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Stromabschaltungen in der gesamten Region

Kyritz Stromabschaltungen in der gesamten Region

Seit Montag und noch bis Ende März gibt es in der gesamten Region rund um Kyritz geplante und damit zeitlich begrenzte Stromabschaltungen. Grund sind die Bestrebungen des Netzbetreibers Edis, seine Leitungen und Transformatoren auf neue Betriebsbedingungen umzustellen. Für öffentliche Einrichtungen und Unternehmen zieht das einigen Aufwand nach sich.

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Hier fing alles an: Zuerst wurde im Umspannwerk Kyritz ein Trafo von 15 000 auf 20 000 Volt ertüchtigt. Schritt für Schritt wird jetzt in der Region umgestellt.

Quelle: Matthias Anke

Kyritz. Banken, Behörden, Verwaltungen, Betriebe und natürlich jeder einzelne Haushalt ist von Stromabschaltungen betroffen, die der Netzbetreiber Edis seit Montag und noch bis Ende dieses Monats im Kyritzer Altkreisgebiet vornehmen muss. Notwendig ist das, um die Spannung im Netz von bisher 15 000 auf 20 000 Volt zu erhöhen. „Die Vorbereitungen sind schon sehr lange getroffen, jetzt wird das vollendet“, erklärt Edis-Sprecher Danilo Fox: „Es handelt sich um eine Investition ins Netz, die die Versorgungssicherheit erhöht. Und es geht in der Regel immer auch um die weitere Aufnahme regenerativer Energien.“ 20 000 Volt seien inzwischen „Stand der Technik“.

Ausgehend vom Umspannwerk in Kyritz nehmen sich jetzt mehrere Techniker die Trafos Abschnitt für Abschnitt vor. Für Montag waren ihre Arbeiten über eine öffentliche Bekanntmachung auch in dieser Zeitung im Bereich Sechzehneichen, Tornow, Karnzow, Stolpe und Blechernhahn angekündigt. Dienstagvormittag (8 bis 10 Uhr) sind weite Teile von der Kyritzer Innenstadt über den Bahnhof bis Kyritz-West betroffen, am Nachmittag (12 bis 14 Uhr) dann das Stadtgebiet vom Markt südwärts, aber auch der Nußbaumweg und die Wittstocker Straße. „Der Strom ist nicht über den gesamten Zeitraum abgestellt, meist reicht eine halbe Stunde“, erklärt André Langer von dem für die Verteilnetze Prignitz-Havelland zuständigen Edis-Sitz in Neustadt.

Rathaus und Finanzamt bleiben geschlossen

Zeit genug dennoch, um ganze Abläufe zu stören. So wird das Bürgerbüro im Kyritzer Rathaus diesen Dienstag von 12 bis 14 Uhr geschlossen bleiben. Ohne Strom und somit ohne Computer ist das Arbeiten dort nicht möglich, wie von der Verwaltungssprecherin Doreen Wolf zu erfahren war. Auch das Tourismusbüro ist betroffen. Dort liegt zwar von 8 bis 10 Uhr kein Strom an und somit in einer Zeit, in der ohnehin noch geschlossen ist, doch zwischen 12 und 14 Uhr wird es dann nicht möglich sein, Eintrittskarten und ähnliches zu buchen. Grund: Der Tourismusbüro-PC ist am Rathausserver angeschlossen.

Über ein Notstromaggregat verfügt das Rathaus ebenso wenig wie das Finanzamt. Dort wird erst am 20. März der Strom unterbrochen, wenn auch der restliche Norden und Nordwesten der Stadt an der Reihe sind. „Wir weisen bereits mit Aushängen darauf hin“, sagt Amtsvorsteherin Marion Jach. Auch auf der Internetseite werde es in den nächsten Tagen einen Hinweis geben, dass das Amt für die zwei Stunden geschlossen bleibt. „Telefonisch sind wir ja dann auch nicht erreichbar“, sagt Marion Jach. Wer kommt, um etwa Vordrucke abzuholen oder Unterlagen abzugeben, werde dennoch bedient. Man könne eben nur nichts in die Computer eingeben.

Entspannte Lage bei der Polizei und im Krankenhaus

Ein Notstromaggregat indes dürfte diesen Dienstag in der Polizeiwache anspringen. „Es sollte sich also um 8 Uhr einschalten, wenn der Strom abgeschaltet wird“, sagt Polizeisprecherin Dörte Röhrs. Zwei Stunden seien zudem gut zu überbrücken: Die Kollegen der Kripo könnten in der Zeit zum Beispiel auch draußen ermitteln.

Ebenso gelassen sieht der Geschäftsführer des Kyritzer KMG-Klinikums, Volker Schnittger, der Stromabschaltung entgegen. Das Krankenhaus ist wie das Finanzamt auch am 20. März davon betroffen. „Wir haben die Möglichkeit, über mehrere Tage Netzersatz zu fahren“, sagt Schnittger und ergänzt: „Bei uns wird niemand ohne Strom sein.“

Stärkefabrik ist informiert, Supermärkte schließen vorübergehend

Problematischer dürfte es für Gewerbetreibende werden. „Wir haben deshalb, so weit das möglich war, vorab alle zusätzlich auch telefonisch informiert“, sagt André Langer. In der Kyritzer Stärkefabrik wird dies bestätigt: „Wir wurden rechtzeitig informiert und haben den Produktionsplan entsprechend angepasst. Die Stärkeveredlung läuft ja ganzjährig, von daher sind wir schon betroffen. Aufgrund der rechtzeitigen und guten Absprachen lässt sich der Ausfall jedoch ohne größere Schäden kompensieren“, sagt Werkleiter Martin Jahn.

Und die Restaurants? Für Daniel Korth vom Hotelrestant Mühlenhof in Wusterhausen war die Nachricht neu: „Dann geht ja nicht mal das Telefon und man merkt erst, wie abhängig man vom Strom ist. Aber wenn es gemacht werden muss, dann geht es eben nicht anders.“

In den meisten Supermärkten ist von vorübergehenden Schließungen auszugehen, um nicht plötzlich im Dunkeln zu stehen. Banken wie die Sparkasse dagegen wollen geöffnet bleiben. „Geldautomaten und Auszugsdrucker können nicht genutzt werden, die Sicherheitsanlage funktioniert trotzdem, der Wachschutz ist informiert, und eingesperrt wird auch keiner, denn bei Stromausfall öffnen die Türen automatisch“, sagt Sparkassen-Sprecher Christopher Arndt.

Wo und wann es weitergeht

Mittwochvormittag (15. März, 8 bis 10 Uhr) sind von den Einschränkungen Schönermark, Charlottenaue, Stüdenitz, Holzhausen und Vollmersdorf betroffen, am Nachmittag (12 bis 14 Uhr) Breddin südlich der Bahn, Damelack, Sophiendorf und Voigtsbrügge.

Donnerstagfrüh (8 bis 11 Uhr) geht es in Breddin nördlich der Bahn weiter sowie in Barenthin und Kötzlin und am Nachmittag (12 bis 15 Uhr) in Berlitt, Rehfeld, Wilhelmsgrille, Klosterhof.

Freitag (8 bis 11 Uhr) trifft es Görike, Spielhagen, Granzow und Schönhagen.

Nächste Woche sind das restliche Kyritzer Stadtgebiet, Wusterhausen sowie Neustadts und Gumtows Dörfer an der Reihe.

Am Montag, 27. März, folgen dann weitere Gumtower Orte sowie Mechow und Gantikow.

Von Sandra Bels und Matthias Anke

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