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Streit über den Ausbau der A 24

Heftige Kritik am Bund Streit über den Ausbau der A 24

Als „größten Blödsinn, den es gibt“ hat der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (SPD), am Freitag die Pläne des Bundesverkehrsministeriums für die A 24 bezeichnet. Der Grund: Die Autobahn soll nur zwischen den Dreiecken Pankow und Havelland auf sechs Spuren erweitert werden, nicht aber bis Neuruppin.

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Staus wird es auf der A 24 auch in Zukunft geben.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Heftige Kritik hat Landrat Ralf Reinhardt (SPD) am Freitag an den Plänen des Bundesverkehrsministeriums für den Ausbau der Autobahn A 24 zwischen der Abfahrt Neuruppin und dem Dreieck Havelland geübt. Der Grund: Die Autobahn soll auf diesem Abschnitt nicht auf sechs Spuren ausgebaut werden. Vielmehr sollen lediglich die Seitenstreifen so hergerichtet werden, dass sie bei Bedarf als dritte Spur freigegeben werden können.

Der Vergleich mit München hinkt

„Das ist der größte Blödsinn, den es gibt“, wetterte Reinhardt. Zum einen seien die Autobahnbrücken in den vergangenen Jahren wegen des seit Langem geplanten sechsspurigen Ausbaus erweitert worden. Zum anderen glaubt Reinhardt nicht, dass das Freischalten der mit Kameras überwachten Seitenstreifen überhaupt etwas bringt. Denn wenn ein Auto auf dem Seitenstreifen liegen bleibt, werden diese nicht frei geschaltet. Dieses Modell wird zwar bereits seit einiger Zeit an der Autobahn bei München erfolgreich praktiziert. Aber diesen Vergleich lässt Reinhardt nicht gelten. „Dort gibt es auf wenigen Kilometern mehrere Auf- und Abfahrten, so dass der ADAC schnell helfen kann. Bei uns sind die Abstände zwischen den Abfahrten aber riesig.“

Reinhardt hält es deshalb für „skandalös“, dass das Bundesverkehrsministerium die Seitenstreifen-Variante ebenfalls an der A 24 umsetzen lassen will. Immerhin wird das Gesamtvorhaben, die A 10 zwischen den Dreiecken Pankow und Havelland auf sechs Fahrspuren zu verbreitern und an der A 24 die Seitenstreifen als dritte Fahrspur nach Bedarf fit zu machen, nach jetzigem Stand 400 Millionen Euro kosten. Der Kreis will seine Kritik dem Bundesverkehrsministerium noch schriftlich mitteilen.

Laut Bund sind auf der A 24 zu wenig Autos unterwegs

Der Neuruppiner CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steineke glaubt nicht, dass das etwas bringt. „Für einen sechsspurigen Ausbau der A 24 reichen die Zahlen einfach nicht.“ Demnach sind derzeit zwischen 42 000 und 55 000 Autos pro Tag zwischen dem Dreieck Havelland und der Abfahrt Neuruppin unterwegs. „Auf der Autobahn zwischen Bremen und Hamburg sind es pro Tag bis zu 80 000 Fahrzeuge“, betonte Steineke. Zwar hätte sich der CDU-Politiker ebenfalls einen sechsspurigen Ausbau der A 24 wenigstens bis Neuruppin gewünscht. „Aber wir müssen akzeptieren, dass mehr als das Nutzen des Seitenstreifens nicht drin ist.“ Steineke hat sich damit angefreundet. Schließlich steht der Ausbau der A 24 bereits seit 2003 im Bundesverkehrswegeplan, ohne dass bisher etwas passiert wäre. Dass die Autobahn ab 2018 nun überhaupt ausgebaut werden könne, ist laut Steineke nur möglich, weil dies über private Geldgeber in einem Projekt öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP) passiere.

Gleichwohl will der Bundestagsabgeordnete an dem Thema dran bleiben. Immerhin sei der sechsspurige Ausbau der A 24 im Entwurf des neuen Bundesverkehrswegeplanes unter dem Punkt „weiterer Bedarf“ sogar mit einem Sternchen versehen.

Von Andreas Vogel

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