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Streit über Investitionen in den Dörfern

Neuruppin Streit über Investitionen in den Dörfern

Das Neuruppiner Rathaus hat sich mit den Ortsvorstehern über die Investitionen für 2017 geeinigt, die mit dem Budget für die Dörfer realisiert werden sollen. Dieses beträgt 150 000 Euro. Allein 123 000 Euro sind für den Neubau der Molchowbrücke geplant. Einige Ortsvorsteher sind darüber sauer. Das Budget für die Dörfer sei nicht für den Bau von Brücken vorgesehen.

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Die Fußgängerbrücke in Molchow wird immer wieder ausgebessert. Vor Jahren schon sollte sie durch eine neue Brücke ersetzt werden.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Der Haussegen hängt wieder einmal schief zwischen einigen Vorstehern der Neuruppiner Ortsteile und dem Rathaus. Der Grund: Die Ortsvorsteher haben sich jetzt darauf verständigt, für welche Projekte die alljährliche Pauschale von 150 000 Euro im nächsten Jahr ausgegeben werden soll – und genau das sorgt für Ärger. Denn 2017 sind 123 000 Euro für den Neubau der Molchowbrücke vorgesehen.

Gesamtkosten für die Brücke liegen bei mehr als 700 000 Euro

Diese Summe soll laut dem Baudezernenten Arne Krohn „einen ersten Ansatz für den Eigenanteil an einer angestrebten Förderung darstellen“. Immerhin rechnet Krohn derzeit mit Gesamtkosten von 720 000 Euro für die Molchowbrücke. Doch umstritten ist, ob die Brücke überhaupt aus dem Budget der Dörfer finanziert werden muss. Einzelne Ortsvorsteher finden das überhaupt nicht gut. Schließlich sei das Budget für die Verbesserung der sozialen und örtlichen Infrastruktur in den Dörfern vorgesehen, nicht aber für den Bau von Straßen und Brücken. Andere Ortschefs verstehen das Problem nicht. „Die Molchower sagen, dass die Brücke für sie wichtig ist“, sagt Achim Fiedler aus Lichtenberg. „Dann ist es eben so.“

Lichtenberg will Dorfteich renaturieren

Überhaupt findet Fiedler, dass man die Frage, wo in den Dörfern investiert wird, nicht komplizierter als nötig machen sollte. Lichtenberg muss auf die Finanzierung seiner Wünsche noch warten. Der einstige Dorfteich soll renaturiert werden. „Das war stets ein Sammelpunkt im Winter. Man hat sich dort zum Schlittschuhlaufen getroffen“, sagt Fiedler. Jetzt befindet sich an Stelle des Dorfteiches eine Schlammfläche. „Der Teich lässt sich aber wieder herrichten“, ist Achim Fiedler überzeugt. Geld aus dem Budget für die Dörfer gibt es dafür aber vorerst nicht. Vielmehr sollen im nächsten Jahr 10 000 Euro nach Wuthenow für das Dorfgemeinschaftshaus fließen. Der Betrag war kurzfristig aus dem Budget für Wu­thenow zugunsten der Kirchensanierung in Buskow entliehen worden. Die 10 000 Euro wurden benötigt, um die von der Kirchengemeinde organisierte Förderung für die Buskower Kirche komplettieren zu können.

Geld für die Querungshilfe am Stöffiner Berg

Die restlichen 17 000 Euro sollen 2017 in den Bau einer Fußgänger- und Radfahrerquerung an der Stöffiner Kreuzung mit der Landesstraße L 16 fließen. Die Querungshilfe ist lange versprochen. Der Landesstraßenbetrieb will die Arbeiten jedoch in einem Zug mit dem Radweg nach Dammkrug in Angriff nehmen. Das soll nun im nächsten Jahr passieren, sagt der Planungschef Frank Schmidt. Die Gesamtkosten für Radweg und Querungshilfe belaufen sich demnach auf rund 500 000 Euro. Die Stadt muss sich lediglich mit einem kleinen Anteil beteiligen, weil ihr die Straßen nach Buskow und Stöffin gehören. Ob dafür die 17 000 Euro ausreichen, ist noch nicht ganz klar. Einzelne Ortsvorsteher finden jedoch, dass auch dieses Projekt eigentlich nicht aus dem Budget für die Dörfer finanziert werden dürfte.

Stadtverordnete müssen noch zustimmen

Axel Noelte aus Wuthenow will sich dazu nicht äußern. „Wir hatten uns darauf verständigt, dass das eine interne Beratung ist.“ Meinungsverschiedenheiten seien selbstverständlich. „Wenn da mehrere Leute zusammensitzen, haben die nie dieselbe Meinung“, betont Noelte.

Über die Projekte, die über das Budget der Dörfer im nächsten Jahr finanziert werden sollen, stimmen Neuruppins Stadtverordnete noch ab – bei der Verabschiedung des Haushaltes der Stadt.

Von Andreas Vogel

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