlichen Flüchtlinge unter Krankheiten leiden. „Bei posttraumatischen Belastungsstörungen sind wir aber dringend auf die Sprache angewiesen“, sagte Chefarzt Weidmann. Mitunter reicht für die Verständigung der handliche Tablet-Computer, den sich die Kliniken angeschafft haben und der mehrere Übersetzungsprogramme bereit hält. Doch werde auch immer mal ein Dolmetscher benötigt.

Chefarzt begrüßt das Einführen der Gesundheitskarte

„Das Land wird alle Kosten für die medizinische Betreuung der Flüchtlinge übernehmen“, sagte Almuth Hartwig-Tiedt. Die Staatssekretärin im Potsdamer Gesundheitsministerium weilte am Donnerstag zu einem kurzen Arbeitsbesuch im Neuruppiner Krankenhaus. Sie sah sich dabei auch in den Räumen für die Erstuntersuchung der jugendlichen Flüchtlinge um. Eine psychotherapeutische, psychische oder kieferorthopädische Betreuung der Geflüchteten ist in den ersten 15 Monaten ihres Aufenthalts in Deutschland nicht möglich. Das hat der Gesetzgeber ausgeschlossen. Erst nach den 15 Monaten erhalten die Flüchtlinge eine Gesundheitskarte. Mit dieser können sie sich an einen Arzt wenden, ohne zuvor bei einer Behörde um Erlaubnis fragen zu müssen.

Chefarzt Weidmann begrüßte ausdrücklich das Einführen der Gesundheitskarte. Der Arzt hofft, dass damit einige der bürokratischen Hürden verschwinden und die Behandlung der Patienten erleichtert wird. Die Kliniken sind darauf vorbereitet: Sie pflegen auch die Daten der Flüchtlinge in ein digitales System ein. Das hat den Vorteil, dass die Daten jederzeit wieder abgerufen werden können, wenn sie gebraucht werden.

Von Andreas Vogel

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