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Streit ums Passbild: Land sieht Eltern in Pflicht

Neuruppin Streit ums Passbild: Land sieht Eltern in Pflicht

Dürfen Lehrer einen Schüler von einer Klassenfahrt ausschießen, weil ihnen sein Passbild nicht gefällt? Der Fall aus Neuruppin sorgt inzwischen für heftige Diskussionen. Das Land verweist auf die Verantwortung der Eltern: Sie entscheiden, mit welchem Pass ihr Kind zur Fahrt aufbricht – mit allen Konsequenzen. Eines wäre jedoch hilfreich.

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Reisepässe enthalten seit einigen mehr Daten als nur das Foto, u den Inhaber identifizieren zu können

Quelle: Jens Rümmler

Neuruppin. Dürfen Lehrer einem Schüler die Teilnahme an einer Klassenfahrt ins Ausland verbieten, weil ihnen das Passbild des Jungen nicht gefällt? Die MAZ hatte über einen solchen Fall aus Neuruppin berichtet – und damit eine heftige Diskussion ausgelöst. Dutzende Leser melden sich im Internet zu Wort. Viel von ihnen haben wenig Verständnis für die Reaktion der Lehrer, andere kritisieren auch die Eltern. Eines wird schnell klar: Es ist keineswegs eindeutig, wer hier im Recht ist.

Vielleicht wäre eine Richtlinie hilfreich, wie Lehrer mit solchen Fällen umgehen sollten. Doch zumindest im Land Brandenburg gibt es die nicht. „Es bestehen keine schriftlichen Hinweise oder Vorgaben, dass zum Beispiel für Schulfahrten in das Ausland ein Schüler auf dem Pass- beziehungsweise Ausweisfoto nicht mehr eindeutig zu erkennen ist“, teilt Ralph Kotsch, der Sprecher des Bildungsministeriums in Potsdam, auf Nachfrage mit. Im Ministerium sei aber auch nicht bekannt, dass es damit bisher größere Probleme gegeben hätte.

Lehrer können nicht über Gültigkeit eines Passes entscheiden

Grundsätzlich seien bei minderjährigen Schülern die Eltern dafür verantwortlich, dass die Jugendliche einen gültigen Pass oder Ausweis vorweisen können, heißt es vom Ministerium. Es sei zwar durchaus möglich, das Lehrer das als Teil der Reisevorbereitung prüfen. Aber: „Eine abschließende Prüfung, Verantwortung oder Garantie für die umfassend rechtliche Gültigkeit im Sinne des Passgesetzes beziehungsweise der Passverordnung kann damit durch die Lehrkräfte nicht übernommen werden“, so Kotsch.

Ein neuer Pass kann auch kurzfristig ausgestellt werden, so das Ordnungsamt der Stadt Neuruppin. „Bei Bestellung von Express-Pässen, die bis 12 Uhr in der Bundesdruckerei vorliegen, erfolgt die Lieferung innerhalb von 48 Stunden“, so Cornelia Diehr vom Bürgerbüro. Kosten: 69,50 Euro. In sehr dringenden Einzelfällen kann ein vorläufiger Reisepass sogar sofort im Rathaus ausgestellt werden.

Notfalls tragen Eltern das Risiko einer Rückreise – und die Kosten

Das Ministerium rät Lehrern, die Zweifel an der Gültigkeit eines Passes haben, die Eltern zu informieren. Die müssten dann entscheiden, was sie tun. Notfalls sollte die Schule die Eltern darauf hinweisen, das sie die Verantwortung und auch die Kosten übernehmen müssen, falls der oder die Jugendliche an der Grenze mit dem Ausweis zurückgewiesen wird und allein nach Hause fahren muss.

Von Reyk Grunow

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