Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 14 ° Gewitter

Navigation:
Streit zwischen Förster und Anglern vor Gericht

Neuruppin Streit zwischen Förster und Anglern vor Gericht

Was ein schöner Angelausflug zum See werden sollte, endet jetzt vor dem Neuruppiner Amtsgericht: Zu Pfingsten 2016 kam es zwischen einem Förster und mehreren Anglern am Tornowsee (Ostprignitz-Ruppin) zu einer folgenschweren Auseinandersetzung.

Voriger Artikel
Kartzfehn wird verkauft
Nächster Artikel
Weitere Sprengungen in der Heide

Trotz Erlaubnis nicht befugt, am See zu parken und zu angeln? Die Beteiligten an diesem Fall sind von ihrer jeweiligen Unschuld überzeugt.

Quelle: Gorosi/123RF

Neuruppin. Der Konflikt zwischen einem 54-jährigen Revierförster und mehreren Anglern wird seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Neuruppin verhandelt.

Zum Pfingstwochenende 2016 hatte der mittlerweile 29-jährige Benjamin E. am Sonnabend, 14. Mai, mit einem Freund und dessen Vater Peter W. einen Angelausflug zum Tornowsee unternommen. Hierfür hatte der 53-jährige Peter W. zum Parken des Autos sowohl eine Gestattung vom Landesforstbetrieb und der Oberförsterei Alt Ruppin eingeholt als auch eine Jahresangelkarte, einen Fischereischein, eine Nachtangelgenehmigung und einen Ausweis des Anglerverbandes mit gültiger Marke dabei. Die Eltern und die Freundin von Benjamin E. kamen etwas später zum Kaffeetrinken ebenfalls an die Angelstelle.

„Auch auf mehrfache Aufforderung hin hat er sich nicht vorgestellt“

Nachdem eine Mitarbeiterin der Naturwacht die Nachweise kontrolliert und nichts zu beanstanden hatte, kam kurze Zeit später ein Mann mit seinem Wagen vorbei und fing an, die Autos der Angler zu fotografieren. „Auch auf mehrfache Aufforderung hin hat er sich nicht vorgestellt“, sagte Benjamin E. im Amtsgericht. An der Angelstelle nahm laut Benjamin E. der bis dahin Unbekannte die Unterlagen der Angler an sich, ohne sich ausgewiesen oder sein Anliegen erklärt zu haben. Mit den Papieren ging der Mann in Richtung seines Autos.

Als die Angler damit drohten, die Polizei zu rufen, soll er gesagt haben: „Ich bin die Polizei und ich bin die Staatsanwaltschaft.“ Nachdem er sich an seinem Auto dann kurz mit einer Marke als Revierförster ausgewiesen hatte, stieg er mit den Unterlagen ein und fuhr los. Dabei habe er den Stiefvater von E. angefahren, der vor dem Fahrzeug stand. Dieser erlitt nur deshalb eine leichte Verletzung am Knie, weil er zur Seite sprang.

Anzeige wegen Nötigung und Körperverletzung

Die Gruppe verständigte umgehend die Polizei, die kurz darauf in Begleitung des Försters an der Stelle eintraf. Dort gab dieser die Dokumente zurück. Gegen ihn wurde von mehreren Beteiligten wegen verschiedener Delikte Anzeige erstattet, unter anderem wegen Körperverletzung, unerlaubtem Entfernen vom Unfallort, Diebstahl und Amtsanmaßung.

Aus Sicht des zum gestrigen Verhandlungstag nicht anwesenden Försters Peter L. hat sich der Fall ganz anders zugetragen. Aus der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft ging hervor, dass L. sich beim Dokumentieren der Ordnungswidrigkeiten vonseiten der Angler bedroht gefühlt habe, die aus seiner Sicht teilweise alkoholisiert waren, keine gültigen Angelausweise besaßen und außerdem noch in einer brandgefährdeten Zone einen Grill angefeuert haben sollen.

Benjamin E. soll ihn geschubst haben, er habe sich genötigt gesehen, das Fotografieren einzustellen und den Ort des Geschehens zu verlassen. Er erstattete Anzeige wegen Nötigung und Körperverletzung.

„Sein Auftreten war erschreckend, sein Handeln gefährlich“

„Ich habe ihn zu keinem Zeitpunkt angefasst“, sagte E. am Mittwoch Vormittag, als er in der Verhandlung zu den Vorwürfen befragt wurde. Lediglich habe er seine Hand ein Mal vor die Kamera gehalten, um das Fotografieren zu stoppen. Peter L. hingegen soll laut E. auf dem Weg zu seinem Auto die Beteiligten angerempelt haben.

Die zum Auftakt der Verhandlung erschienenen Zeugen waren auch ein Jahr nach dem Vorfall aufgebracht und emotional. „Wir haben selten einen so unverschämten, frechen und arroganten Menschen erlebt“, meint Peter W.. „Sein Auftreten war erschreckend, sein Handeln gefährlich.“

Verhandlung wird Ende August fortgeführt

Von den Geschehnissen am 14. Mai 2016 haben auch die Zeugen Video- und Fotoaufnahmen gemacht. Dass das Verfahren gegen Peter L. bereits eingestellt wurde, ist für die Betroffenen nicht nachvollziehbar. Zur Anhörung aller weiteren Zeugen wurde die Fortsetzung der Hauptverhandlung von Richterin Neumann auf Mittwoch, den 23. August, verlegt.

Von Christina Koormann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg