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Storch in Wernikow vom Blitz erschlagen

Gewitter mit dramatischen Folgen Storch in Wernikow vom Blitz erschlagen

Einer der beiden Störche, die den Horst in Wernikow (Ostprignitz-Ruppin) bewohnten, ist am Samstag vom Blitz erschlagen worden. Damit erreichte die diesjährige Pechsträhne der Störche in Wernikow ihren dramatischen Höhepunkt: „Ich bin stinksauer über diesen Blitz“, sagt Ornithologe Jürgen Kaatz.

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Jan-Steffen Grünhagen aus Wernikow mit dem vom Blitz erschlagenen Storch.

Quelle: Foto (2): Björn Wagener

Wernikow. Der Tod kam plötzlich, aber nicht aus heiterem Himmel: Während die Wernikower am Samstagnachmittag ihr Dorffest feierten, wurde ein Storch im Ort vom Blitz erschlagen. Man fand ihn direkt unter dem Horst. Damit erreichte die Pechsträhne der einstigen Vogelfamilie in Wernikow ihren Höhepunkt. Denn das Storchenpaar hatte zuvor bereits seine beiden Jungen verloren. „Sie waren eines Tages einfach weg. Wo sie geblieben sind, ist unbekannt“, sagt Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse.

Ihn nahm der Vorfall am Samstag sichtlich mit: „Ich bin stinksauer über diesen Blitz.“ Denn das Brutjahr sei ohnehin katastrophal. „Es ist zu trocken, sie finden kein Futter, müssen sich am Straßenrand etwas suchen und werden dabei mitunter auch überfahren. Es wurden ohne Ende Junge aus den Horsten geworfen, weil die Alten sie nicht mehr ernähren konnten – oder es wurden Junge von den eigenen Eltern gefressen. Muss man dazu noch etwas sagen?“, berichtet Kaatz und ärgert sich über die Mais-Monokulturen, die nicht nur den Störchen, sondern auch vielen anderen Tieren die Nahrungsquelle nähmen und für eine „dramatische Artenverarmung“ sorgten. „Jeder Storch, der in diesem Jahr überlebt, müsste eigentlich das Bundesverdienstkreuz bekommen.“

Ein schwarzes Storchenjahr

Gleichzeitig ist der Ornithologe aber auch froh über den guten Kontakt zu Landwirt Hans-Heinrich Grünhagen, der ihn umgehend über den Tod des Storches informierte. „Wir müssen dieses individuelle Verantwortungsgefühl stärken. Denn die Bauern haben es in der Hand“, sagt Kaatz. Jede Brachfläche helfe den Störchen zu überleben. Etwa 2,3 Kilogramm Futter bräuchten die Vögel täglich für ihren Nachwuchs – in den ersten drei Wochen vor allem Regenwürmer, weil die Kleinen noch keine größere Beute wie Mäuse schlucken können. Für den Ornithologen steht fest: „Störche sind für jedes Dorf ein Geschenk.“

Deshalb sorgte der örtliche Heimatverein „Alte Schule“ in Wernikow kürzlich auch für eine Webcam am Horst, die den Blick in das – nun jedoch leere – Vogeldomizil ermöglicht. Lediglich ältere Bilder erinnern an das Vogelpaar und seine Jungen, von dem jetzt nur noch ein einziges Tier am Leben ist.

Gute Nachrichten von Adebar in Randow

Der vom Blitz getötete Vogel war am 8. Juli 2013 in Kähmen bei Hitzacker (Niedersachsen) nestjung beringt und das nächste Mal am 29. März 2015 in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) gesichtet worden. Am 18. März 2016 wurde er dann in Neu-Biesen „abgelesen“, also an der Ringnummer erkannt. „Er war damit dieses Jahr einer der ersten Störche im Altkreis“, sagt Naturfreund und Hobbyornithologe Lutz Behrend aus Neu-Biesen, dem die Dokumentation dazu vorliegt. Er hat selbst ein Storchenhorst im Garten, das er vom Haus aus mit dem Fernrohr gut beobachten kann. Von den ursprünglich vier Jungen seien noch zwei am Leben, die am Freitag von Jürgen Kaatz beringt wurden. Sie seien zwei und 2,4 Kilogramm schwer und damit etwa 100 Gramm leichter als die Jungvögel bei der Beringung im vergangenen Jahr.

Doch dem schwarzen Storchenjahr zum Trotz: In Randow gibt es gute Nachrichten von Adebar. Dort ist der Horst im Garten der Familie Parchen nach etwa zehnjährigem Leerstand endlich von einem Vogelpaar angenommen worden, berichtet Brigitte Parchen. „Das freut uns sehr.“ Offenbar seien zwei Junge im Horst.

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Von Björn Wagener

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