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Ostprignitz-Ruppin Streit mit Förster: Angler freigesprochen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Streit mit Förster: Angler freigesprochen
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00:19 26.08.2017
Freispruch für den Angler Quelle: dpa
Neuruppin

Die Erleichterung war Benjamin E. deutlich anzusehen, nachdem Richterin Anke Neumann das Urteil verkündet hatte: Sie sprach den Neuruppiner vom Vorwurf des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte frei.

Aussage gegen Aussage

Was genau am 14. Mai vergangenen Jahres am Tornowsee am Flößergrund passiert ist, konnte aus Sicht des Staatsanwaltes nicht genau geklärt werden. Er sprach von vielen Missverständnissen, die letztendlich dazu führten, dass der unbescholtene Benjamin E. nun als Angeklagter vor Gericht stand.

Fest steht, dass Benjamin E. mit seinem Freund Christoph W. und dessen Vater Peter am See ein schönes Pfingstwochenende verleben wollte. Sie wollten dort angeln. Die erforderlichen Genehmigungen hatte Peter W. zuvor eingeholt, auch die Erlaubnis, zwei Autos im Wald zu parken. Am Samstagnachmittag kamen die Eltern und die Freundin von Benjamin E. mit dem Rad dazu.

Revierförster wies sich nicht aus

Kurze Zeit später erschien eine Mitarbeiterin der Naturwacht, die alle Bescheinigungen für ordnungsgemäß befand und der Gruppe zum Abschied noch ein schönes Pfingstwochenende wünschte. „Es war so wie man denkt, dass es sein sollte“, sagte die Freundin des Angeklagten.

Ganz anders dagegen war das Auftreten von Revierförster Peter L. nach übereinstimmender Schilderung aller damals Anwesenden. Demnach hielt der Beamte mit laufendem Motor bei den geparkten Fahrzeugen und fotografierte diese und auch die Gruppe, ohne sich auszuweisen und sich als Forstbeamter zu erkennen zu geben. Auf mehrfache Nachfrage und Aufforderung, das Fotografieren zu unterlassen, soll er gesagt haben, er sei die Polizei und die Staatsanwaltschaft – eine Äußerung, mit der die Gruppe nichts anfangen konnte.

Er sprach kein Wort

Peter L. nahm die Angelscheine und die Waldfahrerlaubnis an sich – und das alles, wie Christoph W. sagte, ohne ein Wort zu sprechen. „Wir waren etwas vor den Kopf geschlagen, weil wir nicht wussten, worum es ging“, sagte Peter W.

Der Förster schilderte den Vorfall so: Damals habe Waldbrandstufe IV vorgelegen. Deshalb sei verstärkt kontrolliert worden. Er sei auf zwei Autos gestoßen, in denen keine Waldfahrgenehmigungen lagen und die auch nicht in seiner Liste aufgeführt waren. Bei den ihm vorgelegten Genehmigungen, hatte er den Verdacht, dass sie gefälscht sein könnten. Er habe die Schreiben einkassiert, weil er sie überprüfen wollte. Im Nachhinein erwies sich, dass alles seine Richtigkeit hatte.

Rauchen und Grillen im Wald bei Waldbrandstufe IV verboten

Am See sah L. eine Frau an einem Grill stehen, eine andere mit einer brennenden Zigarette in der Hand. „Das ist strafbar und bei der Waldbrandstufe bin ich verpflichtet, einzuschreiten“, sagte Peter L. Er habe sich dann für die Beweissicherung entschieden, statt aus dem Auto seinen Dienstausweis zu holen. „Um die Gesamtsituation zu dokumentieren, musste ich fotografieren.“ Benjamin E. soll ihn geschubst haben, so Peter L. Das hatte keiner der Zeugen gesehen.

Nicht als Forstbeamter für Normalbürger erkenntlich

Er sei als Forstbeamter auch so erkenntlich gewesen, so Peter L. Das hatten sowohl der Angeklagte als auch die Zeugen bestritten. Peter L. trug an dem Tag keine Jacke mit einem Abzeichen der Forstbehörde und hatte keinen Dienstausweis am Mann. Deshalb ging auch der Staatsanwalt davon aus, dass Benjamin E. nicht sicher erkennen konnte, wen er vor sich hatte. Dieser Auffassung schloss sich Richterin Neumann an.

Sie machte aber unmissverständlich klar: „Peter L. hat nichts falsch gemacht.“ Er sei seit vielen Jahren Förster und damit Wächter des Waldes. In einer Situation, in der schon ein Funke einen verheerenden Waldbrand verursachen könnte, sei „Gefahr im Verzug“ gewesen: L. musste Beweise sichern.

In diesem Fall schützte Unwissenheit vor Strafe

Allerdings: „Er hat etwas ungeschickt agiert und sich nicht ausgewiesen.“ Ein Normalbürger hätte ihn nicht als Förster, der in Ausübung seiner Dienste handelte, erkennen können. Benjamin E. kam seine Unwissenheit zugute. Ein Ausnahmefall, wie die Richterin betonte. Normalerweise schützt Unwissenheit nicht vor Strafe.

Von Dagmar Simons

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