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Strohfeuer: Neuruppiner Polizei braucht Tipps

Brandstiftung Strohfeuer: Neuruppiner Polizei braucht Tipps

Seit Monaten brennt es immer wieder bei Landwirtschaftsbetrieben im Süden und Westen von Neuruppin. Tausende Strohballen hat das Feuer schon vernichtet. Landwirte und Polizei gehen in vielen Fällen von Brandstiftung aus. Ohne Zeugen kommen die Ermittler aber kaum weiter.

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Stroh ist schwer zu löschen. Meist kann die Feuerwehr nur zusehen, wie es abbrennt.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Angst macht sich breit bei den Landwirten im Süden und Westen von Neuruppin. Seit Monaten reißt die Reihe von Brandstiftungen nicht ab. Immer wieder brennt es bei Landwirtschaftsbetrieben. Fast jede Woche geht irgendwo um Neuruppin eine Strohmiete ohne ersichtlichen Grund in Flammen auf. Manchmal dauert es nur Tage bis zum nächsten Alarm.

Seit dem Frühjahr häufen sich die Meldungen der Polizei: mal brennen zwei Strohmieten innerhalb weniger Stunden, mal trifft es einen alten Melkstand, dann stehen Hunderte Reifen eines Landwirtschaftsbetriebs in Flammen. Erst am Freitag hatte es bei Bech­lin wieder gebrannt. 180 Ballen sind in Flammen aufgegangen. Die Experten der Polizei gehen von Brandstiftung aus. Am Sonntagabend musste die Feuerwehr dann schon wieder ausrücken: Diesmal stand eine Miete zwischen Stöffin und Dabergotz in Flammen.

Dieses Feuer hat Bernd Pieper besonders hart getroffen. Er schätzt den Schaden auf wenigstens 15 000 Euro. „Aber das Schlimme ist, dass das Futterstroh war“, sagt der Unternehmer aus Dabergotz. Das Stroh war fest eingeplant für die ökologische Rinderzucht. Das Feuer hat 500 Ballen vernichtet, jeder 700 Kilo schwer.

Piepers Betrieb ist nicht der Einzige, der von den Feuern bisher betroffen war. Die Landwirte sind ratlos, wie sie sich vor weiteren Anschlägen schützen könnten. „Wir fahren die Ballen schon weit ab vom nächste Weg zusammen“, sagt Pieper. Die Mieten sind dadurch schwerer zu erreichen. „Sonst können wir nichts tun.“

Die Flammen machen jede Untersuchung schwer

Auch die Polizei tut sich schwer. „Bei Brandstiftung sind die Ermittlungen oft sehr schwierig“, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Auch sie weiß, dass viele Bürger den Kopf schütteln und sich fragen, warum die Beamten nicht endlich jemanden schnappen.

Doch die Flammen machen jede Untersuchung besonders schwer. „Wir setzen Beamte an, die eine besondere Ausbildung haben“, sagt Dörte Röhrs. „Aber viele Beweise werden vom Feuer zerstört.“ Was die Flammen übrig lassen, geht oft bei den Löscharbeiten verloren. Beweise werden vom Wasser fortgespült. Und Reifenabdrücke, die der Täter hinterlassen haben könnte, sind kaum noch zu finden, wenn Landwirte und Feuerwehr erstmal das brennende Stroh mit ihrer Technik verteilt haben, um es überhaupt löschen zu können.

Die Polizei glaubt zwar auch, dass bei Bechlin ein Brandstifter umgeht – wirklich beweisen lässt sich das aber nicht. Zumal gerade in der Erntezeit auch ohne fremdes Zutun oft Brände entstehen. Die große Hoffnung der Ermittler sind Zeugen, die irgendetwas in der Nähe der meist abgelegenen Brandorte gesehen haben. „Das kann ganz unbedeutend erscheinen“ sagt Dörte Röhrs. Vielleicht bringt es die Polizisten trotzdem auf die richtige Spur. Und wenn nicht, finden die Kriminalisten das auch heraus. Röhrs: „Wir sind auf Hinweise angewiesen.“

Von Reyk Grunow

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