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Ostprignitz-Ruppin Straßenbaustelle reicht jetzt bis in die Kita
Lokales Ostprignitz-Ruppin Straßenbaustelle reicht jetzt bis in die Kita
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00:18 16.09.2016
Nicht nur die Kinder testeten den Barfußpfad. Auch die Bauleute machten mit. Quelle: Matthias Anke
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Holzhausen

Mancher Anwohner soll schon gekocht haben für die Bauarbeiter, die seit vielen Wochen unter Sperrung die Landesstraße quer durch Holzhausen erneuern. Ein anderer wiederum habe kürzlich zum Frühstück eingeladen. Weitere Holzhausener sind längst per Du mit diesen Gästen in ihrem Ort, die angesichts des Sommerwetters viel schwitzen. Und wären da nicht ihre orangefarbenen Westen, ließe sich der gemeine Einwohner vom Straßenarbeiter kaum noch unterscheiden. Derart zusammengewachsen wirken Dorf und Baustelle: Über vertrauensvolle Blickkontakte wird der Fußgängerverkehr gelenkt. Bagger machen Platz. Ein Lkw lädt nur noch mal kurz was ab.

„Wir sind jetzt bei plus minus null Tagen Verzug, oder anders gesagt: Die Arbeiten liegen voll im Soll“, erklärt Ortsvorsteher Andreas Lange. Laut ihm klappe alles reibungslos, vieles lasse sich „auf dem kurzen Dienstweg“ erledigen. Er sei daher zuversichtlich, dass die exakt 645 Meter durch Holzhausen wie geplant bis zum Dezember fertig werden und dann auch die letzte der die ganze Region beeinträchtigen Sperrungen aufgehoben wird.

Straßenbaufirma schenkt den Dorfkitakindern einen Barfußpfad

Theoretisch könnte diese Baustelle, auf der nun auch schon bis zur Höhe der Gärtnerei neue Bordsteine gesetzt sind, sogar einige Tage Vorlauf haben. Doch ein paar Arbeiter widmeten ihre Zeit lieber der unweit entfernt gelegenen Kindertagesstätte „Sonnenschein“: Sie errichteten für deren Spielplatz einen Barfußpfad.

Der Pfad führt über vier verschiedene Materialien. Quelle: Matthias Anke

Keine ganze Woche brauchte der Bautrupp, um die Anlage herzustellen. Beton musste aushärten und es war einiges zu verfugen, zu schneiden, zu schleifen. „Wie auf einer richtigen Baustelle eben“, erklärt Volkmar Brühl, der selbst Vater zweier Kitakinder ist, vor allem aber auch der technische Bereichsleiter für Brandenburg-West des Straßenbauunternehmens Strabag. Dieser durfte als Sponsor des sogenannten Sinnespfades aus ungefährlichen Glasscherben, Steinen, Holzschnitzeln und Holzpflöcken auch ein Firmenschild platzieren: „Hier spielt unsere Zukunft“, ist darauf zu lesen.

Strabag macht auf Nachwuchsmangel aufmerksam

„Das trifft ja in jedem Fall zu“, sagt Brühl. Es lasse sich zugleich als Hinweis verstehen, dass auch diesem Unternehmen Nachwuchs fehlt. „Wir haben riesige Probleme, Auszubildende zu finden. Dabei haben wir viele verschiedene Berufe bei uns. Es handelt sich aber eben nicht nur um Bürojobs.“

Der Sponsor durfte sich auf dem Kitaspielplatz verewigen. Quelle: Matthias Anke

Vorrangig sei es nun dennoch, dass die Kinder mit dem Pfad lernen, ihre Sinne zu schärfen. Barfußlaufen sei zudem wichtig für die Entwicklung des Bewegungsapparats.

Bisher war es an der Landesstraße besonders für Fußgänger gefährlich

Ortsvorsteher Lange bezeichnet die Anlage daher als „tolle Geste“. Und erst recht freut sich Kitaleiterin Romy Lomnitz: „Der Sinnespfad passt total in unser Konzept.“ Schließlich forschen die Kleinen viel in der Natur. Bei den Bauleuten bedanken sie sich mit Liedern. Dann wird der Pfad freigegeben und ausgetestet. Derweil stoßen alle Beteiligten mit Saft an und genießen Kuchen – jeweils aus Äpfeln von kitaeigenen Bäumen.

Herbeigesehnt wird sich jetzt nur noch die neue Ortsdurchfahrt. Endlich könnten die Kinder ihren Dorfstorch besuchen, ohne Warnwesten tragen und sich dabei an einem Seil festhalten zu müssen. So gefährlich war es an der Landesstraße bisher.

Von Matthias Anke

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