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Ostprignitz-Ruppin Straftaten im Norden nehmen zu
Lokales Ostprignitz-Ruppin Straftaten im Norden nehmen zu
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00:32 30.03.2018
Diebstähle sind in der Statistik der Polizei die Straftaten, die am häufigsten in der Region verübt werden. 2017 gingen sie leicht zurück. Quelle: DPA
Neuruppin

Die Entwicklung im Bereich der Polizeidirektion Nord bleibt widersprüchlich. Klar ist, dass der Bereich Oberhavel trotz eines Rückgangs der dort registrierten Straftaten um 5,5 Prozent der Schwerpunkt bleibt. Denn in Oberhavel gab es 2017 mehr als 12 800 Fälle, die die Polizei verfolgt hat. Zum Vergleich: In Ostprignitz-Ruppin wurden 7625 Fälle registriert, in der Prignitz waren es 4832 Fälle. Allerdings ist die Zahl der im Vorjahr angezeigten Straftaten in Ostprignitz-Ruppin und Prignitz im Gegensatz zu Oberhavel gestiegen – in Ostprignitz-Ruppin um 1,9 Prozent, in der Prignitz sogar um 4,2 Prozent.

Unterschiedliche Entwicklung bei Einbrüchen und Diebstählen

Gestiegen ist in der Prignitz im vergangenen Jahr die Aufklärungsquote von 59,2 auf 63 Prozent, in Ostprignitz-Ruppin ist sie dagegen gesunken – von 62,3 auf 60,4 Prozent.

In der Prignitz wurden 2017 genau 65 Wohnungseinbrüche begangen, das sind 13 weniger als ein Jahr zuvor. Zudem konnten 13 Fälle aufgeklärt werden.

In Ostprignitz-Ruppin ist die Zahl der Wohnungseinbrüche indes 2017 um neun auf 133 gestiegen. Nur 34 Fälle wurden aufgeklärt, ein Jahr zuvor waren es noch 37 Fälle.

Die Zahl der Autodiebstähle ist in der Prignitz gesunken, von 27 im Jahr 2016 auf 23, zwölf Fälle konnten aufgeklärt werden. In Ostprignitz-Ruppin wurden hingegen 61 Autos gestohlen, zwölf mehr als 2016 – 23 Fälle wurden aufgeklärt.

Gesunken ist in beiden Kreisen die Zahl der Diebstähle aus Büros und Werkstätten, in der Prignitz von 92 auf 77, in Ostprignitz-Ruppin von 222 auf 167.

Gleichwohl sieht Frank Storch, der Chef der Polizeidirektion Nord, die für Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel zuständig ist, keinen Grund zur Besorgnis. „Wir leben hier ähnlich sicher wie in Bayern und in Rheinland-Pfalz“, sagte er am Dienstag bei der Präsentation der Kriminalitätsstatistik für 2017. Das könnte zum einen daran liegen, dass die Aufklärungsquote in der Region mit 56,5 Prozent weiterhin über dem Landesdurchschnitt von 55,3 Prozent liegt.

Immer mehr junge Tatverdächtige

Zum anderen ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr um mehr als 30 Prozent gesunken. Es sei im vergangenen Jahr gelungen, bundesweit mehrere Tätergruppen zu fassen, sagte Olaf Gaebel, Chef der Kriminalpolizei. Dadurch sei natürlich auch das Risiko gestiegen, dass Täter entdeckt und gefasst werden, zumal immer mehr Wohnungsinhaber immer besser sichern. „Auch die Polizei berät dabei“, betonte Gaebel. Gleichwohl sei jeder der 563 im Vorjahr registrierten Einbrüche einer zu viel, so Storch. Deshalb werde die Polizei in dem Bereich nicht locker lassen.

Sorge bereitet den Beamten zudem, dass die Zahl der jungen Tatverdächtigen deutlich zugenommen hat. Bei den tatverdächtigen Kindern bis 13 Jahre stieg sie um 7,7 Prozent, bei den Jugendlichen bis 17 Jahre sogar um 11,7 Prozent. Insgesamt waren im vergangenen Jahr mehr als 1400 Kinder und Jugendliche verdächtig, eine Straftat begangen zu haben. Das sind fast 140 mehr als 2016. „Hier müssen wir uns kümmern“, sagte Storch. Der Polizeichef sieht dabei auch die Schulen und Jugendämter der Landkreise in der Pflicht. Gehe es doch bei Jugendlichen in erster Linie um die Erziehung. Deshalb soll es nach dem Gespräch in Neuruppin nun auch Treffen in Perleberg und Oranienburg geben.

Körperverletzungen unter Jugendlichen nehmen zu

Präventionsveranstaltungen bei Kindern und Jugendlichen scheinen auch deshalb dringend notwendig zu sein, weil die Zahl der Körperverletzungen unter Jugendlichen innerhalb eines Jahres „erheblich“ gestiegen sei, sagte Storch. Grund dafür seien nicht etwa Flüchtlinge und Zuwanderer. Vielmehr spielten „deutsche Mitbürger“ die entscheidende Rolle, die für den Zuwachs gesorgt hätten. Im vergangenen Jahr hat die Polizei in der Region 2810 Fälle von Körperverletzungen aufgenommen, das sind 99 mehr als ein Jahr zuvor.

Gestiegen ist ebenfalls die Zahl der sogenannten Betrugsdelikte, und zwar von 2590 auf 2704 Fälle. Das bedeutet ein Plus von 4,4 Prozent. Die Polizei vermutet, dass es sogar noch weit mehr Fälle von Betrügereien in der Region gibt – aber längst nicht jeder Fall angezeigt wird. Oft hätten die Opfer Scham zu gestehen, dass sie einem Betrüger aufgesessen seien und diesem Geld gegeben hätten, sagte Storch. Die Polizei bittet darum, jeden Betrugsversuch anzuzeigen und keine falsche Scham zu haben. Zugleich versuchen die Beamten, auf ihre Weise gegenzusteuern, indem sie verstärkt die Mitarbeiter von Banken und Sparkassen um Mithilfe bitten, falls Kunden plötzlich ungewöhnlich hohe Beträge abheben. „Wir rufen nie unter der Nummer 110 an und wir fordern auch nie am Telefon um Geld“, betonte Storch.

Das Gros der Straftaten sind weiterhin Diebstähle. Sie machen gut 30 Prozent aller Fälle im Bereich der Polizeidirektion Nord aus. Die Zahl der gemeldeten Fahrradiebstähle ging laut der Statistik von 1658 auf 1590 zurück.

Frank Storch, der Leiter der Polizeidirektion Nord, und Olaf Gaeel (r.), Kripochef der Direktion, stellten die neuen Zahlen vor. Quelle: Andreas Vogel

Von Andreas Vogel

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