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Strom soll Waschbären abhalten

Linum Strom soll Waschbären abhalten

Waschbären sind niedlich anzusehen, richten aber eine Menge Schäden an. Davon kann Norbert Schneeweiß, Leiter der Naturschutzstation Linum, ein Lied singen. Der Waschbär vergreift sich an der gefährdeten Sumpfschildkröte und räumt die künstlich angelegten Brutinseln leer. Strom soll die Räuber von ihren Beutezügen abhalten.

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Waschbären sind Räuber.

Quelle: FOTO: Simons

Linum. So mancher bricht in schiere Begeisterung aus, wenn er Waschbären auf seinem Grundstück sieht. In Freudenschreie auszubrechen – davon ist Norbert Schneeweiß weit entfernt. Dafür hat der Leiter der Naturschutzstation schon zu schlechte Erfahrungen mit den kleinen Räubern gemacht. „Wir haben kaum noch junge Enten und Rallen“, sagt Schneeweiß. Sie wurden Opfer des Beutezugs von Waschbären. Besucher haben die Tiere bei der Arbeit fotografiert, ein stichhaltiger Beweis.

Waschbären sind nicht leicht abzuschrecken

Gegen Füchse helfen normale Absperrungen, weiß Schneeweiß. Die halten Waschbären aber nicht ab, da braucht es ein stärkeres Kaliber. Denn die Tiere können hervorragend klettern. Schneeweiß und seine Mitarbeiter haben eine Methode gefunden, ihre vor Jahren aufgebaute künstliche Brutinsel für Seeschwalben, die die Waschbären Jahr für Jahr komplett geplündert haben, zu schützen: Seit zwei Jahren haben sie die Insel mit Sonnenkollektoren und Strom gegen die unerwünschten Besucher gesichert. Mit Erfolg. „Wir haben es ganz gut im Griff“, sagt Schneeweiß. Auch die gefährdete Sumpfschildkröte ist für den Waschbären ein Leckerbissen. Denn anders als der Fuchs fühlt sich der Waschbär in niedrigen Gewässern wohl. Elektrozäune sollen dem Raubtier nun den Appetit vermiesen.

Waschbären unerwünscht

Doch nicht alle Areale sind so gut ausgestattet, dass die Gelege während der Brutzeit vor den Nesträubern geschützt sind. „Ein Teichgebiet ohne junge Wasservögel ist unhaltbar“, so Schneeweiß. Deshalb hofft er, dass die Bestimmungen der EU-Kommission greifen. Diese hat über 30 invasive fremde Tier- und Pflanzenarten auf die Liste unerwünschter Arten gesetzt, darunter auch den Waschbären. Laut EU-Studien verursachen diese Arten einen Schaden von jährlich zwölf Milliarden Euro. Eine Verordnung aus Brüssel aus dem vergangenen Jahr soll dieses Problem lösen. So soll die weitere Ausbreitung des Waschbären in Europa bekämpft werden. Das bedeutet nicht, dass Deutschland das Tier aus Nordamerika komplett ausrotten soll. „Die EU muss sich etwas einfallen lassen. Ich bin mal gespannt auf die kommenden Jahre, was sich da tut“, sagt Schneeweiß.

Von Dagmar Simons

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