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Ostprignitz-Ruppin Erste Störche in Wittstock beringt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Erste Störche in Wittstock beringt
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19:51 23.06.2015
Jürgen Kaatz beringte die ersten Jungstörche. Quelle: Privat
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Eichenfelde

Ein Blick in die Kinderstube der Störche in Eichenfelde und Neu Biesen wagte vor einigen Tagen Ornithologe Jürgen Kaatz. Zwei kleine Adebare in Neu Biesen und drei in Eichenfelde bekamen jeweils ihre Ringe verpasst. Es war die erste Beringungsaktion in der diesjährigen Brutsaison. Und die gab Kaatz Grund zur Freude. Die Vögel waren nicht nur wohlauf, sondern auch die Nester „pieksauber“. Das ist nicht selbstverständlich, denn zuweilen verwenden die Tiere auch hochfestes Plastikgarn, das sie auf Feldern finden. Für den Nachwuchs kann das tödliche Folgen haben, wenn sich die Jungtiere damit strangulieren. „Storchennester sind auch immer ein Spiegelbild des Zustandes landwirtschaftlicher Flächen“, sagt Jürgen Kaatz. Er hat schon unzählige Vögel beringt, darunter auch viele Störche, und fand dabei so manche Überraschung: „Zu DDR-Zeiten lag da einmal ein Teil aus der Zeitung ‚Neues Deutschland‘ mit dem Wahlergebnis der Volkskammer. Die Störche hatten darauf gekackt. Ein anderes Mal fand sich ein BH im Nest.“ Jürgen Kaatz ist froh, dass sich bei den Beringungsaktionen vor Ort auch immer wieder interessierte Menschen finden, die helfend zur Seite stehen und sich engagieren, wie etwa Lutz Behrend oder auch Thomas Behrendt aus Eichenfelde, der die Gelegenheit nutzte, um die Jungvögel kurz zu streicheln und Fotos zu machen. „Die Aktion kam ganz überraschend. Jürgen Kaatz wollte die Störche eigentlich erst eine Woche später beringen, aber sie sind in ihrer Entwicklung schon sehr weit, sodass er fürchtete, sie könnten dann aus dem Nest springen“, erzählt Thomas Behrendt. Also wurde das Ganze kurzerhand um eine Woche vorverlegt. Es sei die zweite Beringung in Eichenfelde, weil das Nest erst seit fünf Jahren besteht, so Thomas Behrendt. Auch die Hebebühne für das luftige Unterfangen stellte der Wittstocker Unternehmer Ronald Nikolowius kostenlos und kurzfristig zur Verfügung. „In solchen Fällen muss man den unternehmerischen Gedanken mal hintenanstellen“, sagt er.

Von Björn Wagener

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