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Ostprignitz-Ruppin Streifzug durch die Baugeschichte
Lokales Ostprignitz-Ruppin Streifzug durch die Baugeschichte
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02:15 17.05.2017
Die Architektin Bärbel Kannenberg (l.) berichtete über die Sanierung des Häuserensembles in der Königstraße 1. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Ein Blick hinter die Kulissen von Sanierungsobjekten ist in Wittstock nicht alle Tage möglich. Am Samstag, zum Tag der Städtebauförderung, bot sich Interessierten jedoch die Gelegenheit. Gemeinsam mit Bauherren, Stadtplanerin Sabine Hentschke und den zuständigen Architekten begaben sie sich auf einen Streifzug durch die Königstraße. „Hier ist in den vergangenen Jahren sehr viel passiert, was das Gesicht der Stadt maßgeblich mit geprägt hat“, begründete Sabine Hentschke die Führung gerade in dieser Straße. Im vergangenen Jahr habe der Fokus auf der Röbeler Vorstadt gelegen.

Los ging es an der Tourist Information, wo die Architekten Martina Grubetzki und Bernd Abel den Sanierungsprozess auf den Sanierungsprozess der Häuser Königstraße 30 und 32 zurückblickten. „Die Nummer 32 war früher ein ähnlicher Fachwerkbau wie die 30“, erklärte Martina Grubetzki. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sei es dann in ein Jugendstilgebäude mit „hochherrschaftlichen“ Räumen von bis zu 3,68 Metern umgebaut worden. Die Sanierung des heute elf Wohnungen beherbergenden Hauses sei 2014 für insgesamt 3,34 Millionen Euro abgeschlossen gewesen. Ein großer Teil der Kosten seien aus Fördertöpfen geflossen. Ähnlich gestaltete es sich bei der Nummer 30, wie Bernd Abel berichtete. Von den 1,9 Millionen Euro Sanierungskosten seien durch Spitzenförderung 700 000 Euro übernommen worden, 400 000 Euro seien als zinsgünstiges Darlehen bereitgestellt worden.

Zum Tag der Städtebauförderung konnten interessierte Bürger Sanierungsobjekte in der Königstraße besichtigen.

Eine besondere Herausforderung hatten die Handwerker Martina Grubetzki zufolge gegenüber in der alten Ausspanne in der Nummer 27 bei der Sicherung des Gebäudeensembles. Um die typisch wellige Dachkonstruktion der Remise nachzuahmen, hätten die Dachdecker ein Bassin unter die Dachlatten klemmen müssen. Der zweite Bauabschnitt soll demnächst folgen, dann ist der alte Speicher dran.

Der Tag der Städtebauförderung

Seit 2015 findet der Tag bundesweit jedes Jahr statt. Das Projekt wird von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und weiteren Partnern organisiert.

Die vielfältigen Möglichkeiten der Beteiligung von Bürgern im Kontext der Städtebauförderung soll der Tag vermitteln. Als Teil von Förderprogrammen flossen mehrere Millionen Euro in die Sanierung Wittstocker Gebäude. Der Wohnungsleerstand in der Altstadt konnte innerhalb von zehn Jahren von 22 Prozent im Jahr 2003 auf knapp neun Prozent gesenkt werden.

In der Königstraße wurde in den vergangenen vier Jahren kräftig saniert – deshalb stand sie im Mittelpunkt des Aktionstages 2017. Im Vorjahr lag der Fokus auf dem Wohngebiet in der Röbeler Vorstadt.

Zumindest für die Außenfassadensanierung der Königstraße 6 hatten Christian und Madlen Satow Fördermittel erhalten. Das waren 170 000 Euro von gut 1,3 Millionen Euro für die Gesamtsanierung. „Ohne Förderung hätten wir das Haus nicht gekauft“, betonte Christian Satow. Die Sanierung sei ab 2014 auch nur durch die Hilfe von Freunden und Bekannten gelungen. Das Paar zeigte den Führungsteilnehmern am Samstag auch ihre Maisonettewohnung ganz oben im Haus. „Hier wollen wir bald einziehen, irgendwann geht es aber wieder zurück aufs Land“, sagte der Bauherr.

Die Königstraße 1, die zu Beginn des 20 Jahrhunderts noch als Kolonialwarenladen und Lager gedient hatte, war ein Objekt, das die meisten Diskussionen während der Führung hervorrief. Während die Sanierung des Eckhauses aus Fachwerk gelobt wurde, tat sich so mancher Teilnehmer schwer mit der grünen Granitblockfassade des Nebenhauses. „Auch Wittstocks Baugeschichte muss fortgeschrieben werden“, plädierte die Architektin Bärbel Kannenberg für frische und neue Formen. Bei dem Projekt stammten 40 Prozent der Außenhüllensanierungskosten aus Fördertöpfen.

Von Christian Bark

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