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Ostprignitz-Ruppin Straftäter will Therapie, aber bekommt sie nicht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Straftäter will Therapie, aber bekommt sie nicht
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17:49 13.08.2016
Quelle: DPA
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Neuruppin/Eberswalde

Karsten J. hat schon viele Straftaten begangen. „Mit 14 habe ich versucht, die Sparkasse in der Neuruppiner Schinkelstraße zu überfallen“, sagt der 30-Jährige. Grund: „Ich brauchte Geld zum Feiern.“

Der Überfall damals ging zwar schief – doch seine kriminelle Laufbahn weiter. Bei den Einbrüchen ging es meist um Alkohol und Zigaretten. Derzeit sitzt Karsten J., inzwischen 30, im Maßregelvollzug in Eberswalde. Er war vom Landgericht Neuruppin im vergangenen Jahr wegen bandenmäßigen Diesbstahls zu einer Strafe von fünf Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Gemeinsam mit Kumpanen war Karsten J. in mehrere Sparkassenfilialen in Oranienburg, Hennigsdorf und Leegebruch sowie mehrfach in einen Supermarkt in Bötzow (ebenfalls in Oberhavel gelegen) eingebrochen. Im Maßregelvollzug in Eberswalde soll der 30-Jährige eine Therapie machen. Dazu hat ihn das Landgericht verurteilt, nachdem ein Gutachter aus Berlin festgestellt hatte, dass Karsten J. abhängig von Alkohol und Amphetaminen ist und zudem eine Persönlichkeitsstörung aufweist.

Als unbequemer Patient bekannt

Seit Anfang April bemüht sich Karsten J. um Aufnahme in eine der Therapiegruppen. „Ich will eine Therapie machen und mich ändern.“ Er wolle lernen, wie er seine Sucht nach Alkohol und Drogen in den Griff bekommt, um künftig straffrei leben zu können. „Doch mir wird die Therapie verweigert. Ich werde boykottiert, weil ich ein unbequemer Patient bin und den Mund aufmache, wenn mir was nicht passt“, sagt Karsten J. Das hatte der Neuruppiner auch während seiner Untersuchungshaft in Wulkow vor einem Jahr gezeigt. Er gehörte in der Justizvollzugsanstalt (JVA) zu den Häftlingen, die eine Kommission gründeten, um auf Missstände in Wulkow aufmerksam zu machen. Dabei ging es um schlechtes Essen, zu kurze Ausgangszeiten, zu kalte Duschen und unberechtigt geöffnete Briefe. Sogar der Landtag hat sich daraufhin mit der Situation in Wulkow beschäftigt.

Eingabe an den Petitionsausschuss des Landtages

Weil der Maßregelvollzug in Eberswalde seinen Bitten auf eine Therapie bisher nicht gefolgt ist, hat sich Karsten J. auch jetzt an den Petitionsausschuss des Landtages gewandt. Manfred Korte, Sekretariatsleiter des Gremiums, will das weder bestätigen noch dementieren. „Wir geben generell keine Auskünfte zu Petitionen“, so Korte. Deshalb ist ungewiss, ob und wann sich das Gremium mit dem Fall von beschäftigen wird.

Die Chefärztin Manuela Stroske wollte sich am Freitag nicht dazu äußern, warum Karsten J. im Maßregelvollzug keine der verordneten Therapien machen darf. „Wir versuchen, mit allen Patienten zu arbeiten und sie zu einer Therapie zu motivieren“, sagte sie nur. Wenn das nicht gelänge, müsste darüber im Einzelfall diskutiert werden und dann eben das Gericht entscheiden. Die Folge: Der Betroffene wird aus dem Maßregelvollzug verlegt und tritt stattdessen eine Haftstrafe an. Karsten J. befürchtet, dass genau das das Ziel ist – trotz seiner wiederholten Wünsche nach Therapie.

Berlin lässt seine Patienten nicht einfach fallen

Sein Anwalt Oliver Freitag räumt ein, dass sein Mandant „eine schwierige Persönlichkeit“ ist. Schließlich war dieser erst im Juni geflüchtet und drei Wochen später bei einem Einbruch in einen Zigarettenladen in Lindow gefasst worden. Gleichwohl sollten schwierige Patienten nicht von Therapien ausgeschlossen werden, zumal wenn sie diese selbst wollen. „Im Maßregelvollzug Berlin wird der Behandlungsauftrag sehr ernst genommen. Da werden Patienten nicht einfach fallen gelassen“, sagte Freitag. Aber Karsten J. muss seine Strafe im Land Brandenburg verbüßen.

Von Andreas Vogel

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