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Strahlenmessung an Lögower Kita

Sonde auf dem Spielplatz Strahlenmessung an Lögower Kita

Mitten auf dem Spielplatz der Kita in Lögow wird kontinuierlich die Radioaktivität gemessen – wie an vielen anderen Orten auch. Das bundesweite Messnetz soll im Ernstfall die Abschätzung von Risiken erleichtern.

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Der Pfosten mit der Kapsel am Ende eignet sich nicht als Spielgerät, steht aber absichtlich da.

Quelle: Alexander Beckmann

Lögow. Zwischen Klettergerüst und Sandkasten fällt das Gerät im Garten der Lögower Kita kaum auf. Aber zum Spielen eignen sich der Edelstahlpfosten und die Hülse am Ende kaum. Ein gelber Aufkleber stellt klar, dass sie dafür auch gar nicht gedacht sind: „Sonde zur Messung der Umweltradioaktivität“.

Auweia! War das Gerede von „strahlenden Kindergesichtern“ all die Jahre ein Missverständnis? Lauern im Lögower Kita-Garten unsichtbare Gefahren?

Zum Glück gibt der Aufkleber Auskunft, worum es sich wirklich handelt. „Diese Sonde ist Teil eines bundesweiten Messnetzes, mit dem die natürliche und künstliche Radioaktivität ermittelt wird“, teilt das Bundesamt für Strahlenschutz da mit.

Doch warum steht das Teil seit Jahren ausgerechnet auf dem Spielplatz? Die Antwort ist recht trivial. Rund 1800 derartige Messstellen betreibt das Bundesamt bundesweit. Auf ihrer Internetseite erklärt die Behörde: „Ein optimaler Sondenstandort zeichnet sich durch eine ebene gepflegte Wiese aus, auf der sich keine höheren Pflanzen, versiegelte Flächen oder Gebäude befinden.“ Ein bisschen geschützt (beispielsweise vor Vandalismus) soll der Standort aber auch sein. Zudem kann das Bundesamt für die Nutzung kein Geld zahlen. Dementsprechend sind viele der Sonden auf privatem Gelände, an Schulen oder auch Kindergärten stationiert.

In den Gehäusen registrieren Sensoren kontinuierlich die Stärke der Gamma-Strahlung und leiten die Daten direkt zur zentralen Erfassung weiter. Im Landkreis OPR stehen neun dieser Sonden. Außer in Lögow noch in Kyritz, Wittstock, Neudaber, Flecken Zechlin, Schwanow, Neuruppin, Lindow und Fehrbellin. Damit ist die Region noch eine der schwächer abgedeckten. Deutlich dichter wird das Netz vor allem im Umkreis um Kernkraftwerke.

Die waren auch ein wichtiger Anlass für die Installation – genauer ein ganz bestimmtes: das von Tschernobyl. Im Zuge des Reaktorunglücks von 1986 hatte sich nämlich herausgestellt, dass es kaum möglich war, verlässliche Daten zur radioaktiven Belastung einzelner Regionen zu ermitteln. Das Messnetz ermöglicht so etwas nun sozusagen in Echtzeit. Jeder kann die ermittelten Daten im Internet abrufen (http://odlinfo.bfs.de), sogar für einzelne Sondenstandorte.

Für Lögow und für die anderen Messstellen im Landkreis zeigen diese Daten keine Auffälligkeiten. Im Garten der Kita liegt die sogenannte Ortsdosisleistung abgesehen von minimalen Schwankungen kontinuierlich bei etwa 0,07 bis 0,08 Mikrosievert je Stunde und damit ganz leicht unter dem bundesweiten Mittelwert. In manchen Regionen von Thüringen, Baden-Württemberg und Bayern gelten selbst 0,2 Mikrosievert pro Stunde noch als natürlich.

Von Alexander Beckmann

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