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Ostprignitz-Ruppin Streitgespräche auf dem Marktplatz
Lokales Ostprignitz-Ruppin Streitgespräche auf dem Marktplatz
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00:17 04.11.2016
Kirsten Tackmann diskutiert mit einem Gast. Quelle: Björn Wagener
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Wittstock

So mancher verbale Kampf wurde am Dienstagvormittag auf dem Wittstocker Marktplatz ausgetragen. Dorthin hatte die Bundestagsabgeordnete Kirsten Tackmann (Die Linke) geladen, um mit Gästen speziell den Umgang mit dem Wolf in der Region zu diskutieren. Es ist ein Reizthema, denn in den vergangenen Wochen und Monaten machten immer wieder Wolfsrisse Schlagzeilen. Mindestens neun dieser Raubtiere sollen aktuell in der Kyritz-Ruppiner Heide leben - sieben junge und zwei erwachsene.

Bei manchem Halter ist die Toleranzgrenze inzwischen erreicht. Schnell wird der Ruf nach Abschussfreigaben laut, um die Situation nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. „Ich habe gut ohne den Wolf gelebt. Er hetzt die Rehe durch die Landschaft. Das ist schlecht“, meinte ein Besucher.

Harte Diskussionen geführt

Bei teils harten Diskussionen machte Kirsten Tackmann immer wieder ihren Standpunkt klar: „Mir geht es in erster Linie um den Herdenschutz“, sagte die Politikerin. Bevor geschossen wird, sollten zunächst alle Optionen ausgeschöpft werden, die diesem Ziel dienen. So plädiert sie etwa für den verstärkten Einsatz von Herdenschutzhunden. Darüber hinaus sieht sie noch weit mehr ungenutztes Potenzial. Zwar solle nun endlich ein Wolfsinformationszentrum in Brandenburg eingerichtet werden, aber auf Bundesebene passiere noch viel zu wenig. „Es gibt zum Beispiel kein bundesweites Forschungsprojekt.“ Man wisse nicht, welche langfristigen Auswirkungen die Rückkehr des Wolfes auf die heimische Tierwelt hat. „Manche Jäger in der Lausitz berichten, sie hätten noch nie so einen gesunden Wildbestand gehabt wie jetzt, andere sagen, es gäbe bei ihnen kaum noch Wild, seit der Wolf da ist.“ Gleichzeitig sagte Kirsten Tackmann aber auch: Sie wolle nicht so tun, als ob es kein Problem gäbe. Wenn am Ende doch geschossen werden soll, dann werde sie das auch akzeptieren. Jedoch wolle sie verhindern, dass beim ersten Auftauchen des Problems gleich die Gewehre auf den Wolf gerichtet werden.

Von Björn Wagener

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