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Stöffin fürchtet den Kahlschlag

Straßenbäume zu gefährlich Stöffin fürchtet den Kahlschlag

Seit Jahrzehnten prägen die das Bild vom Dorf – jetzt könnte ein Großteil der Straßenbäume von Stöffin gefällt werden. Die Baumwarte der Stadt sehen kaum Alternativen. Die meisten Linden sein nicht mehr standsicher, heißt es. Ortsvorsteher Harald Krumhoff will das nicht einfach hinnehmen. Notfalls sollen die Stadtverordneten die Fällungen stoppen.

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Die alten Bäume prägen Stöffins Ortsbild maßgeblich.

Quelle: Reyk Grunow

Stöffin. Ein Dorf fast ganz ohne Bäume? Stöffins Ortsvorsteher Harald Krumhoff kann sich das nicht vorstellen. Seit Jahrzehnten prägen Bäume entscheiden das Bild von Stöffin. Jetzt sollen viele gefällt werden. Krumhoff will das auf keinen Fall hinnehmen und hat deshalb jetzt im Bauausschuss der Stadt Alarm geschlagen.

„90 Prozent der Linden im Dorf sind nicht mehr standfest“, fasste der Ortsvorsteher zusammen, was er von den Baumwarten der Stadt erfahren hat. Diese „Kopflinden“ wurden vor Jahrzehnten einmal gepflanzt und dann regelmäßig eingekürzt wurden, damit sie keine zu große Korne ausbilden. Seit den 90er Jahren war das Beschneiden aber verboten. Die Linden haben inzwischen so viele schwere Äste, dass die Stämme sie kaum tragen können. Die Bäume könnten auseinanderbrechen oder umstürzen.

An der Zufahrt zum Ort wurden schon mehrere große, alte Bäume gefällt

An der Zufahrt zum Ort wurden schon mehrere große, alte Bäume gefällt. Wer die Reste der ausgehöhlten Stämme sieht, wundert sich vielleicht, dass die Bäume nicht schon von selbst umgestürzt sind.

Quelle: Reyk Grunow

Die Baumfachleute der Stadt wollen deshalb etliche der Linden fällen lassen, sagt Krumhoff und will sich gar nicht vorstellen, wie es in Stöffin dann ausseht: „Dann steht kein einziger Baum mehr an den Straßen im Dorf.“

Dabei würde es ausreichen, die Linden wieder wie früher radikal zu beschneiden, ist der Ortsvorsteher überzeugt. Die kopflosen Stämme könnten wieder neu austreiben – ohne ihre Last seien sie jedenfalls wieder sicher. Und notfalls könnten sie später immer noch gefällt werden.

Wo Leitungen im Boden liegen, dürfen keine Bäume gepflanzt werden

Die Baumwarte halten von der Lösung offenbar wenig. Viele Bäume seien zu sehr geschädigt, um sie stehen zu lassen, hat Krumhoff erfahren. Ob sie überhaupt noch einmal austreiben, sei fraglich. Doch er ist nicht bereit, das hinzunehmen, zumal in Stöffin ein weiteres Problem besteht: Bei Nietwerder und auch in Neuruppin hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen auch dutzende alte Bäume fällen lassen. Dort sollen wieder neue gepflanzt werden – in Stöffin geht das offenbar nicht so einfach. Links und rechts der Straßen liegen Leitungen im Boden – und über Leitungen dürfen keine Bäume gepflanzt werden.

Neuruppins Bauamtsleiterin Marga Reinus bestätigte, dass es eine solche Vorschrift gibt. Die gilt aber nicht nur für Stöffin und sei auch keine Erfindung aus dem Rathaus. Die Verwaltung prüfe gerade, wie trotz der Leitungen Bäume nachgepflanzt werden können – vielleicht in Containern.

Ortsvorsteher zweifeln an der Kompetenz der Baumwarte

Wulkows Ortsvorsteher Sven Deter war das im Bauausschuss am Donnerstag zu vage: Die Bäume in Stöffin dürfen auf keinen Fall unter die Kettensäge kommen, forderte er und zweifelte offen an, ob die Baumwarte die Lage überhaupt richtig einschätzen können. Deter: „Wenn der Ortsteil will, dass die Bäume auf Kopf geschnitten werden, dann müssen sie auf Kopf geschnitten werden. Da interessiert mich die Meinung eines Baumpflegers nicht.“ In den Dörfer hätte die Menschen schließlich genügend Ahnung, wie man mit Bäumen umgehen muss.

Marga Reinus wies die Kritik entschieden zurück: „Die Baumpfleger sind die letzten, die kahle Straßen wollen.“ Sie seien aber auch für die Sicherheit der Bürger verantwortlich, wenn sie den Zustand der Bäume beurteilen. Wenn die Abgeordneten das Urteil der Fachleute überstimmen, dann müssten sie auch die Haftung übernehmen.

Der Bauausschuss war in der Zwickmühle zwischen öffentlicher Sicherheit und Erhalt des Ortsbildes. Sein Kompromiss: Zumindest dort, wo ein Nachpflanzen nicht möglich ist, sollen die Linden in Stöffin nur radikal zurückgeschnitten werden, aber keinesfalls gefällt.

Von Reyk Grunow

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